G8-Abiturienten bewiesen "Pioniergeist"

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Jeder G8-Abiturient erhielt einen Gelehrtenhut als Symbol akademischer Würde.

Raubling - Unter dem Beifall ihrer Familien, Lehrer sowie zahlreicher Festgäste nahmen 67 Abiturienten des ersten G8-Jahrgangs am Gymnasium Raubling ihr Reifezeugnis in Empfang.

In sehr persönlichen Worten ließ Schulleiterin Kathrin Hörmann-Lösch die vergangenen acht Jahre Revue passieren.

Sie erinnerte an schulische und persönliche Klippen, die es für die Abiturienten zu umschiffen galt, aber auch an herausragende Leistungen im musischen, sozialen und akademischen Bereich. Mit Stolz erfülle sie die Tatsache, dass im Abiturdurchschnitt von 13 Raublinger Prüflingen die Eins vor dem Komma steht und erstmals in der Schulgeschichte die Idealnote 1,0 erreicht wurde. Gemeinsam mit ihren Lehrern hätten die Abiturienten auch die besonderen Herausforderungen gemeistert, mit der sie auf Grund der Umstellung vom neunjährigen zum achtjährigen Gymnasium konfrontiert gewesen seien. Bei ihrem "Gipfelsturm", so der Titel der Abiturzeitung, hätten sie wahren Pioniergeist bewiesen, der aller Ehren würdig sei.

Renate Schmidt sprach als Gastrednerin bei der Abiturfeier in Raubling.

Den Glückwünschen schlossen sich der stellvertretende Landrat Erich Ellmerer und Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger an, der auch im Namen seiner Amtskollegen aus den Gemeinden Neubeuern, Brannenburg, Nußdorf und Oberaudorf gratulierte. Die stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, Silke Jungmeier-Wadas, forderte die Schulabgänger auf, der Welt mit Offenheit und Vertrauen zu begegnen und bei allem beruflichen und privaten Streben Bewusstsein für den Makrokosmos und damit bescheidene Gelassenheit zu wahren.

Als besondere Auszeichnung werteten die Raublinger Abiturienten den Besuch von Renate Schmidt, bis 2005 Staatsministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Schröder, die der Einladung der Schulleitung gefolgt war und an der Abiturfeier teilnahm. "Worauf ihr euch verlassen könnt - Prominente schreiben ihren Enkeln", so der Titel eines Buches, an dem Schmidt mitwirkte. Ausgehend von ihrem Beitrag zu diesem Projekt gab sie den Schulabgängern Tipps für eine Zukunft in Würde und Freiheit. Sie selbst habe in den verschiedenen Phasen ihres Lebens erfahren, wie wichtig es sei, sich nicht vom Wissen das Denken verbieten zu lassen, nicht zu akzeptieren, wenn Dinge als unveränderbar bezeichnet würden. In der Neugier auf Leben und der Freude am Einsatz für andere liege der Schlüssel zum eigenen Glück. Das Eingeständnis von Ängsten schließlich sei Voraussetzung für mutiges Handeln. Die Politikerin ließ es sich anschließend nicht nehmen, an der Übergabe der Abiturzeugnisse mitzuwirken und die besten Abiturienten zu ehren.

Matthias Grundei, Anna Sophia Leitner und Elisabeth Karrer erhielten darüber hinaus ein Geschenk des Elternbeirats, das von Silke Jungmeier-Wadas und Claudia Mendte-Kraus überreicht wurde. Außerdem durften sie sich über eine Goldmünze freuen, die von der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling gestiftet wurde.

Sozialpreis für Perret und Breitrainer

Georg Schell, Vorsitzender des Fördervereins, zeichnete die Abiturientinnen Magdalena Breitrainer und Johanna Perret mit dem Sozialpreis des Gymnasiums aus. Sie hatten sich über Jahre hinweg federführend im Arbeitskreis Catering engagiert, der bei allen Schulveranstaltungen für die Bewirtung sorgt.

Im Namen der Abiturienten sprachen Alexander Neft und Theresa Perret in einer humorvollen und von sprachlichem Lokalkolorit geprägten Rede. Neben dem Dank an die Lehrkräfte, ganz besonders an ihre Oberstufenbetreuerin Brigitte Würth, äußerten sie Kritik an Schwierigkeiten, die aus der abrupten Einführung des achtjährigen Gymnasiums resultierten. Sie hätten sich durchaus manchmal als Versuchskaninchen gefühlt, seien jetzt aber stolz, ihre Schulzeit in Rekordtempo hinter sich gebracht zu haben. Vertreter der elften Jahrgangsstufe überreichte ihnen im Anschluss den mit allen Namen gravierten goldenen Stern der Hall of Fame des Gymnasiums Raubling. Zudem erhielt jeder Abiturient einen Gelehrtenhut als Symbol akademischer Würde. So viele Zeichen der Anerkennung und Zuneigung schufen dann doch einen Hauch von Wehmut, besonders als Severin Enzinger und Alexander Neft mit Klarinette und Saxofon zum Aufbruch bliesen: Time to say good bye - auf zu neuen Ufern!

re/Oberbayerisches Volksblatt

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