Kolbermoor: Kanalbau schreitet weiter voran

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Kolbermoor - Die Kanalisierung des Stadtgebietes geht dieses Jahr in die nächste Runde: Mitte April soll der Abschnitt westlich der Aiblinger Au in Angriff genommen werden.

Der Stadtrat stimmte diesbezüglich in jüngster Sitzung einem Antrag auf vorzeitigen Baubeginn zu, um sich Zuschussgelder für die Maßnahme zu sichern. Die Kostenschätzung für den nunmehr letzten großen Bauabschnitt beläuft sich auf 1,56 Millionen Euro.


Das Priener Planungsbüro Dippold und Gerold stellte dem Stadtrat in jüngster Sitzung den nächsten Abschnitt vor (Bauabschnitt 05): den Bereich westlich des Kaltenbrunnbachs bis nach Pullach, vorgesehen für die Jahre 2011 und 2012.

Mit Beginn der Osterferien Mitte April soll nach Angaben des Planungsbüros mit Los eins begonnen werden, das die Birkenstraße und den Straßenzug Am Oberwöhr beinhaltet. Ein Jahr später folgt schließlich Los zwei mit den Anwesen westlich der Straße Am Oberwöhr bis hin zum Pullacher Kreisel.


Bereits im vergangenen Sommer hatten sich die Kanalisierungsarbeiten in Richtung Aiblinger Au bewegt, wie Diplom-Ingenieur Jörg Huber von Dippold und Gerold erinnerte: Im Bereich Zugspitzstraße war ein Sammler errichtet worden, dann folgten Blumenstraße und Asternweg, bevor sich der Hauptleitungsbau - laut Bauamt mit genügend Reserven versehen - weiter entlang der Staatsstraße bis zum Kaltenbrunnbach bewegte. Einzige Lücke: die Austraße. Sie war wegen ungeklärter Grundstücksfragen zurückgestellt worden und soll dem Bauamt zufolge bei Einigung nach Abschluss der Gesamtmaßnahme an die zentrale Kanalisation angeschlossen werden.

Viele Berechnungen waren bei der Planung der nächsten beiden Vorhaben notwendig gewesen: Durch den hohen Grundwasserstand bei einem bis 1,50 Meter unter der Oberfläche sowie der teils geringen Straßenbreite sei das Arbeiten mit Freispiegelkanälen mit Schwierigkeiten verbunden, so Planer Huber, weshalb verschiedene Pumpstationen eingerichtet werden müssten, um das Abwasser zur Hauptleitung entlang der Staatsstraße zu führen - "alles andere wäre nicht mehr wirtschaftlich, weil wir zu tief graben müssten", erläuterte der Diplom-Ingenieur.

Hinzu kommt im Zuge der Kanalisierung die Erneuerung der Wasserleitungen im Bereich Am Oberwöhr, da "uralt" und bislang über Privatgrundstücke verlaufend, wie Bauamtsleiter Andreas Meixner ausführte. Kostenpunkt hierfür: rund 150000 Euro.

Weitaus kostspieliger gestaltet sich die Kanalisierung. Rund 1,15 Millionen Euro setzten die Planer für die Maßnahmen in 2011 an, weitere 410000 Euro schlagen in 2012 zu Buche. Doch nicht alles geht zu Lasten der Stadtkasse, auch der Freistaat beteiligt sich über das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim mit Zuschüssen. Als zuwendungsfähig setzt das Planungsbüro bei Gesamtkosten von 1,56 Millionen Euro etwa 821000 Euro an bei einem Fördersatz von 62,52 Prozent.

Um in den Genuss eben jener Förderung zu gelangen, ist von Seiten der Stadt nun der vorzeitige Baubeginn der Maßnahme beim Wasserwirtschaftsamt zu beantragen - ein Schritt, dem der Stadtrat jüngst einhellig zustimmte. Parallel dazu erfolgen die Ausschreibung und bis Ende März schließlich die Vergabe. Den Baustart setzt das Büro für den 18. April an, die Fertigstellung wiederum für Ende September.

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