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Wochenbericht (21. Januar)

Aktuelle Corona-Lage im Raum Rosenheim: „Wir sind inmitten der fünften Welle“

Symbolbild
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Der Corona-Wochenbericht für Stadt und Landkreis Rosenheim. (Symbolbild)

Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 20. Januar 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Die Meldung im Wortlaut

Aktuelle Lage

Das Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass die Talsohle der 4. Welle zu Jahresende mit einem Tiefstwert der 7-Tage-Inzidenz (Stadt: 29. Januar mit 161,97 und Landkreis: 31. Januar mit 201,74) erreicht worden ist. Seitdem steigt die 7-Tage-Inzidenz wieder exponentiell an. Stadt und Landkreis befinden sich inmitten der 5. Welle.

Seit dem letzten Wochenbericht wurden täglich zwischen 83 und 777 neue Infektionsfälle, das sind durchschnittlich 416 (Vorwoche: 268) neue Fälle (insgesamt 2.913 Neumeldungen) gemeldet. Über zwei Drittel der positiv Getesteten liegen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. Es herrscht weiterhin ein diffuses Ausbreitungsgeschehen vor. Daneben ereignen sich zunehmend größere Ausbrüche in Pflege- und Behindertenheimen sowie Kliniken. Aus den Schulen und Kitas werden eine große Zahl positiv Getesteter gemeldet.

In den Pflege- und Behindertenheimen in Stadt und Landkreis sind die Krankheitsfälle bei Bewohnern und Mitarbeitern deutlich angestiegen. Dabei ist der Anteil der positiv getesteten vollständig geimpften Bewohner weiterhin hoch, die Verlaufsformen sind in der Regel jedoch milde. Es besteht weiterhin dringender Bedarf für Nachhol- und Boosterimpfungen bei Bewohnern und Mitarbeitern.

Nach Aussage des Ärztlichen Leiters Krankenhauskoordinierung, Dr. Michael Städtler, sind die Belegungszahlen mit COVID-19 auf den Normalstationen tendenziell eher wieder ansteigend, auf den Intensivstationen aber auf stabilem Niveau. Die Belastung der Intensivstationen ist unverändert sehr hoch, vor allem hat die Belegung mit Notfallpatienten ohne COVID-Bezug zugenommen. Ein gleiches Bild zeigt sich im gesamten bayerischen Raum. Abverlegungen sind derzeit nicht erforderlich. Erschwerend kommen derzeit zum Teil nicht unerhebliche Personalausfälle durch positive Testungen hinzu. Die Lage auf den Intensivstationen im RoMed Klinikverbund ist nach Aussage der Geschäftsführung extrem belastend, die Kapazitäten der COVID-Intensivbetten sind ausgeschöpft, das Personal befindet sich an der absoluten Belastungsgrenze. Planbare Eingriffe müssen verschoben werden.

Infektionsmanagement des Gesundheitsamtes

Die dem Gesundheitsamt gemeldeten Fälle und ihre Haushaltskontakte können aufgrund der stark gestiegenen Fallzahlen nicht mehr zeitnah telefonisch kontaktiert werden. Sie erhalten jedoch umgehend nach Labormeldung ein Schreiben des Gesundheitsamtes mit detaillierten Handlungsanweisungen. Die Fälle werden gebeten, ihre engen Kontaktpersonen auch außerhalb der Familie (z.B. Freundeskreis, Arbeitsstätte) über das erhöhte Ansteckungsrisiko zu informieren und sie zu bitten, ihre Kontakte weitestgehend zu reduzieren sowie sich testen zu lassen. Informationen und Handlungsanweisungen für SARS-CoV-2-Infizierte, Kontaktpersonen und Verdachtspersonen sind auf der Homepage des Landratsamtes unter https://www.landkreis-rosenheim.de/covid-19/?findTab=#covid-19-informationen-fuer-sars-cov-2-infizierte-kontaktpersonen-und-verdachtspersonen eingestellt. Hier befindet sich auch ein Testberechtigungsschein zum Download (https://www.landkreis-rosenheim.de/corona-testzentrum-terminvereinbarung-wird-dringend-empfohlen/?findTab=#covid-19-corona-testungen-wo-kann-ich-was-erledigen). Beim Auftreten von Symptomen sollen die Kontaktpersonen ärztlichen Rat einholen und sich testen lassen.

Kontaktpersonenermittlungen in Einrichtungen mit gefährdeten Personen, wie zum Beispiel Alten- und Pflegeeinrichtungen, Massenunterkünften und Kliniken werden weiterhin vom Gesundheitsamt durchgeführt.

Bewertung des Infektionsgeschehens

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, bewertet die epidemiologische Lage in Stadt und Landkreis folgendermaßen: 

Wir stehen mitten in der 5. Welle, einer Omikron-Welle. Die Fallzahlen sind wie in einer Achterbahn nach schneller Talfahrt erneut in die Höhe geschossen. Dem Gesundheitsamt wurden seit dem letzten Wochenbericht täglich durchschnittlich deutlich über 400 Neufälle gemeldet. Der neue Spitzenwert lag gestern bei 777 Meldungen. Diese rasante Entwicklung zeigt, dass die hochsteckende Variante Omikron die Delta-Variante in der Dominanz abgelöst hat. 

Ich muss vehement der Tendenz zur Verharmlosung in Teilen der Bevölkerung widersprechen, die Fälle mit Omikron würden schon nicht so schwer verlaufen. Auch wenn vorläufige Daten von Studien darauf hinweisen, dass der klinische Schweregrad der Infektion mit der Omikronvariante im Vergleich zur sehr virulenten Deltavariante seltener zu Hospitalisierungen führt, sehe ich es als „Blindflug“ im Vertrauen darauf auf die Impfungen zu verzichten. Allein die extrem hohe Welle von Neuerkrankungen wird unweigerlich dazu führen, dass eine Vielzahl von stationären Behandlungen in den Kliniken folgen wird und die Kapazitäten dort massiv belastet. Die Sorge ist umso mehr für unsere Region berechtigt, da die Impflücke in unserer Bevölkerung viel zu groß ist, als dass wir einen nennenswerten Einfluss auf die Hospitalisierungen erwarten könnten.

Die Studienlage zeigt laut Robert Koch-Institut, dass die in der EU zugelassenen Impfstoffe nach vollständiger Grundimmunisierung und Auffrischimpfung auch bei der Omikron-Variante eine hohe Impfeffektivität haben und zu einem hohen Prozentsatz einen Schutz vor Hospitalisierung, schweren Krankheitsverläufen, Behandlung auf einer Intensivstation und Tod bewirken. Gleichzeitig wird die Übertragbarkeit von Viren auf andere Personen deutlich verringert, insbesondere wenn beide Seiten vollständig geimpft und geboostert sind.

Ich appelliere daher eindringlich an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich impfen und eine Auffrischimpfung verabreichen zu lassen, wenn die Grundimmunisierung länger als drei Monate zurückliegt. Die Impfrate in der Region muss enorm gesteigert werden, insbesondere bei den älteren Jahrgängen“, so Hierl.

Impfungen

Insgesamt sind bis zum 20. Januar in Stadt und Landkreis Rosenheim 119.462 Erstimpfungen, 116.067 Abschlussimpfungen (Zweitimpfung oder einfache Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson) und 58.543 Auffrischungsimpfungen durchgeführt worden. 8637 Impfungen wurden an Sonderimpftagen durchgeführt. Seit dem 13. Januar wurden insgesamt 1496 Kinderimpfungen im Impfzentrum Rosenheim durchgeführt.

Seit dem 31. Januar bis einschließlich 19. Januar haben niedergelassene Ärzte insgesamt 246.869 Erst-, Abschluss- und Auffrischungsimpfungen durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

Jeder impfwillige Bürger ab zwölf Jahren erhält direkt nach der Registrierung die Möglichkeit zur Vereinbarung eines Impftermins im Impfzentrum. Auch Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren können mittlerweile im Impfzentrum geimpft werden. Auf diesem Weg ist eine Impfung mit einem überschaubaren zeitlichen Aufwand möglich. Weiterhin dürfen sich alle Bürger für die Impfung gegen COVID-19 unter www.impfzentren.bayern registrieren, ausnahmsweise auch telefonisch unter der Rufnummer 08031/ 365 8899. Auf diesen Wegen können Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen vereinbart werden. Impfungen im Impfzentrum können aktuell ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, wird eine vorherige Terminvereinbarung allerdings empfohlen. 

Termine zu Sonderimpftagen werden auf der Homepage des Landkreis Rosenheim veröffentlicht unter https://www.landkreis-rosenheim.de/impfzentrum-loretowiese/?findTab=#impfzentrum-loretowiese-sonderimpftage

Der QR-Code für den digitalen Impfnachweis ist weiterhin in teilnehmenden Apotheken (www.mein-apothekenmanager.de) erhältlich

Ggf. auftretende Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen von Impfstoffen) nimmt das Paul-Ehrlich-Institut über die App „SafeVac 2.0“ und unter https://nebenwirkungen.bund.de/nw/DE/home/home_node.html entgegen.

Fallzahlenentwicklung

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 13. Januar, 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 2913 neue Fälle (am 13. Januar: 2412) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 49.722 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 39.887, Stadt: 9.835).

Die Auswertung der Fälle seit 1. Januar ergibt, dass etwa neun Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Über zwei Drittel der Fälle (69 Prozent) lagen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. Zehn Prozent der Fälle traten bei Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren auf. Für diese Altersgruppe existiert eine Impfempfehlung der STIKO. Zehn Prozent der Fälle traten bei Kindern und Jugendlichen von fünf bis unter zwölf Jahren auf und zwei Prozent bei Kindern unter fünf Jahren. Die STIKO hat ihre COVID-19-Impfempfehlung aktualisiert und Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen die Impfung gegen COVID-19 empfohlen. Bei individuellem Wunsch können dann Kinder in diesem Altersbereich auch ohne Vorerkrankung geimpft werden. 

In den Heimen in Stadt und Landkreis ist es bei den Infektionen von Bewohnern und Mitarbeitern zu einer deutlichen Zunahme der Fälle gekommen. Dabei ist der Anteil der positiv getesteten vollständig geimpften Bewohner weiterhin sehr hoch; die Verlaufsformen sind in der Regel jedoch milde. Etwas weniger als ein Drittel der betroffenen Mitarbeiter war ungeimpft. So bestanden COVID-19-Infektionsgeschehen in der letzten Woche in 29 Alten- und Pflegeheimen bei 97 Bewohnern und 90 Mitarbeitern. Sechs Heimbewohner mussten hospitalisiert werden. 

Mittlerweile wurde bei mindestens 35.754 Personen eine Genesung* dokumentiert. 747 Personen (am 13. Januar: 739) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 648, Stadt: 99). Von den Verstorbenen waren 34 (am 13. Januar: 33) Personen unter 60 Jahren. 489 (am 13. Januar: 486) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden neun Personen (am 13. Januar: sechs) gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Eine Person war unter 60 Jahre und drei Personen waren über 80 Jahre. Keine der verstorbenen Personen war in einem Heim betreut worden.

121 (am 13. Januar: 108) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 14 Patienten (am 13. Januar: 13) auf einer Intensivstation

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten sieben Tage) liegt mit Stand 21. Januar (0 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 970,26 (am 13. Januar: 691,92), für den Landkreis Rosenheim bei 877,27 (am 13. Januar: 617,83).

7-Tage-Inzidenz Stadt und Landkreis Rosenheim
Bettenbelegung der Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim mit COVID-19-Patienten seit 17. August
Altersstruktur der gemeldeten COVID-19-Fälle seit 1. Januar
Gemeldete Verstorbene an und mit einer COVID-19-Diagnose seit Pandemiebeginn

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen* auf die Gemeinde

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, sodass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

GemeindeFälle GeneseneDifferenz der Fälle zur Vorwoche
Albaching3019232+18
Amerang515379+24
Aschau im Chiemgau756522+50
Babensham520351+20
Bad Aibling30282117+196
Bad Endorf1226821+86
Bad Feilnbach16031092+92
Bernau am Chiemsee968712+30
Brannenburg955675+71
Breitbrunn am Chiemsee204136+18
Bruckmühl22491613+131
Chiemsee125+1
Edling658481+33
Eggstätt394301+14
Eiselfing505359+27
Feldkirchen-Westerham1309925+75
Flintsbach am Inn513358+34
Frasdorf546391+30
Griesstätt472343+14
Großkarolinenfeld1091762+81
Gstadt am Chiemsee160124+3
Halfing562372+43
Höslwang235174+13
Kiefersfelden998743+77
Kolbermoor27802038+139
Neubeuern555361+43
Nußdorf am Inn439307+44
Oberaudorf733581+40
Pfaffing740555+44
Prien am Chiemsee15091083+72
Prutting473337+25
Ramerberg231152+16
Raubling15191105+92
Riedering1021755+48
Rimsting529359+28
Rohrdorf am Inn967704+61
Rosenheim98357237+616
Rott am Inn685480+28
Samerberg516352+31
Schechen876646+50
Schonstett234171+22
Söchtenau567417+21
Soyen477357+18
Stephanskirchen1318956+68
Tuntenhausen1208860+70
Vogtareuth481328+23
Wasserburg am Inn20301499+99

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Gesamt.html;jsessionid=2F5E66FC7AEF0972AFE9FB2876FDA68E.internet061?nn=13490888

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

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