Ein Moment der Unachtsamkeit

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Großkarolinenfelds stellvertretende Bürgermeisterin Lilo Wallner fiel jetzt Hackern zum Opfer.

Großkarolinenfeld - Prominentes Hacker-Opfer: Der vermeintliche Hilferuf aus Spanien von Großkaros zweiter Bürgermeisterin Lilo Wallner erreichte einige E-Mail-Postfächer.

Ein Opfer krimineller Machenschaften wurde Großkarolinenfelds Zweite Bürgermeisterin, Lilo Wallner. Hacker haben bei ihr genau die Masche angewendet, vor der wir vor Kurzem gewarnt hatten:

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit kostete Lilo Wallner sämtliche Dateien auf ihrem Computer. "Bei der Passworteingabe ist mir nicht aufgefallen, dass etwas anders ist als sonst", ärgert sich Großkarolinenfelds Zweite Bürgermeisterin noch heute. Dann ging alles ganz schnell: "Mein Computer war lahm gelegt und ich konnte überhaupt nichts mehr machen."

Gleichzeitig erhielten fast alle 150 in ihrem Adressenverzeichnis gespeicherten E-Mail-Kontakte eine fingierte Nachricht von Wallner. Angeblich sei die engagierte Großkarolinenfelderin bei einem Spanien-Aufenthalt ausgeraubt worden. Sie habe weder Geld noch Handy und würde um finanzielle Hilfe bitten. Für Rückfragen wurde in der E-Mail eine Telefonnummer in Spanien angegeben, die man bei Bedarf anwählen könnte.

Obwohl Lilo Wallner sogleich als Mitglied des Wirtschaftsforums selbst ihren vermeintlichen Hilferuf per Mail erhielt und dadurch umgehend von dem Hacker-Angriff erfuhr, konnte sie nichts mehr an der Situation ändern.

"Danach stand das Telefon bei uns im Hause nicht mehr still", erzählt die 67-Jährige. Rund 100 besorgte Freunde, Bekannte und Geschäftspartner meldeten sich bei Wallners, um sich nach dem tatsächlichen Befinden der Großkarolinenfelderin zu erkundigen.

Auch Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner, Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig sowie ein Bankdirektor wurden von der Hacker-Mail überrascht und riefen umgehend im Hause Wallner an. "Obwohl die meisten Anrufer im OVB von den Machenschaften dieser Hacker gelesen hatten, waren sie dennoch verunsichert und froh, als sie mich persönlich am Telefon hatten", so Lilo Wallner.

Inzwischen hat die ehemalige Unternehmerin bei der Polizei Anzeige erstattet. Doch Hoffnung, dass die Hacker gefasst werden, hat Wallner nicht: "Das Schlimmste ist für mich der Verlust von vielen schönen Fotos und persönlichen Computerdateien. Zum Glück hatte ich mir wenigstens vor einiger Zeit alle E-Mail-Adressen ausgedruckt."

Daniela Lindl/Oberbayerisches Volksblatt

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