Hocheck zur Hauptskiabfahrt erhoben

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Noch sind die Beschneiungsanlagen am Hocheck nicht in Betrieb. Und doch hat sich der Oberaudorfer Gemeinderat schon mit einem "winterlichen Problem" zu beschäftigen.

Oberaudorf - Es ist ein überwiegend juristisches Problem, das die Oberaudorfer Gemeinderäte in jüngster Sitzung beschäftigte. Wie ist mit der Flut von Tourengehern umzugehen, die das Hocheck zu bewältigen hat?

Um Verstöße öffentlich-rechtlich ahnden zu können, erhob der Gemeinderat die Abfahrt zur Hauptskiabfahrt.

Es gibt eine Vielzahl rechtlicher Abhandlungen, ob Tourengeher auf der Skipiste eine so genannte atypische oder typische Gefahr sind. So schreibt etwa der Wiener Jurist Dr. Peter Reindl in einem Beitrag für den österreichischen Alpenverein, dass es auch in Tiroler Skigebieten vermehrt zu Haftungsproblemen kommt.

Seine Darstellung trifft auch auf die Situation am Hocheck zu. "Dabei können zwei problematische Erscheinungsformen unterschieden werden: Einerseits treten hier Tourengeher häufig recht zahlreich auf Pisten auf, gehen oft in größeren Gruppen, teils nebeneinander, teils im Gänsemarsch, und queren dabei gelegentlich die Piste, wobei sie in enger Kolonne die ganze Pistenbreite oder einen wesentlichen Teil davon einnehmen. Andererseits gehen die "Pisten-Tourengeher" - besonders im Spätwinter oder Frühjahr - ihrer sportlichen Betätigung oft nach Arbeitsschluss nach, sodass die Piste schon beim Aufstieg, zumindest aber bei der Abfahrt bereits geschlossen ist und präpariert wird oder bereits präpariert ist; manchmal tun sie dies auch am frühen Morgen (vor Arbeitsbeginn, und damit) vor Öffnung der Piste. Im ersten Fall behindern die Tourengeher die abfahrenden Pistenbenützer; im zweiten sind sie selbst gefährdet, besonders bei Einsatz der Windenpräparierung, und sie beschädigen unter Umständen auch die schon präparierte, jedoch noch weiche Piste."

Gerade hierin sehen die Betreiber der Hocheck Bergbahnen GmbH und die Gemeinde die größte Gefahr, gebe es doch inzwischen auch schon tödliche Unfälle zu beklagen, wenn Tourengeher spätabends mit voller Wucht ins Seil gefahren seien. Generell gehe es nicht darum, die Tourengeher zu verteufeln, hieß es bei der Aussprache im Gemeinderat. Vielmehr habe man mit einem Expertengremium vor Ort versucht, alternative Aufstiegsrouten für die Tourengeher zu finden, etwa über Trissl. Doch hier gebe es zum einen kein Flutlicht und zum anderen keine Beschneiung, hieß es.

Mit der neuen Verordnung will sich die Gemeinde "rechtlich mehr in Szene setzen", wie betont wurde, gebe es doch immer wieder Tourengeher, die völlig uneinsichtig und mit entsprechend unflätiger Wortwahl auf mögliche Rügen durch das Liftpersonal reagierten. In solchen Fällen soll künftig die Alpine Einsatzgruppe der Polizei gerufen werden, der auch Beamte der Polizeiinspektion Kiefersfelden angehören. Sie können solche Sportler, die sich auch nicht an die FIS-Regeln halten, aufgrund der neuen Rechtssituation mit einem Bußgeld belegen.

ge/Oberbayerisches Volksblatt

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