Hohe Erwartungen an neuen Eigner

OVB
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Alles in einer Hand: Neuer Eigner des Kellerberg-Areals ist Josef Sebastian Auer. Jetzt hofft man in der Kurstadt, dass die "Bauruine" bald Vergangenheit ist.

Bad Aibling - Nach Jahren des Stillstands gestern der Durchbruch: Das Kellerberg-Areal hat einen neuen und vor allem auch nur noch einen einzigen Eigner.

Die Reaktionen darauf sind allesamt positiv. Die Stadt Bad Aibling verströmt Freude, die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling als Hauptgläubigerin Zufriedenheit und beide Zuversicht für eine baldige Entwicklung des Geländes.


Seit gestern 10.07 Uhr heißt der neue Eigentümer Josef Sebastian Auer, ein Rosenheimer Bauunternehmer, der privat das Areal ersteigerte. Gegenpart war der Aiblinger Architekt Klaus Kunze, der für die Casa Classica Planungs- & Bauträger GmbH in Bruckmühl Einzelgebote für Parzellen im Bereich Krankenhausstraße sowie für den historischen Eckbau zur Kolbermoorer Straße abgab - hierfür zunächst 1,2 Millionen, dann erhöht auf 1,45 Millionen Euro. Auers erstes Gesamtgebot: 2,3 Millionen, dann 2,99 Millionen Euro. Da er insgesamt und auch anteilig für die Einzelflächen mehr geboten hatte, bekam er den Zuschlag. Der Verkehrswert des Areals war mit rund 3,4 Millionen Euro angesetzt.

Wichtig für die Stadt Bad Aibling: "Dass das Nutzungsrecht Stellplätze Tiefgarage ebenso erhalten bleibt wie das Fußgängerbereichsgestalrungs- und Nutzungsrecht", zitierte der Rechtsberater der Stadt und Ratsmitglied Richard Lechner. Er zeigte sich über den Zuschlag an Auer, der bekannt für seine wirtschaftliche Solidität sei, sehr froh.


Auch Bürgermeister Felix Schwaller betonte den Vorteil, dass die Stadt nunmehr einen einzigen Ansprechpartner habe - und zudem einen, der sich mit dem Objekt Kellerberg auskenne, habe er doch auch die Tiefgarage errichtet. Schwaller zeigte sich hoffnungsfroh, dass es nun mit einer Entwicklung am Kellerberg vorangehe.

Im Zuhörerraum des Gerichtssaals hatten sich auch bekannte Gesichter eingefunden, darunter Klaus Werndl. Seine Quest Immobilien GmbH hatte 2008 Interesse an einer Kellerberg-Bebauung gezeigt, auch im Zusammenhang mit einer Bebauung "Ludwigsbad" (in Eigentum der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling), doch hatte die Stadt damals der MW Immo Consulting mit Geschäftsführerin Marion Wald den Vorzug gegeben.

Seit deren Abgang aus Bad Aibling (wir berichteten) liegt das Kellerberg-Areal brach. Einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan hatte der Stadtrat schon vor etwa zehn Jahren gefasst, am 29. Mai 2008 dann sogar im Zuge der "Wald"-Planungen einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gebilligt. Generell bedeutet dies nach Auffassung des städtischen Bauamtes Baurecht in unstrittigen Fragen.

Schwaller: "Für einen Bürgermeister wie ein Geburtstag"

Bürgermeister Schwaller zufolge wird sich am Grundkonzept der Stadt für die Kellerberg-Bebauung nicht viel ändern. Man brauche die Pläne quasi nur aus der Schublade ziehen, erklärte er, zumal der Architekt wieder Ludwig Labonte (Rosenheim) heiße, wie er von Auer gestern erfahren habe. Labonte hatte das Grundkonzept, das die Stadt bejaht, zu Zeiten von Marion Wald erarbeitet.

"Drei Jahre warte ich auf diesen Tag. Für einen Bürgermeister ist das wie ein Geburtstag", freute sich Schwaller über die nunmehrige Perspektive für das Kellerberg-Areal, das durch den Eigentümerwechsel auch keine juristische Verbindung mehr zum "Ludwigsbad"-Areal hat. Dennoch der Wunsch: Möglichst parallel die Bebauung Ludwigsbad vorantreiben, da es architektonisch und inhaltlich mit das Kellerberg-Areal ergänzen soll.

"Zur Zeit ist das kein Thema. Ein Schritt nach dem anderen", zügelte Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, die Erwartungen. Er sei sehr froh, dass die Hängepartie vorbei, das Areal in kompetente und solide Hände gekommen sei und nun geordnete Verhältnisse herrschten. Den neuen Eigentümer "werden wir gerne begleiten", erklärte er.

Maierthaler: "Neuen Eigentümer werden wir gerne begleiten"

Zu Spekulationen um eine Wiederauflebung einer Gemeinschaft "Quest/Sparkasse" äußerte sich der Vorstandsvorsitzende so: "Damals hat das mit Quest/Werndl leider nicht geklappt. Aber dass sie gemeinsam mit uns die Initiative ergriffen haben, dafür bin ich dankbar."

re/Mangfall-Bote

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