Gefahrenstelle Gleisquerung wird beseitigt

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Wird im Rahmen des Straßenausbaus beseitigt: die Gefahrenstelle auf der Hofmühlstraße.

Stephanskirchen - Viele Radlfahrer sind auf der Gleisquerung an der Hofmühlstraße schon einmal weggerutscht. Die Gefahrenstelle wird im Rahmen des Straßenausbaus nun endlich beseitigt.

Die Hofmühlstraße vom Obi-Baumarkt bis zur Bahnunterführung Landlmühle erhält in diesem Zusammenhang jedoch keinen direkt an der Straße entlang laufenden Geh- und Radweg. Weil die Anlieger nicht bereit waren, hierfür Flächen abzutreten, musste für den Geh- und Radweg eine andere Trasse gewählt werden. Sie führt parallel zur Bahn über den Bahnhofsweg und ehemaligen Bahnhof Landl.

Die Gesamtbaukosten in Höhe von 350.000 Euro für diesen Geh- und Radweg waren dem Bauausschuss jedoch zu hoch gewesen. Er beauftragte das planende Ingenieurbüro Rappl eine günstigere Variante vorzulegen. Das abgespeckte Konzept, das im Gemeinderat vorgestellt wurde, sieht nun eine Verringerung der Breite um einen Meter vor. Radlfahrer können sich auf dem Weg mit einer Asphaltbreite von zwei Metern nun begegnen, ohne abzusteigen. Den Anforderungen an einen kombinierten Geh- und Radweg erfüllt diese Breite jedoch nicht mehr. Die neue Strecke mit einer Länge von 550 Metern kann deshalb nur als Radweg ausgewiesen werden.

Aufgrund der Nähe zu den Gleisen ist außerdem die Einhaltung zusätzlicher Auflagen wie gesonderter statischer Nachweise und Gitterstabzäune erforderlich, bedauerte die Bauverwaltung. Die Gesamtkosten liegen nun bei 290.000 Euro plus Grundstücksankauf und Vermessung.

Wird der neue Radweg, der die Fahrer auch einen Hang hinaufführt, überhaupt angenommen, wenn die Straße komfortabel neu ausgebaut worden ist? Letztere Maßnahme soll auf jeden Fall zuerst stattfinden. Auf 800 Metern Länge wird die Hofmühlstraße mit einer Regelbreite von 6,17 Metern neu errichtet - samt einseitiger Abwasserrinne mit Granitgroßsteinen und Sinkkästen zum Vorfluter. Auf Wunsch der Anlieger sind auch zwei Einengungen zur Verkehrsberuhigung der von den Mitarbeitern der Hamberger Industriewerke und den Obikunden viel befahrenen Hofmühlstraße geplant.

Die Gesamtkosten für den Straßenausbau belaufen sich auf 1,238 Millionen Euro - plus Grundstückskauf und Vermessung. 80.000 Euro verschlingt allein die Beseitigung der Gefahrenstelle auf den Gleisen - eine hochwertige Ausführung mit Spezialplatten, die nicht umgelegt werden kann. Fraglich ist außerdem, ob noch Sanierungen der Kanäle notwendig sind. Im aktuellen Haushalt stehen 30.000 Euro für die Planung des Straßenausbaus zur Verfügung. Im Finanzplan sind 400.000 Euro in 2012 und eine Millionen Euro in 2013 vorgesehen.

Der Beschluss für den Straßenausbau, der in einer Anliegerversammlung bereits mit den Bürgern abgesprochen wurde, fiel einstimmig. Diskussionsbedarf gab es allerdings zur Radwegfrage. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Maßnahme zu verschieben - aus Kostengründen und auch, weil die Akzeptanz des Radwegs schwer abzuschätzen sei. Im Gemeinderat gab es jedoch Stimmen, die ein Warten ablehnten. Hans Kink (CSU) plädierte sogar dafür, zuerst den Radweg zu bauen. Jürgen Richter (CSU) sprach sich für einen sofortigen Mitausbau aus. Bürgermeister Rainer Auer erinnerte jedoch daran, dass für den Radweg noch Grundabtretungen der Eigentümer - Bahn und Hamberger Industriewerke - notwendig seien.

Gespräche habe es bereits gegeben. "Wir sind in Verhandlung", beteuerte Auer angesichts von Informationsdefiziten und Nachfragen zu den Grundstücksangelegenheiten, die auch von Dr. Rolf-Jürgen Löffler, CSU-Fraktionsvorsitzender, kamen. Christian Helget (Parteifreie Bürger) wiederum plädierte dafür, erst abzuwarten, wie sich der Straßenausbau auf das Radfahrerverhalten auswirkt. Doch auch Josef Grabmayr (SPD) warnte davor, den Radlweg nach dem Straßenausbau aus den Augen zu verlieren. Damit dies nicht geschieht, setzte die Mehrheit mit zwei Gegenstimmen von Kink und Helget durch, dass nach erfolgreich durchgeführten Grundstücksverhandlungen der Radweg sofort wieder auf den Beratungstisch des Gemeinderates kommt.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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