Brutale Tat am Wochenende in Großkarolinenfeld

Mann niedergeschossen - Bürgermeister sieht keinen sozialen Brennpunkt am Bahnhof

Bernd Fessler, Bürgermeister Großkarolinenfeld
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Bernd Fessler, Bürgermeister von Großkarolinenfeld.

Großkarolinenfeld - In den frühen Morgenstunden des 26. Septembers schreckten Schussgeräusche in Großkarolinenfeld Anwohner auf. Die Polizei fand einen Schwerverletzten.

In der Nacht auf Samstag, 26. September wurde ein 20-Jähriger am Bahnhof in Großkarolinenfeld niedergeschossen. Der Verletzte wurde umgehend in eine Klinik gebracht.

Mann am Bahnhof in Großkarolinenfeld festgenommen - Bürgermeister Fessler äußert sich

Anwohner hatten unserem Reporter vor Ort berichtet, dass es wenig überraschend sei, dass es zu so einem Vorfall gekommen ist. Der Bahnhof sei in letzter Zeit ein beliebter Treffpunkt für Jugendlichen gewesen. Viele von ihnen hätten nach Meinung des Nachbarn das Potential, in die Kriminalität abzurutschen. Das sieht Großkarolinenfelds Erster Bürgermeister Bernd Fessler anders. Wie er im Gespräch mit rosenheim24.de sagte, sei der Bahnhof in seiner Gemeinde nie groß aufgefallen. „Die Anwohner, der Wirt und auch die Polizei berichten alle, dass der Bahnhof nie Treffpunkt für zwielichtige Gestalten gewesen sei“, so Fessler. „Wir haben den ganzen Bahnhofsbereich 2014/15 auf neue Füße gestellt und ihn herrichten lassen. Er schaut jetzt ansprechend aus und es war der politische Wunsch, dass man ihn nicht als ‚Absteige‘ lässt.“

Natürlich hätten sich laut Bürgermeister dort Jugendliche getroffen und es lag mal die ein oder andere Flasche herum, aber mehr sei dort nicht passiert. „Es gab keinerlei Auffälligkeiten.“ Auch als die Frage nach einer Sicherheitswacht für Großkarolinenfeld aufkam habe Fessler in Abstimmung mit der Polizei entschieden, dass eine Sicherheitswacht für den Bahnhof nicht nötig sei. Für Sauberkeit sorge auch der Wirt, der den Pendlern schon morgens Brotzeit anbiete. „Es ist sauber dort“, sagt Fessler, „wir haben uns da viel Mühe gegeben.“

Laut Polizei Bahnhof kein Brennpunkt

Auch die Polizei bestätigte Fesslers Aussagen. Johann Brumbauer, Chef der Polizeiinspektion Bad Aibling, der nach eigener Aussage selber in Großkarolinenfeld wohnt, sagt im Gespräch mit rosenheim24.de: „Von polizeilicher Seite gibt es dort keine Probleme. Es gibt Jugendliche, die dort am Abend sitzen, aber mehr als zwei Ruhestörungen haben wir nicht vorliegen.“ Man sei auch des Öfteren dort, um nach dem Rechten zu sehen. Brumbauer könne die Anwohner verstehen, die sich belästigt fühlen. Seine Bitte sei in diesem Zusammenhang, dass man sich unter der 110 an die Polizei wenden soll, wenn man etwas feststelle oder es zu laut ist. „Es ist oft schwer im Nachhinein so etwas zu ahnden. Wenn man akute Feststellungen macht, dann bitte die Polizei rufen“, so der Polizeichef.

Messerstecherei auf Volksfest in Großkarolinenfeld

Das ist nicht die erste brutale Tat, die die Gemeinde überschattet. Im Mai 2017 kam es auf einem Spielplatz in unmittelbarer Nähe des Volksfestes zu einer Auseinandersetzung, bei der ein 19-jähriger Mann durch einen Messerstich schwere Verletzungen erlitt. 

Polizei sucht Zeugen für Vorfall am Bahnhof

Nur gut eine Stunde nachdem der Verletzte gefunden worden war, nahmen Polizeibeamte in Großkarolinenfeld nach eigenen Angaben einen dringend Tatverdächtigen (22) fest. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren. Die Untersuchungen der Polizei konzentrierten sich am Samstagvormittag offenbar auf das Gelände zwischen Bahnhofsgebäude und Unterführung. Die Polizei sei zwischen 11 und 13 Uhr nochmal am Tatort gewesen und habe mit einem Spürhund den Bereich um einen Zigarettenautomaten abgesucht, so ein Anwohner zu unserem Reporter vor Ort.

Jugendlicher wird am 26. September in Großkarolinenfeld niedergeschossen

bahnhof-großkarolinenfeld
Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz

Die Polizei sucht derzeit Zeugen, die möglicherweise weitere Angaben zum Tatgeschehen machen können. Im Zeugenaufruf heißt es: „Wer konnte zur Tatzeit (Samstag, 26. September, ca. 3.30 Uhr) in Großkarolinenfeld Beobachtungen machen, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten? Wer kann der Kriminalpolizei sonstige sachdienliche Hinweise gegeben?“

Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 08031-2000 bei der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

jb

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