Zentrales Projekt: Rathaus-Neubau

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Rathaus im modernen Stiel

Kolbermoor - Ob Rathaus-Neubau, Bürgerhaus oder Schulsanierungen – der Kolbermoorer Stadtrat hat im Jahr 2010 eine Vielzahl von Projekten auf den Weg gebracht.

Mit einem Rückblick auf ein „ereignisreiches Jahr“ schloss Bürgermeister Peter Kloo die Jahresschlusssitzung des Stadtrates. Bilanz zogen auch die Sprecher der einzelnen Fraktionen.

Architektenwettbewerb im Februar (Gewinner Büro Behnisch-Architekten aus Stuttgart), Planungen im Arbeitskreis und schließlich der Baubeschluss im November - der geplante Neubau des Rathauses samt Räumen für die Stadtbücherei und Volkshochschule bestimmte die Arbeit von Stadtrat und Verwaltung im abgelaufenen Jahr.

Als ein Ziel hob Bürgermeister Kloo hervor, die Bürger über die Rathausplanungen stets ausführlich zu informieren. Das Interesse der Bevölkerung bei der Präsentation der Wettbewerbsmodelle sei entsprechend groß gewesen, so Kloo. Aktueller Stand der Dinge: Die Entwurfsplanung ist von Seiten des Stadtrates bewilligt (Kosten: 10,8 Millionen Euro), nun geht es an die Baugenehmigung des Landratsamtes. Mit dem Baustart rechnet der Rathauschef im Frühsommer, die Fertigstellung ist bis Ende 2012 vorgesehen - pünktlich zum Jubiläumsjahr "150 Jahre Kolbermoor" in 2013 soll der Neubau bereits bezogen sein. Dann folgen Abbruch des Altbaus sowie die Weiterentwicklung des gesamten Quartiers mit einem Wohn- und Geschäftshaus, Umbau der Rosenheimer Straße mit Minikreiseln statt der Ampeln und einem Parkdeck an der Ecke Ludwig-/Friedrich-Ebert-Straße.

Als weiteres großes Projekt hob der Bürgermeister in seinem Rückblick das künftige Bürgerhaus Von-Bippen-Straße 21 hervor: Hier entsteht bis zum Frühjahr (Anfang April) im Erdgeschoss sowie zum Innenhof hin ein Zentrum für die Senioren der Stadt (Träger Diakonie), in den beiden Obergeschossen zudem sechs barrierefreie Wohnungen samt Aufzug - "ein Projekt, das angesichts der Entwicklung der Altersstruktur unserer Bürger einen wichtigen Beitrag zur Infrastruktur und Daseinsvorsorge darstellt", so Kloo, der zudem die Bedeutung der Städtebauförderung hervorhob: Fördermittel aus dem Programm "Soziale Stadt" würden nicht nur die Sanierung der Bausubstanz unterstützen, vielmehr könnten durch die Gelder auch wichtige soziale Projekte wie Senioren- und Jugendarbeit sowie Integration angepackt werden, betonte Kloo. Er appellierte in diesem Zusammenhang an eine Korrektur der Beschlüsse des Bundeskabinetts, die Städtebauförderung zu kürzen. Seine Forderung: "intelligentes Sparen". "Wer an der Städtebauförderung spart, offenbart einen Mangel der dabei geforderten Intelligenz, denn jeder Euro, den Bund und Länder in die Städtebauförderung stecken, generiert zwei Euro an Investitionen."

Hochwasserschutz: Abschnitt fertig

Ebenfalls ein "kostspieliger" Schwerpunkt in 2010: der Hochwasserschutz. Mit Fertigstellung des Bauabschnittes zwei an der Mangfall sei ein weiterer Schritt zur Sicherung von bebauten Gebieten erfolgt, freute sich Kloo, wenn auch weniger über die Mitfinanzierung der Stadt von Aufgaben des Freistaates. Erfreulich wiederum: Durch die Verlegung des Kaltenbrunnbachs sei ein weiteres kleines Naherholungsgebiet entstanden.

Bereits angelaufen seien die nächsten Hochwasserschutzmaßnahmen an der Mangfall mit Arbeiten auf der "Insel" zwischen Mangfall und Kanal, geplante Fertigstellung in 2011 - "damit wäre dann wieder ein Meilenstein im Ausbau des Hochwasserschutzes an der Mangfall erreicht", so Kloo.

Nicht ohne Stolz blickte der Bürgermeister auch auf Veranstaltungshöhepunkte zurück wie die achte Schmiede-Biennale im August, das Wasserfest, das Zauberfestival und den Christkindlmarkt - "es hat sich was gerührt in Kolbermoor, unserer Stadt voller Leben", betonte Kloo.

Mit einem Dank an Stadtrat, Verwaltung sowie alle Ehrenamtlichen und Helfer schloss der Rathauschef seine Ausführungen.

Projekte und Veranstaltungen in 2010 streiften denn auch die einzelnen Stadtratsfraktionen in ihren Rückblicken, allen voran Günther Zellner für die CSU. Er hob unter anderem den Bereich Stadtmarketing hervor, eine Investition, die sich bezahlt mache, zeigte er sich überzeugt. Zellner verwies in diesem Zusammenhang auf die Präsentation Kolbermoors auf der Landesgartenschau, die Verbesserungen beim Schmiedefest und die neuen Wegweiser. Gespannt blickt er der 150-Jahr-Feier in 2013 entgegen.

Viel in die Schulen investiert

Weiter rief Zellner die energetische Sanierung der Adolf-Rasp-Grundschule in Erinnerung, ebenso die Ernennung der Pauline-Thoma-Schule zur Mittelschule. In 2011 folgen nun die Brandschutzertüchtigung der Adolf-Rasp-Schule und der Ausbau der Mangfallschule an der Rainerstraße zur Ganztagesschule mit Anbindung des Harrer-Hauses.

Neben dem Rathaus-Neubau sieht Zellner in der Zukunft weitere Aufgaben in der Lösung der Kolbermoorer Verkehrsprobleme, der Entwicklung des Conradty-Geländes sowie der Weiterentwicklung auf dem Spinnerei-Areal, aber auch der Integration ausländischer Mitbürger maß er Bedeutung bei, bevor er ebenfalls mit einem Dank an die Stadt und alle engagierten Bürger schloss.

Als eine "sehr spannende Aufgabe" bezeichnete Stadtrat Florian Spannagl für die SPD die Rathausplanung - nun habe man die Aufgabe, das Gebäude auch mit Leben zu füllen. "Das Wohl der Stadt und der Dienst an der Allgemeinheit sollte unser oberstes Ziel sein", so Spannagl, der für die verhinderte Fraktionssprecherin Dagmar Levin auf das Stadtratsjahr zurückblickte. Zudem regte er seine Ratskollegen an, auch in diesem Jahr wieder das Sitzungsgeld der Jahresschlusssitzung an die Kolbermoorer Tafel zu spenden.

Großes Lob für das Stadtmarketing hatte Freie-Wähler-Fraktionssprecher Alfred Thunig, zahlreiche Projekte seien auf den Weg gebracht oder "veredelt" worden. Nun gelte es, bereits die Weichen für das Jubiläumsjahr 2013 zu stellen. "Bauchschmerzen" würden seiner Fraktion indes die Schulsanierungen und Umbauten zur Ganztagsschule bereiten - "kann die demographische Entwicklung Kolbermoors diese hohen Kosten noch rechtfertigen?"

"Finanzierbarkeiten hinterfragen"

Das neue Rathaus sieht Thunig indes als Chance für die Stadt: "Final entsteht ein attraktiver Stadtteil mit Nutzungskonzepten eines modernen Miteinanders." Für 2011 appellierte Thunig daran, bereits angedachte und auch neue Projekte in ihrer Finanzierbarkeit noch kritischer zu hinterfragen. "Auch in Zukunft soll Kolbermoor und seine wirtschaftliche Situation überschaubar bleiben."

Mitunter auch kritische Anmerkungen kamen von Seiten der Grünen Liste Kolbermoor. Georg Kustermann lobte zum einen Verbesserungen wie die energetische Sanierung der Adolf-Rasp-Schule, die Einführung der Mittelschule sowie von Grundschul-Ganztagszügen, die Einrichtung eines Bürgerhauses und die neue "Visitenkarte" der Stadt durch das Stadtmarketing - doch er sparte auch nicht an Kritik: Beim kürzlich angeschafften Dienstfahrzeug des Bürgermeisters vermisste er die neueste Technologie, beim Fußgängersteg über den Werkskanal auf dem Spinnereiareal die Barrierefreiheit - letztere sei jedoch aus Platzgründen nicht zu realisieren gewesen, bemerkte Bürgermeister Kloo einmal mehr.

Hinsichtlich Rathausbau zeigte sich Kustermann überzeugt, dass langfristige Werte geschaffen würden, mitunter auch durch die VHS, Stadtbücherei und den Vorplatz, hinzu komme das umfassende Verkehrs- und Energiekonzept. Wie sein Vorredner schloss auch der Grünen-Stadtrat mit einem Dank an alle Ehrenamtlichen.

Mangfall-Bote

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