Nach Eklat in Gemeinderatssitzung: Betroffener setzt Bürgermeister Frist

Jetzt droht ein juristisches Nachspiel

Riedering - Der Eklat bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Riedering hat möglicherweise ein juristisches Nachspiel. Vorwurf: Ehrverletzung und bewusste Rufschädigung!

Lorenz Pronnet junior, einer der Gemeindebürger, die vom langjährigen Verwaltungschef Franz Xaver Kratzer in der Sitzung attackiert worden waren, hat dessen Verhalten in einem Brief an Bürgermeister Josef Häusler heftig kritisiert. "Dies ist nicht nur ein Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte, sondern unzweifelhaft eine Ehrverletzung und bewusste Rufschädigung", heißt es in dem Schreiben.

Pronnet, der gestern in Prag weilte, hat den Bürgermeister aufgefordert, ihm den kompletten Wortlaut von Kratzers Äußerungen im Hinblick auf seine Person binnen einer Woche schriflich zukommen zu lassen. Außerdem ließ er Häusler wissen, dass er mit "tiefer Bestürzung" zur Kenntnis nehme, dass während der Gemeinderatssitzung nichts unternommen worden sei, um die Angriffe gegen ihn zu unterbinden. Er sei es gewohnt, sich in der Sache intensiv und auch kontrovers auseinanderzusetzen, persönliche Attacken entsprächen allerdings weder seinem Verständnis von gegenseitigem Respekt noch seinem Demokratie-Verständnis. Er lässt den Bürgermeister wissen, dass er sich rechtliche Schritte vorbehalte, diese aber von dessen "persönlicher Äußerung in der Thematik" abhängig mache.

Häusler hat sich gegenüber dem OVB nicht festlegen wollen, ob er Pronnets Forderung nachkommt. "Ich lasse das Schreiben jetzt erst einmal prüfen", sagte der Bürgermeister. Erst nach Abschluss dieser Prüfung entscheide er über das weitere Vorgehen. Das Gemeindeoberhaupt bedauert, dass der Vorfall in der Sitzung des Gemeinderats solch hohe Wellen im Ort schlage.

Mit Kratzer hat der Bürgermeister gestern über den Vorfall gesprochen. "Ich habe ihm deutlich gesagt, dass sein Vorgehen nicht in Ordnung war." Häusler hatte bereits in seiner ersten Stellungnahme gegenüber dem OVB gesagt, Kratzers Attacken hätten ihn überrascht.

Norbert Kotter/Oberbayerisches Volksblatt

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