Jeder bekommt "sein" Stück Rasen

Hier wird ab Frühjahr gebaut, bereits jetzt können sich die Bürger ein Stück vom Rasen sichern.
+
Hier wird ab Frühjahr gebaut, bereits jetzt können sich die Bürger ein Stück vom Rasen sichern.

Stephanskirchen - Ein echtes Bürgerprojekt ist der neue Kunstrasenplatz des Sportvereins Schloßberg-Stephanskirchen. Jeder kann ein Stück Rasen kaufen!

Denn jeder Einwohner kann ein Stück vom Rasen erwerben und damit eine Patenschaft für das sportliche Grün übernehmen. Am Wochenende startet die symbolische Verkaufsaktion.

Das Vereinsheim des SVS erinnert derzeit eher an die Zentrale eines Kleinunternehmens: Baupläne bedecken die Tische, Aktenordner mit Finanzierungskonzepten stapeln sich, Computer beherrschen das Bild. Das 13-köpfige Projektteam, das alle organisatorischen Fäden für den Bau des Kunstrasenplatzes in der Hand hält, arbeitet zudem so konzentriert, dass sich so manche Unternehmensabteilung davon eine Scheibe abschneiden könnte. "Wir sind eine tolle Truppe", lobt Hubert Lechner, Vorsitzender des Sportvereins und Leiter des Bauprojektes in Personalunion, die effiziente Arbeitsweise der drei Projektgruppen.

Ihre Mitglieder Peter Berger, Andreas Sandbichler, Josef Katzer, Petra und Thomas Hofmann, Georg Bitter, Alexandra Leicher, Peter Stein, Andreas Jörns, Günther Juraschek, Anton Meyer und Uwe Klützmann-Hoffmann sind aktive Sportler, bei denen derzeit jedoch in erster Linie die kleinen grauen Zellen in Bewegung sind. Denn es gibt noch viel zu tun auf dem Weg zum neuen Fußballplatz. Der Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, den Bau mit 450.000 Euro aus dem kommunalen Haushalt zu unterstützen, ist im Herbst gefallen, die Bereitstellung der restlichen Mittel in Höhe von 300.000 Euro ist nun Sache der Sportler. Sie erwarten eine Förderung von 140.000 bis 150.000 Euro durch den Bayerischen Landessportverband. Die restlichen Gelder müssen durch Spenden und Sponsoring, aber auch durch finanzielle und tatkräftige Eigenleistungen auf der Baustelle selber aufgebracht werden.

Eine große Herausforderung, die SVS-Vorstand Lechner wie ein professioneller Projektmanager, der er auch im Hauptberuf ist, anpackt - mit einem Team engagierter Projektanten, die sich regelmäßig zu "Statusmeetings" treffen und fleißig Aufgabe für Aufgabe abarbeiten. Startbereit ist das ungewöhnliche Sponsoringprojekt. Für unterschiedlich hohe Beträge (ab zehn Euro pro Quadratmeter) können die Bürger ein Stück vom 5828 Quadratmeter großen Kunstrasen erwerben. Sogar der Mittelkreis, der Torraum oder der Elfmeterpunkt suchen Paten, die auf einem imaginären Feld im Internet verewigt werden. Am ersten und dritten Advent ist zudem auch beim SVS "verkaufsoffener Samstag": In der Geschäftsstelle in Waldering können interessierte Bürger ihr Stück vom Rasen erwerben.

Der Sportverein hofft darauf, dass nicht nur Fußballfans ihr Kaufinteresse zeigen. Denn der neue Kunstrasenplatz kommt indirekt allen sportbegeisterten Stephanskirchenern zugute. Denn alle Abteilungen des Vereins leiden unter den beengten Trainingskapazitäten. Im Winter wird diese Situation noch dadurch verschärft, dass auch die Fußballer in die Hallen ausweichen müssen. Deren Raumangebot ist jedoch aufgrund der zunehmenden Ganztagsangebote der Otfried-Preußler-Schule weitaus begrenzter als früher. Der Platzmangel bei den Trainingseinheiten hat zwischenzeitlich schon dazu geführt, dass beim Fußballnachwuchs des SVS ein Aufnahmestopp greifen musste. Durch den Kunstrasenplatz, dessen Bau im Frühjahr 2012 beginnt, sollen weitere Nachwuchsaktivitäten möglich werden und die bereits bestehenden 14 Kinder- und Jugendmannschaften konstant gute Trainingsmöglichkeiten bei allen Witterungen erhalten, erläutert Lechner.

duc/OVB

Kommentare