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Mehrheit gegen Lärmschutzwand

Großkarolinenfeld -  47 Züge - davon 229 Güterzüge - donnern täglich durch das Großkarolinenfelder Gemeindegebiet. Geht es nach den Planungen der Bahn, soll demnächst eine Lärmschutzwand den Ort durchschneiden.

Da gerade diese Planung einen Großteil der Bürger betrifft, gab Fessler Informationen weiter und nahm Anregungen aus der Zuhörerschaft entgegen.

Die Gemeinde werde als Träger öffentlicher Belange vom Eisenbahnbundesamt am Plangenehmigungsverfahren beteiligt, sagte Bürgermeister Fessler. Sie kann Einwände erheben und Stellungnahmen abgeben. Die Gemeinde sei aber nicht der Bauherr. Außerdem seien passive Lärmsanierungsmaßnahmen, wie Einbau von Schallschutzfenstern, nicht Gegenstand dieses Verfahrens.

Die geplante Lärmschutzwand würde den Ort entlang der Bahnlinie auf einer Länge von 1431 Meter durchschneiden.

Bauamtsleiter Markus Czaja stellte das Konzept der Lärmschutzwände im Einzelnen vor. Demnach wird die Lärmschutzwand den Ort auf einer Länge von 1431 Meter durchschneiden. Geplant sei die Lärmschutzwand von der Rottbrücke bis zur Straße am Weiher in einer Länge von 390 Meter südlich der Bahn. Sie werde weitergeführt auf der Nordseite in einer Länge von 800 Meter bis zum schienengleichen Bahnübergang Breitensteinstraße/Filzenweg. Der dritte Abschnitt soll dann in einer Länge von 241 Meter entlang der Wacholderstraße erstellt werden. Die Höhe der Wände soll zwei Meter, gemessen von der Schienenoberkante, betragen.

Wie der Bauamtsleiter weiter ausführte, mache das Aufkommen der durchfahrenden Züge laut Bahn einen Schallschutz notwendig. Derzeit befahren diese Strecke täglich 347 Züge, davon 229 Güterzüge. Lärmgrenzüberschreitungen gäbe es zurzeit bei 134 Gebäuden entlang des Schienenstranges. Die Gemeinde werde bei ihrer Stellungnahme einen ganzen Maßnahmenkatalog vorlegen. Dazu zähle eine Beweissicherungsmaßnahme für den zusätzlichen Lkw-Verkehr während der Bauzeit, so Czaja. Auch auf die Baudenkmäler im Bereich der Lärmschutzwand, wie die evangelische und katholische Kirche, werde hingewiesen. Gefordert werde ein behindertengerechter Bahnsteig in Richtung München. Die Gemeinde sei auch der Auffassung, dass es sinnvoller wäre, die Schallschutzwände beiderseits der Bahnlinie zu errichten.

Caroline Hiller, die sich mit Ingrid Wittner vom Bund Naturschutz um ein Schallgutachten bemühte, stellte den zahlreichen Besuchern die Studie der Firma Wölfl-Höchberg über den Lärmpegel vor. Sie erläuterte auch abschnittsweise die Unterschiede der Lärmbelastung zwischen einer zwei Meter und drei Meter hohen Schallschutzwand. Interessant zu erfahren war auch, wie sich der Lärm ohne Wand derzeit auswirke. Zu berücksichtigen sei, so Caroline Hille, dass die Lärmschutzwände zwar den Lärm reduzieren, aber die Erschütterungen nach wie vor bestehen bleiben würden.

Die Besucher gaben in der abschließenden Diskussion Bürgermeister und Gemeinderäte für die kommende Sitzung mit den Bahnvertretern eine Reihe von Anregungen mit auf den Weg. Die große Mehrheit der Versammlungsteilnehmer sprach sich gegen eine Lärmschutzwand aus. Sie würde das Ortsbild negativ beeinflussen, war der Tenor. Zu bedenken sei auch die Beeinflussung der Windströmungen, die durch die Wände entstehe.

"Warum eine Lärmschutzwand, wenn trotz drei Meter Höhe die Grenzwerte laut Gutachten überschritten werden", fragte ein Bürger. Wenn die Bahn aber darauf bestehe, Schallschutzwände zu bauen, solle die Gemeinde darauf drängen, dass die Wände nicht höher als 50 Zentimeter werden, da der Lärm durch die Räder in Achsenhöhe entstehe.

Allgemein waren die Zuhörer der Meinung, die Bahn solle ihren Wagenpark besser ausstatten und öfter warten, da die Züge der Deutschen Bahn im Gegensatz zu den ausländischen Zuggarnituren zu laut seien. Dann brauche man keine Lärmschutzwand.

gr/Oberbayerisches Volksblatt

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