Herausforderung Hochwasser

OVB
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Hochwasser durch Starkregen: Laut Bürgermeister Hans Loy eine große Aufgabe für die Gemeinden.

Prutting - Eine positive finanzielle Bilanz zog Pruttings Bürgermeister Hans Loy bei der ersten Bürgerversammlung. Die Gemeinde schlage sich aber mit einem Problem herum: dem Hochwasser!

Unter den vielen Zuhörern waren im Gasthof zur Post auch die Zweite Bürgermeisterin Gertraud Fordermeyer, Pruttings Altbürgermeister Quirin Meisinger und Ehrenbürger Hans Stöttner sowie zahlreiche Gemeinderäte.

"Bei einem geplanten Gesamthaushalt von 6,02 Millionen Euro im Jahr 2011 hat sich die Gesamtverschuldung auf 6,05 Millionen Euro vermindert", erläuterte Loy. Das sei bei 2548 Einwohnern eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2375 Euro, im Vorjahr habe sie noch bei 2770 Euro gelegen. Möglich gemacht hätten diese Senkung "sprudelnde" Steuereinnahmen. Besonders die Gewerbesteuer habe sich, dank der tüchtigen Pruttinger Betriebe, auf 1,1 Millionen Euro erhöht.

Die gute Haushaltsentwicklung sei zustande gekommen, obwohl die Gemeinde hohe Investitionen tätigen musste, erklärte der Bürgermeister weiter. So wurde das mit krebserregenden Schadstoffen belastete Pruttinger Rathaus abgerissen und wird derzeit durch einen Neubau ersetzt: "Die Arbeiten gehen gut voran und der Kostenrahmen von einer Million Euro wird aller Voraussicht nach eingehalten - vielleicht sogar leicht unterschritten", erklärte Loy.

Der Bürgermeister konnte zudem Fortschritte an mehreren Stellen vermelden: Vor dem renovierten Schulhaus sind die Außenanlagen fertiggestellt worden. Der Verkehrskreisel bewährt sich laut Bürgermeister sehr gut. "Scheppernde Kanaldeckel" in Niedernburg hatten die Gemeinde zuletzt beschäftigt, diese sollen demnächst befestigt oder überteert werden. Im Bereich der Kirchholzstraße und am Mesnerberg sind bereits Straßensanierungen durch Spritzdecken durchgeführt worden. Zudem erhielt die freiwillige Feuerwehr ein neues Feuerwehrauto.

Der Ausbau der Edlinger Straße mit Geh- und Radweg könne erst im Jahr 2012 beginnen, sagte Loy. Und mit einem weiteren Problem schlägt sich die Gemeinde herum: die durch Starkregen verursachten Hochwasser. "Hier wartet eine große Aufgabe auf uns", so Loy. Der Steg durch das Burger Moos habe wegen des schlechten Zustandes vorübergehend gesperrt werden müssen. Die Reparatur werde aber in den nächsten Monaten erfolgen. Helfer und Spender werden gesucht.

Ein weiteres großes Projekt sind die Fotovoltaikanlagen, welche die Gemeinde auf Turnhalle, Bauhof, Wertstoffhof und der Halle am Bauhof angedacht hat. Bürger, die Interesse an einem "Bürgerkraftwerk" mit finanzieller Beteiligung hätten, sollen sich melden.

Grundschule und Kindergarten laufen laut dem Bürgermeister so gut, dass der Anbau einer Kinderkrippe an den Kindergarten für 2012 geplant ist. Ohne Betreuer gäbe es dagegen keine Baugenehmigung für einen möglichen "Jugendtreff", so Loy. Für eine Senioren- und Behindertenbetreuung im Ort laufen bereits Verhandlungen mit interessierten Betreibern. Das Vereinsleben sei intakt, was nicht zuletzt Verdienst des Dorfstadls sei.

Nach dem Bericht des Bürgermeisters durften sich die Bürger zu Wort melden: Hauptanliegen war die als unbefriedigend angesehene Verkehrssituation am Eschenweg. Die Häuser seien zu nahe am Weg gebaut worden. Somit seien Konflikte vorprogrammiert, hieß es. Vorschlag einiger Bürger war, den Hohlweg zu erhalten, eine Ausweichstelle einzurichten und vorzuschreiben, welche Richtung vorfahrtsberechtigt ist. Bürgermeister Loy teilte mit, dieses Problem werde im Gemeinderat behandelt.

Weiteres Thema war der Steg im Burger Moos: Angeregt wurde die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft - die Lösung, die Bretter auf Rohren zu verlegen, soll weiterverfolgt werden. Der Bürgermeister erwartet aber erst eine schriftliche Genehmigung des Landratsamtes, bevor größere Arbeiten gemacht werden.

Die Frage, ob für den künftigen digitalen Behördenfunk neue Masten im Gemeindegebiet aufgestellt werden, verneinte der Bürgermeister. Bevor der Idee eines Bürgersolarkraftwerkes weiter nachgegangen werde, wurde angeregt, zunächst eine Kosten-Nutzenanalyse zu erstellen.

Die zweite Pruttinger Bürgerversammlung wird am Donnerstag, 8. Dezember, im westlichen Gemeindeteil stattfinden, beim Botenwirt in Niedernburg.

ni/Oberbayerisches Volksblatt

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