Kirchlicher Segen für renovierte Fahne

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Die Fahnenträger Stefan Drexler, Hans Mauer und Florian Funk mit ihrer neu renovierten Trachtenfahne; rechts Hans Dandlberger, Erster Vorsitzender des Trachtenvereins "Alpenrose" Nußdorf.

Nußdorf - Für Trachtenvereine hat ihre Fahne eine besondere Bedeutung. "Sie zeigt einem, wohin man gehört", sagte Pfarrer Josef Reuder anlässlich der Fahnenweihe in der St. Vituskirche zu Nußdorf.

Nach der Messe zogen die rund 120 Trachtler dann, mit der Trachtenfahne voraus, zum Schneiderwirt, um dort ihre Jahresversammlung abzuhalten. 

Im Mittelpunkt der Versammlung stand - besser gesagt - hing dann selbstverständlich die Fahne. "Der im Jahre 1896 gegründete Nußdorfer Trachtenverein schaffte erst 1904 seine erste Fahne an", erinnerte Erster Vorstand Hans Dandelberger. Er konnte aus den alten Vereinsprotokollen sogar den Anschaffungspreis von 530 Reichsmark ausfindig machen. Für die damalige Zeit ein stolzer Preis, wie er meinte. Die Fahne wurde allerdings erst 1929 geweiht und zuvor einer aufwendigen Renovierung unterzogen, für die wieder ein stolze Summe in Höhe von 1280 Reichsmark zu berappen war.

Grund dafür war das damals dafür verwendete Material: die Seide. Sie war für den Verwendungszweck einer "Gebrauchsfahne" nicht geeignet und zeigte recht schnell Schwächen in der Struktur. Sie musste 1966 gegen eine neue Fahne mit gleichen Motiven ersetzt werden, aus Kostengründen wurde sie wieder in Seide angeschafft.

Im vergangenen Jahr wurde die Fahne für 2880 Euro grundlegend renoviert und erscheint jetzt in neuem Glanz. Grund genug für den traditionsreichen Trachtenverein, diese Fahne durch Pfarrer Josef Reuder weihen zu lassen.

In seinem sehr ausführlichen Jahresbericht stellte Schriftführer Andreas Maier die Aktivitäten des vergangenen Jahres dar. Neben den vielen Teilnahmen an regionalen und überregionalen Treffen von Trachtenvereinen nimmt der Trachtenverein eine bedeutende Stellung im Nußdorfer Gemeindeleben ein. Einer der Höhepunkte war sicherlich die Aufführung des Theaterstückes "Die Millionenoma". Mit diesem Lustspiel aus der Feder von Monika Steinbacher sorgte das Theaterensemble unter der Spielleitung von Hans Oberauer für eine gelungene Abendunterhaltung. Alle Vorstellungen waren bis auf den letzten Platz ausverkauft. Auch in diesem Jahr wird es wieder ein neues Theaterstück geben. Der Titel des Lustspiel "Theater auf der Küchenbank", verspricht schon jetzt eine spritzige Komödie, spannend vom ersten bis zum letzten Vorhang, so- dass kein Auge trocken bleiben dürfte. Der Vierakter wird in der Zeit vom 20. bis 28. März im Saal beim Schneiderwirt aufgeführt, wie Andy Weyerer berichtete. Der Kartenvorverkauf erfolgt über den Verkehrsverein und über die Gemeinde Nußdorf.

Leonhardifahrt, Fronleichnamsprozession, Dorffest, Adventsmarkt und Christbaumversteigerung sind nur einige Punkte, die auf der Aktivitätenliste des rührigen Vereins stehen. Die "Nußdorfer Goaßlschnalzer" unter Leitung von Sebastian Grandauer konnten anlässlich der letzten bayerischen Meisterschaft den 5. Platz von insgesamt 26 angetretenen Mannschaften belegen. Eine beachtliche Leistung, wenn man berücksichtigt, dass es in Bayern über 100 dieser Gruppen gibt. Allerdings gelang es ihnen aber bislang nicht, die Nußdorfer Gruppengründer, die es immerhin schon auf den 4. Platz gebracht haben, zu überholen; was für Sepp Oberauer junior und seine Kameraden eher eine Herausforderung für die kommende Meisterschaft darstellt.

Über ihren Nachwuchs müssen sich die Trachtler auch keine Sorgen machen, zählen doch zur Kindergruppe 23 Mädchen und Jungen, während die Jugendgruppe über 17 Mitglieder verfügt. Drei von ihnen sind in der Gaugruppe des Inngau-Trachtenverbandes vertreten, was sicherlich als Auszeichnung für ihre Leistung zu verstehen ist. Die Musikabteilung unter Leitung von Rudi Hitzler wird auch in diesem Jahr ein Passionssingen in der St.-Vitus-Kirche durchführen. Neben traditioneller Kirchenmusik werden auch für die Passionszeit typische Volksweisen erklingen.

Für die musikalische Unterhaltung während der Jahresversammlung sorgte die Jugendgruppe der Nußdorfer Musikkapelle unter Leitung von Franz Weyerer. Die Grußworte für die Gemeinde überbrachte Nußdorfs Zweiter Bürgermeister Christoph Niederthanner. stv

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