Hickhack um Verpachtung von Dächern

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Der Bauhof in Großkaro ist ein möglicher Standort für Fotovoltaikanlagen.

Großkarolinenfeld - Wie und ob gemeindliche Liegenschaften durch Fotovoltaikanlagen genutzt werden können, damit beschäftigt sich nun der Gemeinderat.

Der Anstoß hierfür kam von der Jungen Union (JU) mit ihrem Vorsitzenden Tae Su Yoon. Jetzt hatte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über die weitere Vorgehensweise zu beraten.


Schon vor einigen Monaten hatte Lilo Wallner (CSU) dem Gemeinderat den konkreten JU-Antrag erläutert. Demnach sollte die Gemeinde Möglichkeiten der Stromerzeugung aus regenerativen Energien prüfen. Als ersten Schritt regte die JU an, hierfür sämtliche geeignete Dachflächen gemeindlicher Liegenschaften umzurüsten, damit sie zur Stromerzeugung durch Fotovoltaikanlagen verwendet werden können.

Nach den Plänen der JU soll die Verwaltung überlegen, ob und gegebenenfalls auf welchen gemeindlichen Gebäuden eine Nutzung für Fotovoltaikanlagen sinnvoll sei. Als Beispiele von öffentlichen Gebäuden, wo künftig mögliche Anlagen angebracht werden könnten, nannte die JU den neuen Bauhof, die Max-Joseph-Halle, die Grundschule und den restlichen Teil der Hauptschule.


"Wir sind nicht abgeneigt, gemeindliche Dachflächen zur Nutzung von Fotovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen", erklärte Bürgermeister Bernd Fessler jetzt in der Sitzung. Auch seine Stellvertreterin Lilo Wallner sah eine Verpachtung als "den einfachsten Weg" an. Wiltrud Rothmayer (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, wo sich denn der größte finanzielle Vorteil für die Gemeinde ergebe.

Laut Fessler sei wohl eine Verpachtung in Bezug auf das Kostenrisiko die beste Lösung. Die infrage kommenden Flächen würden sich auf relativ neuen Gebäuden befinden, was eine Sanierungsbedürftigkeit in nächster Zeit ausschließe.

Sepp Lausch (fraktionslos) konnte sich mit einer Verpachtung nicht anfreunden. Seiner Ansicht nach solle man Fremde nicht auf Großkarolinenfelder Dächer zugreifen lassen: "Davon würde ich die Hände lassen." Anderer Meinung war Franz Dußmann (SPD): "Wenn sich eine Firma gut darstellt und eine positive Vergleichsrechnung vorlegen kann, wäre ich dafür, die Sache anzupacken und lokal Energie zu gewinnen."

Dritter Bürgermeister Paul Hofmann (PLW) regte an, andere Gemeinden nach ihren Erfahrungswerten zu befragen. Durch eine mögliche Verpachtung würde die Gemeinde kein Neuland betreten, denn "andere machen es auch". Irmi Huber (CSU) sprach sich dafür aus, dass die Gemeinde "für die Umwelt etwas tun und ein Zeichen setzen soll".

Marga Knorek (GBV) machte den Vorschlag, das Thema zurückzustellen, um mit anderen Gemeinden Rücksprache zu halten und für die Verpachtung von Süddächern Firmenangebote einholen zu können. Fessler gab zu bedenken, dass die Situation in jeder Gemeinde unterschiedlich sei. "Wenn wir das Thema selbst anpacken, haben wir hohe Planungskosten", so Fessler.

Leonhard Krichbaumer (CSU) vertrat den Standpunkt, die Gemeinde solle sich von mindestens drei örtlichen Firmen Angebote mit einer Renditerechnung für eine 100 Quadratmeter große Dachfläche einholen. Die Möglichkeit, dass Betriebe nach Verpachtung der Dachflächen "pleite" gehen könnten, bedachten Albin Schenk (CSU) und Johann Riedl (GBV).

Schließlich einigte sich das Gremium darauf, die Verwaltung zu beauftragen, unter Beteiligung von örtlichen Elektrounternehmen, Angebote in Bezug auf die Verpachtung von gemeindlichen Dachflächen zur Nutzung von Fotovoltaikanlagen einzuholen. Der Beschluss kam mit den Gegenstimmen von Ludwig Härter (PLW), Leonhard Krichbaumer, Marga Knorek und Johann Kosek (GBV) zustande.

dli

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