A8-Ausbau: Diskussion um Tempolimit auf deutschen und österreichischen Autobahnen

Tempolimit auf der A8? Das sagen Leser in unserer Umfrage

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Landkreis - Braucht es ein durchgehendes Tempolimit auf der A8 oder auf deutschen Autobahnen generell? Hier die Ergebnisse unserer Umfrage:

Nahezu unentschieden - so haben unsere Leser in der Umfrage zum Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen entschieden. Demnach sagen Knapp 46 Prozent der Teilnehmer, dass die Autobahnen mit einem durchgehenden Tempolimit sicherer würden.

Fast 42 Prozent der 809 Teilnehmer sind jedoch der Meinung, dass ein grundsätzliches Tempolimit auf deutschen Autobahnen und schon gar nicht auf der A8 notwendig ist. Rund 13 Prozent geben an, dass man auf der A8 eh selten schneller vorwärts komme.

Kommentare zum Thema

Unterdessen wird auch heftig über die Analyse des österreichischen Verkehrsclubs diskutiert. Zum Beispiel auf unseren Facebook-Seiten; anbei eine Auswahl an Kommentaren:

  • "Schön das mal zu lesen. Es gibt ja hierzulande genug Ignoranten, die ständig das Gegenteil behaupten, und das mit dubiosen Begründungen ("Unsere Autobahnen sind die sichersten Straßen", "Die meisten Unfälle passieren bei niedriger Geschwindigkeit", "Ich fühle mich in meiner Freiheit beschränkt" etc.)"
  • "Da kommt dann aber auch dazu, dass ein großer Teil der Tempolimit-Beführworter dann wieder ideologisch getrieben sind und über das Ziel hinaus schießen. Wenn ich hier Forderungen von flächendeckend 100 auf Autobahnen lese, dann wundert mich nicht, dass es dagegen eine massive Front gibt. Andererseits empfinde ich die 130 die in Österreich und Italien erlaubt sind ziemlich entspannend."
  • "In Kanada haben sie 100 km/h auf der Autobahn. Es fahren dann alle ein wenig schneller (so bis zu 120), und da klappt das wunderbar. Sogar rechts überholen ist dann möglich. Außerdem dürfen da die Trucks auch schneller fahren und bilden dadurch nicht so nervige Hindernisse wie bei uns. Glaub mir, wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat kommt es einem auch nicht mehr so langsam vor. Aber Deutschland ist in dieser Beziehung dermaßen hinten an - zusammen auf einer Stufe mit Somalia, Nordkorea und Afghanistan."
  • "Je langsamer ich auf der Autobahn fahren muss, umso mehr sinkt meine Aufmerksamkeit."
  • "... und der angenehme Nebeneffekt eines generellen Tempolimits in D (das übrigens so gut wie überall auf der Welt normal ist) wäre, dass es unnötig würde immer noch größere Motoren mit noch mehr Verbrauch zu bauen und die deutsche Autoindustrie endlich beginnen könnte sinnvolle zukunftsfähige Autos zu bauen..."
  • "Desto langsamer die Autofahrer fahren müssen, desto mehr Staus gibt es. Ständig zu sehen auf der A8! Es gibt bereits zu viele zu unsinnige Tempolimits. Ich bin eher dafür wieder welche abzubauen!"
  • "Ein situationsbedingtes Tempolimit würde schon vollkommen ausreichen. Dafür muss dieses auch mehr kontrolliert werden und vergehen härter bestraft. Ein "Scheintempolimit", bei dem dich die meisten Autofahrer sowieso überholen bringt definitiv nichts. Wieso man auch auf die 120 km/h beziehungsweise 130 km/h besteht, frage ich mich immer wieder. Bei einem Tesla Model S kann man bis 150 km/h quasi autonom fahren. Meistens ist dies auch die Reisegeschwindigkeit, die am angenehmsten zum Vorwärtskommen ist."
  • "Da gibt es aber auch andere Gutachten, aufgrund derer in Österreich​ auf manchen Strecken das Tempolimit versuchsweise gelockert wird."
  • "Wer von einem Tempolimit überzeugt ist, der konnte das schon seit Jahren für sich entscheiden und entsprechend fahren. Ein Blick auf die Autobahnen: Kaum einer macht es. Wichtig wäre viel mehr angepasstes Tempo und viel weniger Egoismus."
  • "Am besten schon Morgen ein generelles Tempolimit."
  • "Auf der Tiroler Inntalautobahn fließt der Verkehr vollkommen entspannt bei 100-110 km/h dahin und alle sind glücklich. So einfach kann es sein. Und umweltschonend obendrein."

Österreichische Analyse in der Kritik

Die Aussagen der Analyse des Verkehrsclubs stehen jedoch in der Kritik. Als zu eindimensional wird die österreichische Analyse kritisiert. Denn es gibt verschiedene Faktoren, die darin nicht berücksichtigt werden. Ein gravierender Unterschied: In europäischen Statistiken wird meist die Bevölkerungszahl oder die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge ins Verhältnis gesetzt, nicht alleine die Streckenkilometer. Anhand dieser Parameter würde Deutschland statistisch sogar besser als Österreich abschneiden.

Die Schwächen der Analyse:

  1. Wie stark eine Autobahn frequentiert wird und die Anzahl der Fahrzeuge darauf wird nicht berücksichtigt, lediglich die Anzahl der Unfälle und Toten je 1.000 Streckenkilometer.
  2. Aufgrund der höheren Zahl an Verkehrstoten und Unfällen einfach auf das fehlende Tempolimit zu schließen, ist heikel, weil dadurch nicht klar wird, ob erhöhte Geschwindigkeit überhaupt als Unfallursache angesehen werden kann.
  3. Die Fallzahlen sind eher gering, um statistisch relevant zu sein. Und das, obwohl drei Jahre lang untersucht worden ist.
  4. Knapp 40 Prozent des deutschen Streckennetzes werden momentan durch ein dauerhaftes oder temporäres Tempolimit reguliert. Differenziert wird zwischen den regulierten und freigegebenen Abschnitten jedoch nicht in der Analyse.

Österreich (Verkehrstote auf Autobahnen pro Millionen Einwohner und Kraftfahrzeuge)

Deutschland (Verkehrstote auf Autobahnen pro Millionen Einwohner und Kraftfahrzeuge)

2015

5,79/7,63

5,07/6,72

2016

5,26/6,91

4,75/6,27

2017

6,32/8,27

4,89/6,42

(Quelle: Destatis/Statistik Austria)

ksl

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