Migrationsbeauftragte für Großkarolinenfeld

Großkarolinenfeld - Sie hatte schon lange ehrenamtlich mit Flüchtlingen gearbeitet, jetzt beschloss der Gemeinderat: Annette Steinbauer ist offiziell Migrationsbeauftragte.

In der Gemeinderatssitzung in Großkarolinenfeld wurde am Dienstag auf Empfehlung des Verwaltungsausschusses eine Migrationsbeauftragte bestellt. Viele Asylbewerber sind bereits in Großkarolinenfeld untergebracht, und es werden immer mehr. Frau Annette Steinbauer hatte durch die evangelische Kirche schon länger ehrenamtlich die Führung in der Arbeit mit Migranten übernommen. In der Gemeinderatssitzung wurde sie jetzt offiziell zur Migrationsbeauftragten ernannt.

„Wir haben viele und gut arbeitende Ehrenamtliche, die sich um die Immigranten kümmern“, erzählte der 1. Bürgermeister Bernd Fessler rosenheim24.de. Der Bund allein sei mit der Anzahl an Asylbewerber überfordert und es gebe zu wenig Sozialarbeiter. Deshalb sei gute Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde und auch überregional äußerst wichtig, um den Asylbewerbern ein angemessenes neues Zuhause zu bieten. Folglich sei eine solche Position von großer Bedeutung.

Die nun offiziell betitelte Migrationsbeauftragte Annette Steinbauer kümmert sich unter anderem um die essenziellste Aufgabe in der Arbeit mit Migranten: die Verständigung. Sie dolmetscht nicht nur, sondern bringt den Asylbewerbern auch die deutsche Sprache näher. Davon abgesehen hilft sie auch in Dingen, die den Einheimischen ganz selbstverständlich erscheinen, für die Immigranten jedoch große Probleme darstellen können: Was kann man hier in Deutschland an Lebensmitteln einkaufen? Wie teile ich mein Geld ein? Viele Flüchtlinge sind das große Angebot an Waren schließlich nicht gewohnt.

Weiterhin unterstützt Annette Steinbauer die Immigranten auch in der Suche nach Berufsschulplätzen und Deutschkursen sowie im Asylbewerberverfahren, was selbst für deutschsprachige Menschen oft kompliziert erscheint und für ausländische Bürger folglich eine noch größere Hürde darstellt.

In Hinsicht auf die Zukunft sei es wichtig, weiterhin viele ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter zu haben, betonte Bürgermeister Bernd Fessler. Mit Blick auf die politische Lage in Afrika und andere Krisenländer könne man sich darauf einstellen, dass noch mehr Asylbewerber nach Deutschland und auch nach Großkarolinenfeld kommen werden. Dass sie herzlich aufgenommen und gut versorgt würden, ist laut Bernd Fessler „ein wichtiger Beitrag zum Weltfrieden“.

L.C./redro24

Rubriklistenbild: © Picture Alliance / dpa

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