Übertragung auf Menschen?

Coronafälle bei Haustieren? Bislang keine Meldungen im Landkreis Rosenheim

Eine Hundewelpe spielt im Schnee. Auch Tiere können sich mit dem Coronavirus infizieren.  
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Eine Hundewelpe spielt im Schnee. Auch Tiere können sich mit dem Coronavirus infizieren.  

Seit 14. Juli 2020 gibt es in Deutschland eine Meldepflicht von Corona-Infektionen bei Haustieren. Dass diese sich mit dem Erreger infizieren können, ist nicht erst seit den Vorfällen in Dänemark bekannt. Dort mussten im Herbst Tausende auf Farmen gehaltene Nerze getötetet werden, nachdem sich Exemplare mit einer Mutation des Coronavirus angesteckt hatten. Beim Veterinäramt des Landkreises Rosenheim sind laut Landratsamtssprecherin Ina Krug bislang aber keine Meldungen infizierter Tiere eingegangen.

Rosenheim – Laut des Friedrich-Loeffler-Instituts, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, haben sich bisher Hunde, Katzen, Kaninchen, Goldhamster und Frettchen als empfänglich für das Coronavirus gezeigt. Das Institut hat außerdem Studien durchgeführt, die zeigen, dass sich weder Schweine noch Hühner, Enten und Puten mit dem Virus infizieren. Rinder hingegen seien gering empfänglich. könnten das Virus aber nicht weitergeben.

Die Meldepflicht für einen positiven Befund schließe alle Tiere ein, die von Menschen gehalten werden. Außerdem seien auch „wildlebende Klauentiere“, deren Fleisch von Menschen verzehrt wird, von einer Meldepflicht betroffen – also beispielsweise Rinder oder Schweine. Untersuchungslabore und Tierärzte – nicht der Tierhalter selbst – müssten Krug zufolge jeden positiven Fall an das Veterinäramt melden. Dieses wiederum gibt den Fall weiter an das Tierseuchennachrichtensystem.

Haustiere müssen nicht zum Corona-Test

Im Juni teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner jedoch mit, dass für Haustierhalter keine Pflicht zum Testen ihrer Tiere bestehe. Ein Test sei nur sinnvoll, wenn das Tier klinische Symptome zeige. Wird getestet, muss laut Landratsamtssprecherin Ina Krug im Regelfall der Auftraggeber, also der Tierhalter, die Kosten dafür übernehmen.

Viele Bürger stellten sich unlängst zudem die Frage, ob Tiere Menschen mit dem Coronavirus anstecken können. Forscher der Universität Granada in Spanien wollen darauf Hinweise gefunden haben. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bewertet die Gefahr einer Übertragung vom Tier auf den Menschen jedoch anders. Es gebe bisher keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen. „Bei der Covid-19-Pandemie ist die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Verbreitung“, teilt das FLI mit.

Diese Einschätzung des Instituts wird auch durch Wissenschaftler aus Italien bestätigt, wie die die Nachrichtenagentur dpa in Erfahrung brachte. Forscher hatten eine Studie mit einer verhältnismäßig großen Anzahl an Haustieren angefertigt. Der bedeutend größere Anteil der positiv getesteten Tiere stammte aus Covid-19-Haushalten. „Wir gehen davon aus, dass im Regelfall die Übertragung des Virus vom Menschen auf das Tier erfolgt“, sagte Thomas Mettenleiter, Präsident des FLI, gegenüber der Agentur. Dem Institut zufolge ist das je nach Tierart nicht auszuschließen.

Engen Kontakt vermeiden

Allerdings bedeute eine Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich „das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird“. Das FLI empfiehlt infizierten Menschen trotzdem, engen Kontakt mit ihren infizierten Tieren zu vermeiden und auf eine ausreichende Hygiene zu achten. Alexandra Schöne

BU: Eine Hundewelpe spielt im Schnee. Auch Tiere können sich mit dem Coronavirus infizieren. Foto dpa Folgende Dateien oder Links können jetzt als Anlage mit Ihrer Nachricht gesendet werden:

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