Kleine Spange kommt in Ausbauplan

Stephanskirchen – Staus, Lärm und Abgase: Die T-Kreuzung Vogtareuther Straße/Salzburger Straße ist seit Jahren stark überlastet. Als Lösung gilt eine kleine Spange.

Die "Vogtareuther Spange" wird nach Informationen von Bürgermeister Rainer Auer definitiv in den Ausbauplan für Staatsstraßen, der 2011 eine Fortschreibung erhält, aufgenommen. "Wir kommen drauf, wissen nur noch nicht, wo", brachte Bauamtsleiter Wolfgang Arnst im Gemeinderat Aussagen des Staatlichen Straßenbauamtes auf den Punkt. Der Bürgermeister hat außerdem bereits Gespräche mit den beiden Grundeigentümern geführt. Ein Eigentümer habe sich verhandlungsbereit, einer "unbeweglich" gezeigt, teilte Auer mit.


Der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner hatte sich bei einem Ortstermin in Schloßberg ebenfalls für die kleine Spange stark gemacht. Er sieht die Gefahr, dass mit dem Beginn der Baumaßnahmen für die Bundesstraße 15 westlich von Rosenheim die Verkehrsströme Richtung Schloßberg noch weiter zunehmen werden. Stöttner prophezeit, dass sich vor allem der Schwerverkehr über Griesstätt und Vogtareuth Richtung Stephanskirchen verlagert und spätestens an der T-Kreuzung zum Stauen kommt. Deshalb bestehe akuter Handlungsbedarf, sei eine deutliche Willensbekundung der Gemeinde zum Bau der Spange vonnöten.

Die Kommune könnte nach Überzeugung von Stöttner das Heft sogar selber in die Hand nehmen. Eine Alternative sei ein Mitteltopf für Maßnahmen an Staatsstraßenkreuzungen, die in kommunaler Sonderbaulast durchgeführt würden. Bei einer Fortsetzung des Programms könne mit Förderungen von 50 bis 60 Prozent gerechnet werden. Die Gemeinde müsse für die Spange die Bauträgerschaft übernehmen, könne sie mit den zu erwartenden Zuschüssen erstellen und danach wieder in die Straßenbaulast der Staates übergeben, erläutert Stöttner das Prozedere. Für den knappen Kilometer Straße sei nach Auskunft des Straßenbauamtes mit Kosten in Höhe von etwa einer Million Euro zu rechnen. 500000 würden von der Kommune zu finanzieren sein - gestreckt auf zwei Jahre. Der Bürgermeister warnt jedoch davor, vorzupreschen, wenn noch gar nicht feststehe, welche Priorität die Spange im neuen Ausbauplan des Freistaates erhalten werde. "Grundsätzlich sollte sich eine Kommune nicht staatliche Aufgaben aufhalsen lassen", findet er.


Die CSU-Fraktion will jetzt mit einem Antrag zum Haushalt 2011 neue Bewegung in das Vorhaben bringen. Fraktionsvorsitzender Dr. Rolf-Jürgen Löffler fordert darin die Gemeinde auf, eine grobe Planungsstudie für die Trassierung der kleinen Spange samt Anbindung Richtung Schloßberg zu erstellen. "Denn wir sehen darin eine echte Verkehrsentlastung von Schloßberg, Gehering und Kragling - vor allem vom Schwerlastverkehr", betont CSU-Ortsverbandsvorsitzender Karl Mair.

Ganz anders die Meinung der SPD-Fraktionsvorsitzenden Margit Sievi. Sie be-fürchtete schon im vergangenen Jahr bei den Beratungen zur kommunalen Prioritätenliste, auf der die Spange steht, dass der Bau als "Signal an Rosenheim", den Widerstand gegen den Bau der Nordumgehung samt dritter Innbrücke aufgegeben zu haben, gewertet wird. An der klaren Position des Gemeinderates gegen die dritte Innbrücke dürfe jedoch nicht gerüttelt werden. Stöttner verweist jedoch auf die Tatsache, dass die Bauarbeiten für die Westtangente etwa zehn Jahre dauern und danach erst einmal die Verkehrsströme gemessen würden, um neue Erkenntnisse für eine mögliche dritte Innbrücke zu erhalten. Außerdem werde dieses Brückenbauwerk mindestens 60 Millionen Euro verschlingen, was vorerst nicht zu finanzieren sei.

"Warum den Schloßbergern den Verkehr jetzt aufhalsen, nur um eine Signalwirkung für Baumaßnahmen zu verhindern, die vielleicht erst in 25 Jahren zu realisieren sind?" Margit Sievi von der SPD zweifelt jedoch auch die entlastende Wirkung der Spange an. Sie ziehe den Schwerlastverkehr erst an und könne auch den Zielverkehr von und nach Rosenheim, der die Salzburger Straße verstopfe und ein Linksabbiegen von der Vogtareuther Straße erschwere, nicht verhindern.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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