Nach Kritik am sechsspurigen A8-Ausbau

A8-Stautagebuch widerlegt Zahlen des Bundesrechnungshofes

+
Der FDP-Landtagskandidat hat die Initiative zum A8-Stautagebuch ins Leben gerufen.
  • schließen

Landkreis/A8 - Hundert Tage lang haben der FDP-Landtagskandidat Michael Linnerer aus Raubling und etwa 500 Gleichgesinnte den Verkehr auf der A8 beobachtet. Nun gibt es Ergebnisse, die am Dienstag an die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig übergeben werden.

100 Tage A8 - 38 Tage Stau. Zu diesem Ergebnis kommt das Stautagebuch des FDP-Landtagskandidaten Michael Linnerer. Er und mehr als 500 Anhänger der Facebook-Gruppe "Stautagebuch A8 Rosenheim-Salzburg" haben vom 23. März bis 30. Juni auf der 47,1 Kilometer langen Strecke von Bernau am Chiemsee bis Piding gemessen.

Weitere Informationen

Am Dienstag sollen die Ergebnisse in einem Abschlussbericht an die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (CSU) übergeben werden. "Der sechsspurige Ausbau der Autobahn A8 München–Salzburg zwischen dem Chiemsee und der Landesgrenze ist beim Bundesrechnungshof auf Kritik gestoßen", erklärt sie. "Seiner Ansicht nach würde ein vierspuriger Ausbau für den täglichen Verkehr von durchschnittlich 50.000 Fahrzeugen ausreichen."

Bundesrechnungshof geht von 26 Stautagen pro Jahr aus

Eine Meinung, die für die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Daniela Ludwig nicht nachvollziehbar ist. Daher will sie sich weiterhin für einen sechsspurigen Ausbau plus Standstreifen einsetzen.

Die Kritik des Bundesrechnungshofes ist auch Anlass für das Stautagebuch gewesen. Denn laut Angaben des Bundesrechnungshofes gibt es auf der A8 zwischen dem Chiemsee und der österreichischen Staatsgrenze lediglich 26 Stautage pro Jahr. Folglich erscheint ein sechsspuriger Ausbau in der Kosten-Nutzen-Rechnung nicht wirtschaftlich.

Um diese Aussage zu bestätigen oder zu widerlegen, "haben wir 100 Tage lang das Verkehrsaufkommen auf diesem Streckenabschnitt protokolliert sowie entsprechende Auswertungen durchgeführt", erklärt Michael Linnerer. Die detaillierten Ergebnisse des Stautagebuchs werden nun am Dienstag präsentiert.

Dabei sind vier Kategorien unterschieden worden:

  • ab 27 Minuten: freier Verkehr
  • ab 35 Minuten: zähfließend/stockend
  • ab 39 Minuten: leichter Stau
  • ab 43 Minuten: Stau-Tag

Beim Erfassen der Daten beziehungsweise beim Festlegen der Methodik ist die Gruppe vom ADAC-Stauexperten Bernd Emmrich unterstützt worden. Das Stautagebuch hat sich nach dem Start Ende März rasch gefüllt. Bereits jetzt zeigt sich in den ersten Ergebnissen, dass die Zahlen des Bundesrechnungshofes wohl nicht zu halten sein werden. Auch fünf Forderungen an den Bundesrechnungshof spricht die Gruppe aus.

ksl

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT