Bürgermeister von Großkarolinenfeld im Interview 

Corona-Test positiv: So geht es Bernd Fessler in der Quarantäne

Bernd Fessler ist seit 19. März in häuslicher Quarantäne. Sein Corona-Test fiel positiv aus. 
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Bernd Fessler ist seit 19. März in häuslicher Quarantäne. Sein Corona-Test fiel positiv aus. 

Großkarolinenfeld - Auch Bürgermeister sind nicht gefeit: Seit 19. März befindet sich Bürgermeister Bernd Fessler in häuslicher Quarantäne, sein Corona-Test fiel positiv aus. Im Interview mit rosenheim24.de erzählt er, wie es ihm seit der Infektion mit dem neuen Virus ergangen ist.

Begonnen habe alles mit grippeähnlichen Anzeichen. So schildert Bernd Fessler den Start der Symptome gegenüber rosenheim24.de: "Ich hatte in der Nacht Gliederschmerzen, etwas Halsschmerzen und dann auch drei Nächte lang Fieber, habe viel geschwitzt. Mittlerweile geht es mir wieder wesentlich besser und bin hauptsächlich nur noch sehr müde." 

"Ich habe gehofft, dass es Corona ist" 

Fessler dachte zunächst gar nicht an eine mögliche Infektion mit dem neuartigen Virus, das sich wie ein Lauffeuer in Europa, Deutschland und Bayern ausbreitet. "Ich vermutete zuerst, dass der Körper auf den Druckabfall nach dem Stress der Kommunalwahl reagiert. Vorsichtshalber bin ich aber gleich daheim geblieben, habe alle mir bekannten Kontaktpersonen informiert und meinen Arzt, der dann einen Test organisiert hat."

Was sich als vernünftige Handlung erwies: Denn der Test fiel positiv aus: "Als ich das Ergebnis schwarz-auf-weiß vor mir liegen hatte, war ich ehrlich gesagt erleichtert. Ich habe sowieso schon damit gerechnet und sogar gehofft, dass es Corona ist. Einen guten Teil der Quarantäne hatte ich zu diesem Zeitpunkt hinter mir und ich hatte auch krankheitsbedingt das Gröbste bereits überstanden." 

Zudem, so führt Fessler weiter aus, könne man nachdem man die Krankheit überstanden habe, "viel freier agieren, weil die Angst, sich jederzeit und überall anstecken zu können weg ist. Glaubt man seriösen wissenschaftlichen Aussagen, so bin ich für die nächste Zeit immun gegen Corona und diese Gewissheit ist schon befreiend." 

Nützliche Links zu Corona 

Wo Fessler sich angesteckt haben könnte, das kann er nicht hundertprozentig sagen. Er hat aber eine Vermutung: "Es ist möglich, dass ich mich bei einem Bekannten auf einer Veranstaltung im Landkreis angesteckt habe. Zumindest hat er mich damals sofort über sein eigenes positives Testergebnis informiert. Da war ich schon in selbst auferlegter Quarantäne und habe gerade auf mein eigenes Ergebnis gewartet. Mittlerweile lassen sich aber die Infektionswege ganz schwer nachvollziehen. Es war mir am Anfang auch nicht ganz klar, ab wann man selber wieder ansteckend ist. Hier sind von Ärzten teilweise unterschiedliche Auskünfte erteilt worden. Das Gesundheitsamt geht regelmäßig von Symptombeginn minus zwei Tage aus und einer regelmäßigen Inkubationszeit von fünf bis sechs Tagen. Insoweit wäre der Verlauf bei mir schlüssig." 

Auch Großkarolinenfelder Verwaltung im Home Office: 

Das Bürgermeisteramt kann Fessler zu einem großen Teil auch in der häuslichen Quarantäne ausführen: "Ich habe zu meiner Geschäftsleitung und meinen Mitarbeitern täglich mehrfachen laufenden E-Mail- und Telefonkontakt, sodass das ganz gut klappt. Manchmal hab ich den Eindruck, dass ich ihnen sogar eher lästig bin mit der Zeit, die ich jetzt daheim habe", erklärt Fessler schmunzelnd und erklärt weiter: "Die Verwaltung und auch der Bauhof arbeiten in den strategischen Positionen zweigeteilt, sodass es auch bei Erkrankung von Einzelnen - mit denen man ja rechnen muss - funktionieren sollte. Diejenigen, die nicht im Büro sind, sondern beispielsweise in häuslicher Quarantäne, arbeiten zum Teil von daheim aus." 

In der Quarantäne "einfach das Beste draus machen" 

Sein Tipp an alle Corona-Erkrankte, nachdem ihn das Virus nun selbst erreicht hat: "Ich kann nur empfehlen, sich bei den ersten Anzeichen sofort in Quarantäne zu begeben, sich an die Regeln und Vorgaben in der Quarantäne zu halten und einfach das Beste draus zu machen. Ich wünsche allen Erkrankten gute Besserung und allen anderen eine gute Gesundheit. Es ist auch ein gutes Gefühl, dass es in unserer Gemeinde nach meinem Kenntnisstand momentan wesentlich mehr Menschen gibt, die sich selbst für andere einbringen als tatsächlich Bedarf besteht. Das ist gelebte Solidarität und sehr aufbauend. Trotzdem dürfen wir niemanden vergessen."

Wer an Corona erkrankt sei und es gut überstanden habe, der dürfte anschließend ungefährdet arbeiten können, ist Fessler überzeugt. Er selbst geht bei sich davon aus, dass er ab 2. April wieder voll und ganz seinen Bürgermeistertätigkeiten nachkommen kann. "Falls nichts dazwischen kommt", fügt Fessler abschließend noch an. 

mb

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