Wie ein „Kampf gegen Windmühlenflügel“

Vogtareuth – Seit Monaten bemüht sich der Gemeinderat Vogtareuth gemeinsam mit den betroffenen Bürgern um Verkehrsberuhigungen für die Ortsdurchfahrt. Doch der große Durchbruch lässt auf sich warten.

Die Geduld vieler Ratsmitglieder scheint erschöpft angesichts der Tatsache, dass es noch immer keine Entscheidung zur Frage gibt, ob gegen die Nichtzulassung der Revision zur gerichtlichen Ablehnung der geplanten Ortsumgehung geklagt werden kann. Auch bei den Bemühungen um Verkehrsberuhigungen in der Durchfahrt, die zwischenzeitlich für Entspannung sorgen sollen, kommt die Gemeinde kaum weiter, bedauerte Bürgermeister Matthias Meier in der jüngsten Ratssitzung. Die geforderte Druckampel am Zebrastreifen darf zwar aufgestellt werden, wird jedoch nicht vom Freistaat bezahlt, kündigte er an. Die Investitionskosten muss die Gemeinde tragen.

Harald Grella (Bürgerliste) reagierte außerdem mit großer Empörung auf die Tatsache, dass es nach wie vor keine positive Entscheidung zu der von ihm geforderten Geschwindigkeitsreduzierung im Ortskern auf 30 Kilometer in der Stunde gibt. Seiner Erfahrung nach gibt es sehr wohl Staatsstraßen, auf denen eine solche Beschränkung durchgeführt worden ist. "Warum dann nicht bei uns, wo die Probleme gewaltig sind?", fragte Grella verärgert.

Der Vogtareuther Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung außerdem beschlossen, die Anwesen Krankenhausstraße 31 sowie am Kapellenfeld an das zentrale Kanalnetz anzuschließen - natürlich unter dem Vorbehalt, dass die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme berechnet und nachgewiesen wird. Denn nur dann gibt es auch öffentliche Zuschüsse. Dass der Anschluss bis heute auf sich warten gelassen hat, stieß im Gemeinderat auf Unverständnis. Der "gesunde Menschenverstand", so Dritter Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (Überparteiliche Wählergemeinschaft), sage jedem, der die zentrale Lage der Grundstücke kenne, dass ein Anschluss an die kommunale Abwasserbeseitigung hier sinnvoll sei. "Woanders wird auch gepumpt", wies Grella darauf hin, dass schließlich zahlreiche Außenbereiche angeschlossen seien.

Eine beruhigende Stellungnahme gab es zu einer Anfrage von Josef Stadlhuber (Aktiv für unsere Gemeinde). Der Ratsherr wollte wissen, ob auch in Vogtareuth die Gefahr bestehe, dass Adressen vom Einwohnermeldeamt weitergegeben würden. Solche Fälle aus anderen Kommunen hatten in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Der Bürgermeister stellte dazu fest, dass sich die Gemeinde Vogtareuth einem Datensicherungsverband angeschlossen hat, der den Schutz garantiere. duc

Rubriklistenbild: © dpa

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