Finanzkraft der Stadt steigt weiter an

Kolbermoor - Die Finanzlage der Stadt Kolbermoor ist stabil: Die Steuerkraft der Kommune stieg zuletzt um vier Prozent an, so die erfreuliche Nachricht von Bürgermeister Peter Kloo auf der Bürgerversammlung im Mareissaal.

Ebenfalls positiv: Die Finanzkrise wirkte sich nicht auf die Gewerbesteuer aus, lediglich der Einkommenssteueranteil erfuhr gegenüber den Vorjahren einen leichten Rückgang.


Einen Überblick über die Finanzen der Stadt gab der Rathauschef auf der Bürgerversammlung: "In Bezug auf die Gewerbesteuer haben wir die Finanzkrise gut überstanden", betonte Bürgermeister Kloo und zeigte sich optimistisch, auch in diesem Jahr wieder die Fünf-Millionen-Grenze erreichen zu können.

Auch insgesamt gesehen habe Kolbermoor die Krise aufgrund der breiten Finanzierungsgrundlage "relativ gut weggesteckt", führte das Stadtoberhaupt aus. Mit aller Deutlichkeit stellte sich Kloo gegen die auf Bundesebene diskutierte Abschaffung der Gewerbesteuer und einen Ausgleich über die Einkommenssteuer - "das käme nur der Industrie zugute und ginge zu Lasten der Arbeitnehmer."


Erfreut zeigte sich Kloo über die steigende Steuerkraft der Stadt um aktuell vier Prozent, was sich allerdings auch auf die Kreisumlage auswirkt: Mit 7,1 Millionen "Abgabe" an den Kreishaushalt wird Kolbermoor in 2011 einen Höchststand erreichen - schon in diesem Jahr war die Kreisumlage nach den Worten von Kloo der größte Ausgabeposten im städtischen Haushalt. "Was aber auch ein Zeichen dafür ist, dass unsere Leistungsfähigkeit enorm zugenommen hat", so der Bürgermeister.

Die Finanzen der Stadt sind in den kommenden Jahren vor allem von einem Vorhaben geprägt: dem Rathaus-Neubau samt VHS und Bücherei. Möglichst im April 2011 soll mit dem Bau begonnen werden, mit der Fertigstellung und Abriss des Altbaus rechnet die Stadt bis 2013. Als weitere anstehende Projekte nannte Kloo den Straßen- und Kanalbau, Wohnungsbau sowie den Hochwasserschutz - "alles nachhaltige Investitionen", betonte er.

Vergleichsweise konstant gestaltete sich die Schuldenentwicklung der Stadt seit 2008, aktuell auf knapp 22 Millionen Euro beziffert und damit deutlich unter dem Höchststand im Jahr 2005 mit 25 Millionen Euro. Im Gegenzug wurde seit 2004 kräftig investiert, wie Kloo aufzeigte: der Neubau der Pauline-Thoma-Schule samt Turnhalle und Sportanlagen für rund 20 Millionen Euro, Wohnungsbau (1,5 bis 2,0 Millionen Euro pro Jahr), der Hochwasserschutz mit einer weiteren Million Euro und auch der Kanalbau - "darin haben wir ebenfalls einige Millionen investiert." Im kommenden Jahr soll in diesem Zusammenhang die Kanalisierung entlang der Staatsstraße 2078 bis nach Pullach fortgeführt werden. Diesen Sommer/Herbst wurde bereits der Abschnitt Aiblinger Au/Blumenstraße bis zum Kaltenbrunnbach abgeschlossen. Kosten: 600000 Euro.

Die Pro-Kopf-Verschuldung bewegt sich nach Angaben des Bürgermeisters bei 1336 Euro pro Einwohner - "keine dramatische Entwicklung", betonte Kloo, der zudem ausführte, rund 44 Prozent der Schulden würden sich auf kostendeckende Einrichtungen beziehen wie Wohnungen, Wasser, Abwasser etc. und seien damit durch laufende Einnahmen und Beiträge gedeckt.

Für das kommende Jahr erwartete sich Kloo ebenfalls einen stabilen Haushalt, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte. Das Grundgerüst werde bereits gesteckt, mit einer Verabschiedung des Haushaltsplans 2011 im Stadtrat rechnet der Bürgermeister jedoch nicht vor Februar/März.

Mangfall-Bote

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