Landratsamt informiert

Corona-Wochenbericht: Das sind die aktuellen Zahlen in Stadt und Kreis Rosenheim

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Der Wochenbericht des Landratsamtes Rosenheim soll über die aktuelle Corona-Lage informieren.

Rosenheim - Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 29. Oktober, 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass seit dem 26.10.2020 in der Stadt und seit dem 29.10. auch im Landkreis Rosenheim die Schwelle von 200 in der 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen) überschritten wurde. Seit dem 21.10. ist es dabei in Stadt und Landkreis zu einem exponentiellen Anstieg der Fallzahlen gekommen.

Infektionsübertragungen ereignen sich überwiegend im privaten Umfeld und in Schulen. Es kommt aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Aus Sicht des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim sind die Schulen keine Treiber der Pandemie. Trotzdem kommt es in Schulen zu einer Vielzahl von Infektionen mit Folgefällen. So mussten das Gesundheitsamt und die Stadt Rosenheim in enger Abstimmung mit der Schulleitung die Schließung der Staatlichen Berufsschule 2 in Rosenheim ab dem 29.10. bis einschließlich 15.11.2020 anordnen. Der Unterricht wird als Distanzunterricht weitergeführt. An der Berufsschule 2 war ein unkontrollierbares Ausbruchsgeschehen mit COVID-19-Fällen zu beobachten gewesen. Die Schulschließung war das einzig geeignete Mittel, um das Infektionsgeschehen zu stoppen.

Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz des Anstiegs der Fallzahlen versucht das Gesundheitsamt Rosenheim, die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion zu informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anzuordnen. Es wird jedoch immer schwieriger, daran anschließend die engen Kontaktpersonen zeitnah zu kontaktieren und ebenfalls eine häusliche Quarantäne anzuordnen. Das Personal des Gesundheitsamtes wird in nächster Zeit deutlich aufgestockt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

Aufgrund der massiv steigenden Infektionszahlen wird in der Stadt Rosenheim in Abstimmung mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim bereits ab heute 21 Uhr eine Allgemeinverfügung mit weitreichenden Beschränkungen des privaten Bereichs und öffentlichen Lebens in Kraft treten.

„Der plötzliche exponentielle Anstieg der Fallzahlen in Stadt und Landkreis ist besorgniserregend und dramatisch. Die Lage spitzt sich zu, wir befinden uns aktuell mitten in der zweiten Welle und sehen eine rasante Ausbreitung des Infektionsgeschehens wie im März dieses Jahres“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim. „Das Gesundheitsamt stemmt sich mit aller Macht gegen diese 2. Welle und versucht, durch weitere deutliche Aufstockung des Personals eine weitere unkontrollierte Ausbreitung für die Region zu verhindern. Wir gehen davon aus, dass durch die auf der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs am 28. Oktober beschlossenen Maßnahmen das Infektionsgeschehen deutlich abgebremst werden kann. Ziel muss sein, Erkrankungen von Senioren und das Eindringen von Infektionen in Pflegeheime mit der Folge schwerster Erkrankungen und weiterer Todesfälle zu verhindern. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten! Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen im privaten Umfeld durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich sowohl zu Hause als auch im Urlaub verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln, das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, einzuhalten zum Schutz unserer Gesundheit. Auch der gemeinsame Aufenthalt in geschlossenen Räumen über 30 Minuten kann im Einzelfall bei Aerosolbildung zu Übertragungen führen. Hier ist auf regelmäßiges und ausreichendes Lüften zu achten“, so Hierl.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 22. Oktober, 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 681 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Seit dem 21.10. ist es dabei in Stadt und Landkreis zu einem sprunghaften Anstieg der Fallzahlen gekommen.

Bisher sind insgesamt 4633 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 3588, Stadt: 1045). Seit Juni liegt im Gegensatz zum Beginn der Pandemie der Schwerpunkt der Altersstruktur der positiv Gemeldeten bei Jugendlichen und Erwachsenen bis 60 Jahren. Personen ab 80 Jahren sind bislang noch kaum betroffen. Mittlerweile wurde bei mindestens 3321 Personen eine Genesung dokumentiert.

Seit dem letzten Wochenbericht sind vier weitere Personen im Landkreis mit einer COVID-19-Infektion verstorben. Insgesamt sind nunmehr 229 Personen an und mit COVID-19 gestorben (Landkreis: 206, Stadt: 23). Von den Verstorbenen waren sieben Personen unter 60 Jahren. 150 Verstorbene waren über 80 Jahre alt.

29 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befindet sich ein Patient auf einer Intensivstation.

Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner.
Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in der Stadt Rosenheim.

Die 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 30.10.2020 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 247,05, für den Landkreis Rosenheim bei 200,51.

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen.

Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen. In der Gemeinde Eggstätt ereignete sich seit dem letzten Wochenbericht ein Ausbruch in einer Pflegeeinrichtung, was dort den Anstieg der Fallzahlen erklärt.

* Bei einer Fallzahl kleiner Fünf erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen.

Gemeinde FälleGenesene
Albaching2422
Amerang2016
Aschau im Chiemgau13098
Babensham3027
Bad Aibling325250
Bad Endorf7250
Bad Feilnbach219185
Bernau am Chiemsee11795
Brannenburg8265
Breitbrunn am Chiemsee3115
Bruckmühl13195
Chiemsee2*
Edling8872
Eggstätt9643
Eiselfing2923
Feldkirchen-Westerham11977
Flintsbach am Inn2415
Frasdorf2520
Griesstätt3425
Großkarolinenfeld9469
Gstadt am Chiemsee74
Halfing1816
Höslwang75
Kiefersfelden15487
Kolbermoor300214
Neubeuern4231
Nußdorf am Inn6453
Oberaudorf9650
Pfaffing3532
Prien am Chiemsee11575
Prutting3419
Ramerberg98
Raubling13596
Riedering12479
Rimsting3930
Rohrdorf am Inn9549
Rosenheim1045755
Rott am Inn3224
Samerberg3120
Schechen6238
Schonstett4*
Söchtenau3512
Soyen4340
Stephanskirchen11669
Tuntenhausen5340
Vogtareuth2519
Wasserburg am inn214177

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

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