Johann Riedl will Amt niederlegen

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GBV-Fraktionsvorsitzender Johann Riedl.

Großkarolinenfeld – Für Erstaunen sorgte in der Großkarolinenfelder Gemeinderatssitzung die Ankündigung von Johann Riedl, als GBV-Gemeinderat frühzeitig von seinem Amt zurücktreten zu wollen.

Bürgermeister Bernd Fessler wies darauf hin, dass Riedl hierfür „triftige Gründe“ vorweisen müsse.

Anscheinend kam Johann Riedls Rücktrittswunsch für Bürgermeister Bernd Fessler genauso überraschend wie für den Rest des Gremiums. Der Gemeinderat der Großkarolinenfelder Bürgervereinigung (GBV) strebe an, zum September aus dem Gremium auszuscheiden.

Altersgründe gab Riedl für seinen Rücktrittswunsch an. Bürgermeister Bernd Fessler informierte den GBV-Fraktionsvorsitzenden darüber, dass er über sein Gesuch einen schriftlichen Antrag einreichen und der Gemeinderat diesem erst einmal zustimmen müsse.

Riedl sitzt seit 33 Jahren im Großkarolinenfelder Gemeinderat und hat viele wegweisenden Entscheidungen des Ortes mitgetragen und mit auf den Weg gebracht. Auf die Frage, ob er sich über ein Thema oder einen Beschluss in der letzten Zeit besonders geärgert habe, antwortet Riedl spontan: "Nein. Aber ich war bisher mit Leib und Seele Gemeinderat und möchte es künftig einfach ein wenig ruhiger angehen lassen."

Zudem erzählte Riedl auf Anfrage, dass er bald wieder ein Enkelkind bekomme, mehr Zeit für die Familie haben und seine Nerven schonen wolle: "Ich steigere mich doch sehr oft in ein Thema hinein und muss mich dann sehr aufregen, wenn beispielsweise in Bezug auf ein nötiges Pflegeheim in Karo nichts vorwärts geht", sagte der GBV-Fraktionssprecher.

Den Hinweis, dass er aber trotz seiner 70 Jahre gesundheitlich fit sei und damit keinen triftigen Grund habe, plötzlich sein Amt niederzulegen, quittierte Riedl mit einem Lächeln. Natürlich sei er sich bewusst darüber, bei der letzten Wahl eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern eingegangen zu sein. Doch für ihn würde mit Dr. Erwin Gutsmiedl ein kompetenter Ersatz nachrücken.

Bürgermeister Fessler ist sich sicher, dass "hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, denn ohne Zustimmung des Gemeinderats muss Riedl weitermachen".

dli/Oberbayerisches Volksblatt

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