Anwohner befürchten Lärmbelästigung

OVB
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Vor dem Werksgelände stauen sich gelegentlich die Lkw. Gemeinderat Sepp Lausch meinte, dies stelle eine Verkehrsgefährung dar.

Großkarolinenfeld - Die "Dettendorfer Wertstoff GmbH" plant die Ausweitung auf einen Dreischichtbetrieb. Anwohner im Gewerbegebiet Linden sehen das kritisch.

Erneut beschäftigte der Antrag einer Tattenhausener Firma im Gewerbegebiet Linden den Großkarolinenfelder Gemeinderat. Die "Dettendorfer Wertstoff GmbH & Co.KG" plant die Ausweitung auf einen Dreischichtbetrieb und die Kapazitäts-Erweiterung der Außenlagerflächen. Nachbarn und einige Räte befürchteten dadurch eine zunehmende Lärmbelästigung. Um den Betriebsablauf des Unternehmens besser kennen zu lernen, nahm das Gremium eine Ortsbesichtigung vor.

Einer der Geschäftsführer der antragstellenden Firma, Rainer Mahrla, erläuterte den Gemeinderäten auf dem Gelände in Linden die Geschäftsbereiche des Unternehmens und den Betriebsablauf. Wie berichtet, wurde der Dreischichtbetrieb deshalb beantragt, da nachts möglichst kein Material in den Hallen gelagert werden soll. Laut Mahrla werde dadurch ein flexibleres Arbeiten ermöglicht.

Firma zeigt sich gesprächsbereit

Der Geschäftsführer betonte ausdrücklich, dass von Seiten seiner Firma Gesprächsbereitschaft mit der Nachbarschaft bestehe. So habe der Betrieb beispielsweise in Richtung eines angrenzenden Anwesens bereits eine Halle mit einer Schallschutzwand versehen, ohne dass dies behördlich gefordert worden sei.

Auch Bürgermeister Bernd Fessler hatte im Vorfeld Gespräche mit der Nachbarschaft der Tattenhausener Firma geführt und berichtete von deren Anliegen. Unter anderem sei im südlichen Bereich zwei Monate lang ein Holzspalter schon früh morgens, auch samstags, ab 6 Uhr zu hören gewesen. Der Geschäftsführer versprach, dass die Arbeiten mit der eingesetzten Kettensäge künftig "zu einer für die Nachbarschaft günstigeren Arbeitszeit erledigt werden".

Außerdem kündigte Rainer Mahrla an, Lärmbelästigungen durch Radlader in den frühen Morgenstunden oder nachts zu vermeiden und die Tätigkeiten tagsüber ausführen zu lassen. Zudem würde das Personal angewiesen, Containerwechsel leise durchzuführen.

Lkw-Warteschlangen sorgen für Verkehrsgefährdung

Sepp Lausch (fraktionslos) monierte die Lkw-Warteschlangen vor dem Werksgelände, die häufig auch eine gewisse Verkehrsgefährdung darstellen würden. Dritter Bürgermeister Paul Hofmann (PLW) wollte ausschließen, dass der Dreischichtbetrieb zum Regelbetrieb wird. Mahrla versicherte, dass dies aufgrund der Lagerkapazitäten kaum vorstellbar sei, da es nachts kaum Abnehmer gäbe.

Nach der Ortsbesichtigung in Linden setzte das Gremium die Sitzung im Foyer der Mehrzweckhalle fort, wo zahlreiche Nachbarn und Zuhörer bereits warteten. Dabei berichtete Bürgermeister Fessler, dass das in Auftrag gegebene TÜV-Gutachten (wir berichteten) in Bezug auf die Firma Dettendorfer immer noch ausstehe. Er stellte heraus, dass der Tattenhausener Firma sehr daran gelegen sei, den Betriebsablauf im Einklang mit der Nachbarschaft zu gestalten. "Der Betrieb befindet sich im Außenbereich. Deshalb können die Nachbarn nicht den gleichen Schutz wie in einem reinen Wohngebiet genießen", so Fessler.

Emil Maier (SPD) und Paul Hofmann wiesen darauf hin, dass die Gemeinde keine echte Entscheidungskompetenz hat. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des TÜV-Gutachtens habe der Antragsteller einen Rechtsanspruch auf Genehmigung seines Ansinnens.

Einen Dreischichtbetrieb hielt Sepp Lausch nur dann für genehmigungsfähig, wenn in der Nachtzeit kein Lade- und Lkw-Verkehr stattfinde. Zudem müsse bei geschlossenen Toren gearbeitet werden.

Schließlich sprach sich das Gremium mit der Gegenstimme von Sepp Lausch für eine gemeinsame Besprechung aus, sobald das TÜV-Gutachten vorliegt. Dazu sollen Vertreter der "Dettendorfer Wertstoff GmbH & Co.KG", der Immissionsschutz-Behörde, der Gemeinde sowie betroffene Nachbarn eingeladen werden, um auf einen möglichst verträglichen Betriebsablauf hinzuwirken.

dli/Oberbayerisches Volksblatt

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