Der aktuelle Bürgerdialog rund um die Trassendiskussion

Brenner-Nordzulauf: Bahn arbeitet Trassenvorschläge der Bürger aus

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Landkreis Rosenheim - Am Dienstagnachmittag informierten Vertreter der Deutschen Bahn über Ergebnisse, Rückmeldungen und Beispiele (Trassen verschieben oder untertunneln) aus dem Dialog zum Brenner-Nordzulauf der vergangenen Wochen.

Auf die Vorstellung der ersten Grobtassenentwürfe im Sommer folgte in der Region  eine intensive Diskussion der Deutschen Bahn mit zahlreichen Informationsveranstaltungen und vielzähligen Meinungsäußerungen. Der Aufforderung, selbst Trassenideen zu äußern, sind viele Menschen nachgekommen. In einem Pressegespräch stellten Projektleiter Thorsten Gruber, Franz Lindemair, Sprecher DB-Großprojekte Süd und Manuel Gotthalmseder, DB-Projektleiter die Ergebnisse vor.

Bereits über 150 Trassenvorschläge eingegangen

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Insgesamt wurden 16 Informationsveranstaltungen bisher abgehalten, an denen fast 3.500 Besucher teilnahmen. Auf den Veranstaltungen konnte man den Planern auch seine Standpunkte mitteilen. Knapp 1.000 Feedbacks gingen ein. "Uns war es wichtig, ein Feedback zu bekommen", so Gruber. Auch haben über 150 Bürger bereits ihre Trassenvorschläge eingebracht. Bis Ende 2018 kann man noch eigene Trassenvorschläge einreichen, entweder per Mail an info@brennernordzulauf.eu, über das Kontaktformular auf der Homepage oder im Informationsbüro der Bahn, Salinstraße 1, 83022 Rosenheim (geöffnet immer dienstags und mittwochs, 12 bis 18 Uhr). Ab 2019 geht es dann an die Grobtrassen-Prüfung und die Reduzierung der Trassenideen. 

Gotthalmseder sagte hierzu: "Die eingereichten Vorschläge gehen dann an unsere Fachplaner, die dann versuchen, den Gedanken des Vorschlags zu verstehen und diesen zu bewerten. Daraus werden dann Vorschlagsbündelungen erarbeitet. Fachlich geeignete Vorschläge haben im Planungsverlauf den gleichen Status wie die Grobtrassen des Fachplaners." Gotthalmseder führte auch einige Beispiele für eingegangene Vorschläge an, so beispielsweise ein gut ausgearbeiteter Vorschlag durch Rosenheim. 

Ein aus der Bürgerschaft eingegangener Trassenvorschlag

Unterschiedliche Erwartungen in den verschiedenen Teilen des Planungsraums

Feedback der Infoveranstaltung Kufstein

"Wie inhomogen unser Projektraum ist, zeigen die Resonanzen aus den verschiedenen Informationsveranstaltungen", sagt Gruber. "Die Erwartungen sind ganz unterschiedlich." In der Veranstaltung am 22. Juni in Kufstein beispielsweise war aus den Feedbackkärtchen ersichtlich, dass die Rückmeldungen hier ganz klar in Richtung Trassenvorschläge gingen. "Hier ging es mehr um das 'Wie'", so Gruber.

Feedback der Infoveranstaltung Rohrdorf

In Rohrdorf hingegen stellte sch die Sache schon anders dar: Da ging es klar um das 'Ob'. Ein großer Teil der Anwesenden stellte den Bedarf in Frage. Auch bewerteten die Veranstaltung am 6. Juli in der Turner Hölzl Turnhalle über die Hälfte der Besucher negativ. 211 Besucher waren gekommen, von denen 68 Feedbacks abgaben. In Rohrdorf wurden auch 10 Trassenvorschläge abgegeben.

Bahnvertreter zum Aussetzen einzelner Foren

Thema des Pressegesprächs war auch das Aussetzen einzelner Gemeindeforen. Das Forum Rosenheim Süd hatte bereits im September angekündigt, das Dialogverfahren auszusetzen, bis die grundsätzluchen Fragen vom Bundesverkehrsministerium beantwortet seien. Auch das Gemeindeforum Rosenheim Nord habe sich laut Gotthalmseder im Oktober dafür ausgesprochen, sich im November nicht zu treffen, um ein Zeichen zu setzen. Projektleiter Torsten Gruber sagte hierzu: "Die Planungen laufen aber dennoch weiter, wir haben auch Foren, die weiter arbeiten wollen." Ab nächstem Jahr werden im Norden noch zwei weitere Planungsräume von Großkarolinenfeld bis Trudering hinzukommen. 

Gibt es den Bedarf?

Es gebe mit dem Bundesverkehrswegeplan eine klare rechtliche Grundlage auf der die Deutsche Bahn beauftragt wurde, so Gruber auf die ewige Frage nach dem Bedarf. Im Bundesverkehrswegeplan sei der Bedarf festgestellt. "Eine bessere Grundlage als eine gesetzliche Grundlage gibt es nicht", so Gruber. Zu der vom damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in Aussicht gestellten Szenarienstudie, die Zahlen liefern soll, konnte Gruber nur sagen, dass diese Studie in Erstellung sei, man aber nicht wisse, wann genau sie komme. Er gehe von Anfang nächsten Jahres aus. "Aus meiner Sicht ist es unzweifelhaft, dass der Brenner-Nordzulauf eine mögliche Lösung ist, das Verkehrsproblem zu lösen", sagt der Projektleiter auf die Frage, ob er meine, dass es die Zulaufstrecke brauche.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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