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Gemeinderat weist Vorwürfe zurück

In Gefahr: Rollstuhlfahrer und ihre Begleiter auf der Krankenhausstraße, die teilweise nicht einmal einen Gehweg besitzt. Kommt noch Gegenverkehr, wird es eng. Die Anlieger leiden außerdem unter dem Verkehrslärm.

Vogtareuth - Einen geharnischten Brief haben die Anwohner der Krankenhausstraße dem Gemeinderat geschrieben. Sie fühlen sich im Stich gelassen.

Sie fühlen sich in ihrem Bemühen, den Verkehr vor ihren Haustüren zu beruhigen, im Stich gelassen. Der Gemeinderat zeigte Verständnis für die Probleme der Anlieger. Den Vorwurf, nicht genügend für eine befriedigende Lösung zu unternehmen, wies er jedoch von sich.

Vogtareuth - "So kann es nicht weitergehen", fordern die Anwohner der Krankenhausstraße in ihrem Schreiben. Mit ihrer starken Präsenz im Sitzungssaal unterstrichen sie bei der jüngsten Ratssitzung außerdem, dass ihre Geduld erschöpft ist.

Das Problem ist in der Tat seit über 20 Jahren bekannt: Obwohl der Verkehr zur Schön Klinik Vogtareuth aus Richtung Rosenheim mit Schildern über die Kreisstraße zum Krankenhaus und nicht durch das Dorf geleitet wird, steuern viele Ortskundige die Klinik über die Krankenhausstraße an. Mehrfach habe die Klinikleitung die Zulieferfirmen bereits aufgefordert, die Umfahrung zu nutzen, bestätigt Gregor Tuma, Leiter Dienstleistungen und Infrastruktur in der Schön Klinik, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Doch viele Zulieferer befolgen diesen Appell anscheinend nicht. Außerdem lotsen viele Navigationsgeräte die Autofahrer über die Krankenhausstraße zur Klinik. Wer aus Griesstätt kommend anfährt, verweigert in der Regel die Umfahrung und wählt vom Ortseingang aus den direkten Weg - zumal hier auch ein Hinweisschild mit der Aufforderung zum Abbiegen in die Krankenhausstraße steht.

Zu den Stoßzeiten morgens von 6 bis 8 Uhr sowie beim mittäglichen Schichtwechsel nutzen Hunderte Pkw und Lkw die Krankenhausstraße. 120 Autos in einer Morgenstunde haben Anlieger nach eigenen Angaben gezählt. Bereits ab 4 Uhr morgens rolle der Anlieferverkehr. Dass die Autofahrer oft viel zu schnell fahren, auch darüber ärgern sich die Anlieger, die einen verstärkten Einsatz der kommunalen Blitzer fordern.

Die Krankenhausstraße leidet außerdem unter der Tatsache, dass es hier keine durchgehenden Gehwege gibt. Sie ist eng, steil und schwer einsehbar - ein Problem auch für Patienten mit Rollstühlen aus der Klinik, die sich Richtung Dorfzentrum bewegen.

Die Anlieger fühlen sich mit ihren Sorgen allein gelassen und warfen dem Gemeinderat sogar vor, "sich nicht im Geringsten" um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Das Gremium wies diesen Vorwurf zurück. In den vergangenen Jahren seien mehrfach Begehungen mit Vertretern der Genehmigungsbehörden und der Polizei durchgeführt und wiederholt Maßnahmen diskutiert worden. Die zulässige Geschwindigkeit sei auf Tempo 30 reduziert worden.

Lösungen würden jedoch durch die Komplexität vor Ort erschwert, hieß es im Gemeinderat. Er hatte sich sogar professionelle Hilfe geholt. Verkehrsplaner waren in einem ersten Schritt aufgefordert worden, sich speziell dem Untersuchungsgebiet Krankenhausstraße zu widmen. Die Ergebnisse ihrer Überlegungen sind bisher noch nicht öffentlich diskutiert worden, was ebenfalls für Unmut unter den Anliegern sorgt.

Sie hatten in den vergangenen Jahren bereits Fahrverbote für Lkw über 7,5 Tonnen vorgeschlagen. Ein solcher Schritt würde jedoch die Zulieferung zum Lebensmittelgeschäft Römersberger und zu weiteren Betrieben behindern - ebenso Einbahnregelungen, die auch Verkehr in andere Straßen verlagern könnten. Gehweg-Erstellungen scheiterten bisher stets an Grundstücksproblemen. Aus dem Gemeinderat kamen in der aktuellen Sitzung zusätzlich Vorschläge für bauliche Maßnahmen, die die Straße beruhigen könnten - etwa für die Aufstellung von Bremsschwellen.

Was straßenverkehrsrechtlich machbar ist, soll eine erneute Begehung mit einem Vertreter der Polizei klären. Zu diesem Treffen werden auch die Anlieger geladen, versprach der Gemeinderat. Die Begehung ist vor Beginn einer der ersten Ratssitzungen nach der Sommerpause geplant. Mit ihrem Wunsch nach einer Sondersitzung konnten sich die Beschwerdeführer nicht durchsetzen.

Auch die Schön Klinik bestätigt ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit an Lösungskonzepten: "Wir sind jederzeit zu Gesprächen bereit." Gregor Tuma, auch Projektleiter für die KlinikNeubauten, weist jedoch auf einen wichtigen Punkt hin, der bei allen Überlegungen berücksichtigt werden müsse: "Die Erreichbarkeit des Haupteingangs darf nicht erschwert werden. Wichtig bleibt eine vernünftige und direkte Infrastruktur ohne große Umwege."

Die Anlieger haben außerdem erneut konkrete Anträge gestellt - etwa auf Abnahme des Hinweisschildes zur Schön Klinik an der Kreuzung Wasserburger Straße/Krankenhausstraße sowie auf Anbringung von Spiegeln in der Ringstraße, dem Birkenweg und dem Lindbergweg. Diese Vorschläge sollen bei der Begehung nach der Sommerpause auf ihre Durchführbarkeit hin überprüft werden.

Wegen der im Herbst beginnenden Großbaustelle an der Schön Klinik, die ein OP-Zentrum und ein neues Kinderhaus errichtet (wir berichteten), wird kein weiterer Verkehr in der Krankenhausstraße erwartet. Die Baustellenfahrzeuge fahren über den von der Klinik zu diesem Zweck verbreiterten Moosweg an, bestätigt Tuma. Eine weitere Baustelle werde jedoch zur Erschließung des neuen Baugebietes erwartet. Auch sie solle jedoch von oben angefahren werden.

Oberbayerisches Volksblatt

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