Neue Regelung

Kommt jetzt der Run auf FFP2-Masken? So sieht es in der Region Rosenheim und Mühldorf aus

Gerüstet für die erhöhte Nachfrage nach FFP2-Masken. Die Mitarbeiter der Kur-Apotheke in Bad Aibling (von links): Anush Scholz, Sigrid Hetz und Tullio Torta.
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Gerüstet für die erhöhte Nachfrage nach FFP2-Masken. Die Mitarbeiter der Kur-Apotheke in Bad Aibling (von links): Anush Scholz, Sigrid Hetz und Tullio Torta.

Wer am Montag einkaufen will oder sich mit dem öffentlichen Personennahverkehr bewegt, muss eine FFP2-Maske tragen. Der neuerliche Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder lässt bei Sozialverbänden mitunter die Alarmglocken schrillen. Die Masken sind merklich teurer als andere.

Rosenheim - Entsprechend fordert der Landesvorsitzende der bayerischen Arbeiterwohlfahrt, Thomas Beyer, inzwischen die Staatsregierung auf, FFP2-Masken kostenfrei an die Bevölkerung auszugeben. „Wenn Fachleute FFP2-Masken nur zur Einmalnutzung zulassen und das Stück mindestens 2 Euro kostet, dann überfordert der Freistaat Bayern nicht nur Grundsicherungsempfänger und Menschen mit wenig Einkommen, sondern auch Familien und alle Arbeitnehmer, die täglich mit dem ÖPNV pendeln müssen“, zitiert der Verband seinen Vorsitzenden in einer Pressemitteilung zitiert.

Zwischen 2,50 und 2,50 Euro pro Stück

Beyers Forderung ist nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn tatsächlich sind die FFP2-Masken natürlich nicht unerschwinglich teuer; bei Einkommensschwachen oder gar Mittellosen dürfte die neue Pflichtbedeckung aber durchaus ein größeres Loch in die Haushaltskasse reißen.

Zwischen 2,50  und 3,50 Euro kosten die Masken pro Stück – je nach Packungsgröße. Preisliche Abweichungen nach oben oder unten sind aber durchaus möglich, denn auch die Herkunft des Mund-Nasen-Schutzes und die Qualität spielen naturgemäß eine Rolle.

Nachfrage gestiegen

Die Nachfrage nach FFP2-Masken im Kreis ist zumindest nach Bekanntwerden der neuen Bestimmungen aus München merklich gestiegen, wie die Geschäftsführer einiger Apotheken im Landkreis berichten. Dennoch: Bei der Wasserburger „Apotheke am Burgerfeld“ sieht Inhaber Jörg Heider der hohen Nachfrage gelassen entgegen: „Wir haben mehr als genug da“, sagt er auf Anfrage. Der Preis liege bei 3 Euro pro Stück, ab zehn Stück 2,50 Euro. Eine Begrenzung der Stückzahl pro Kunde hat Heider nicht vor.

Gutscheine noch auf dem Weg

Auch Dominik Simon, Inhaber der Rosenheimer Rathaus-Apotheke, ist keinesfalls besorgt darüber, dass ihm die Masken trotz gestiegener Nachfrage ausgehen könnten.

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Ohnehin habe man noch Vorräte aus der jüngsten kostenfreie Abgabe der Bedeckungen an Risikopatienten im Dezember auf Lager. „Zu Hamsterkäufen besteht kein Anlass“, sagt der Apotheker. Aufgefallen sind Simon ¨– neben der vermehrten Nachfrage – vor allem Hilfe suchenden Risikopatienten, die auf ihre Maskengutscheine von ihrer Krankenkasse warten. Hier beruhigt der Pharmazeut und bittet um Geduld, die Kassen schickten die Wertbons vermutlichen innerhalb der kommenden zwei Wochen an jene Mitglieder, denen diese drei Masken zustehen. Für alle anderen liegt der Preis in Simons Apotheke im Schnitt bei 2,50 Euro.

Logistische Herausforderung

Auch in der Bad Aiblinger Kur-Apotheke ist Mitarbeiterin Petra Bramböck in Sachen FFP2-Masken relativ entspannt. Dort lege man vor allem Wert darauf, ausschließlich Abdeckungen aus deutscher Produktion zu beziehen – auch aus Qualitätsgründen.

Hier liegt der Preis für einen Fünferpack der Masken bei circa 15 Euro.

Den dm-Drogeriemarkt in Prien stellt die Ankündigung aus München zumindest vor logistische Herausforderungen. Dort hat man nach Söders Bekanntgabe noch Masken nachgeordert, zu haben zum Preis von 12,95 Euro für fünf Stück. „Mich ärgert, dass man den Handel nicht darüber informiert hat, der das dann irgendwie auffangen muss“, kritisiert die Leiterin der dm-Filiale die Entscheidung aus der Staatskanzlei.

Aufgeweichter Start

Von dort war gestern zu hören, dass der Freistaat rund 2,5 Millionen Bedürftigen kostenfrei zur Verfügung stellen will. Ebenso gab Söder bekannt, dass zum Start der Tragepflicht in Supermärkten und im Nahverkehr etwas weicher ausfallen soll: In der ersten Woche soll eine Kulanzregelung gelten und die Ordnungsbehörden bei Verstößen von Bußgeldern absehen. Ebenso sind Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre nicht verpflichtet, eine FFP2-Maske zu tragen.  

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