COVID-19-Lagebericht

Die aktuelle Entwicklung: Corona-Wochenbericht für Stadt und Landkreis Rosenheim

Rosenheim - Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 11.03.2021 24 Uhr . Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Lage

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass der seit Ende Dezember bestehende klare Trend für eine Abschwächung des Infektionsgeschehens in der Region gestoppt ist und die 7-Tage-Inzidenz (Zahl der Fälle bezogen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) seit Mitte Februar wieder ansteigt. In der Stadt Rosenheim wurde der niedrigste Wert der 7-Tage-Inzidenz am 18. Februar mit 36,2 erreicht und liegt aktuell bei 138,5. Im Landkreis Rosenheim stieg dieser Wert von 42,5 am 13. Februar auf 80,0 am 11. März. Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 16 und 61 neue Fälle gemeldet, dies bedeutet eine Zunahme im Vergleich zum letzten Wochenbericht.

Besorgniserregende Varianten

Zunehmend gewinnen die besorgniserregenden Varianten des Coronavirus auch in der Region an Bedeutung: Nachdem nunmehr viele Labors das Testverfahren einer variantenspezifischen PCR-Untersuchung (vPCR) etabliert haben, werden dem Gesundheitsamt zunehmend bestätigte Fälle der britischen Variante (B1.1.7.) gemeldet. Wie bereits mitgeteilt reicht für die Bestätigung einer britischen Variante aufgrund einer aktuellen Regelung des Bayerischen Gesundheitsministeriums ein Nachweis mittels einer positiven vPCR aus.

Für den Nachweis der südafrikanischen (B1.351) sowie der brasilianischen Varianten (B.1.1.28 P.1) ist weiterhin ein aufwändiges Laborverfahren, die sogenannte Gesamtgenomsequenzierung, notwendig. Bislang wurden dem Gesundheitsamt 482 Fälle einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. Seit dem letzten Wochenbericht wurden 152 Fälle der britischen Variante von zuvor positiv in der PCR getesteten Personen gemeldet. Bislang ist in der Rosenheimer Region weiterhin lediglich ein bestätigter Fall der Südafrika-Variante aufgetreten, über den bereits berichtet wurde. Die brasilianische Mutation wurde nicht nachgewiesen.

Für Verdachtsfälle sowie bestätigte Fälle einer besorgniserregenden Variante gelten strengere Infektionsschutzmaßnahmen: Neben einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne, die nicht verkürzt werden kann, ist für die Beendigung der Quarantäne zusätzlich ein negatives Testergebnis erforderlich. Diese Maßnahmen gelten auch für die engen Kontaktpersonen der Kategorie I. Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts sind die Gebiete mit einem erhöhten Auftreten der Virusvarianten ausgewiesen:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html

Infektionsschutzmaßnahmen

Trotz steigender Fallzahlen kann das Gesundheitsamt weiterhin die positiv Gemeldeten tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

„Leider ist in der Stadt und im Landkreis Rosenheim der robuste Abwärtstrend des Infektionsgeschehens gestoppt. Wir sehen seit Mitte Februar einen Wiederanstieg der Fallzahlen und der 7-Tage-Inzidenz. Die Stadt hat bereits am 5. März die Marke von 100 in der 7-Tage-Inzidenz überschreiten. Der Landkreis verharrt aktuell im hohen zweistelligen Bereich. Wir beobachten im Gesundheitsamt eine klare Trendumkehr in der Region. Aus meiner Sicht stehen wir am Beginn einer 3. Welle. Große Sorge bereitet uns die Verbreitung der besorgniserregenden Varianten. Bei etwa der Hälfte der im März gemeldeten Fälle wird im Labor mittlerweile die britische Variante festgestellt. Die besorgniserregenden Varianten können den Verlauf der Pandemie verschlimmern, zu einer schnelleren Verbreitung der Infektionen, zu schwereren Verläufen, zu erhöhter Sterblichkeit und zu einer Überlastung der Intensivstationen führen. Unklar ist momentan die Datenlage, ob von einzelnen Varianten auch eine schlechtere Schutzwirkung der Impfung resultieren kann.

Weiterhin liegt es in der Verantwortung des Einzelnen, die weitere Entwicklung der Infektionszahlen zu beeinflussen: die bekannten Regeln – Kontaktreduktion, mind. 1,5 Meter Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Masken tragen und lüften – sind konsequent einzuhalten, um die Ausbreitung der Virusvarianten zu verlangsamen. Auf Reisen sollte derzeit unbedingt verzichtet werden“, bewertet Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim die Lage.

Infektionsquellen

Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld, das ca. 74 Prozent der bekannten Infektionsursachen ausmacht. Etwa 14 Prozent fallen auf den Arbeitsplatz. Vereinzelt (ca. 2 Prozent) kommt es zu Infektionserkrankungen in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen. Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. „Dies ist ein großer Erfolg der Impfungen in den Einrichtungen“, so Hierl. Es ereignen sich auch wieder einzelne Fälle und Ausbrüche in Schulen und Kitas (ca. 5 Prozent). Auf den Freizeitbereich fallen etwa 5 Prozent der Fälle.

Impfungen

Insgesamt sind etwa 34.600 Impfungen seit Impfstart vor allem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim auf der Loretowiese erfolgt. 23.501 davon waren Erstimpfungen, 11.050 Zweitimpfungen. Insgesamt 8.214 dieser Impfungen wurden in stationären Einrichtungen sowie betreuten Wohnformen in Stadt und Landkreis Rosenheim verabreicht.

Es wird darauf hingewiesen, dass für die Impfung gegen COVID-19 eine Registrierung unter https://impfzentren.bayern zu erfolgen hat. Es darf sich bereits jeder impfwillige Bürger registrieren, unabhängig von der Priorisierung nach der Coronavirus-Impfverordnung und der jeweiligen Mobilität. Besteht ausnahmsweise keine Möglichkeit zur Internetnutzung, ist auch eine telefonische Registrierung bei der Impfhotline unter der Rufnummer 08031/ 365 8899 möglich. Vorrangig soll die Registrierung jedoch online vorgenommen werden. Sobald Termine verfügbar sind und die jeweilige Priorisierungsgruppe an der Reihe ist, werden die registrierten Personen automatisch per E-Mail bzw. SMS benachrichtigt. Bisher haben sich 68.320 Menschen auf der Registrierungsplattform angemeldet.

Die bayerische Software errechnet automatisch nach bestimmten Algorithmen die Priorisierung anhand der erfolgten Angaben des Bürgers, das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt können hierauf keinen Einfluss nehmen. Bitte sehen Sie daher von Anfragen zur Höherpriorisierung oder vorgezogenen Impfungen an das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt ab. Seit heute (12. März) können bereits registrierte Personen einsehen, welcher Priorität diese von der Software zugeordnet worden sind. Hierfür muss man sich mit dem bei der Registrierung vergebenen Passwort im Account unter https://impfzentren.bayern einloggen. Anschließend können auch die eingegebenen Daten überprüft und ggf. aktualisiert werden.

Die Impfberechtigung muss am Impftag belegt werden (z. B. mittels eines gültigen Ausweisdokuments oder einer Arbeitgeberbescheinigung). Ein Formblatt für eine Arbeitgeberbescheinigung und eine Bestätigung für enge Kontaktpersonen von schwangeren und nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Personen kann auf der Homepage des Landkreises Rosenheim heruntergeladen werden.

Um Warteschlagen vor dem Impfzentrum zu vermeiden, werden die Bürgerinnen und Bürger mit Termin gebeten, pünktlich zu erscheinen.

Seit dem 1. März können Personen mit seltenen Erkrankungen, die in der jetzigen Impfverordnung wegen ihres relativ seltenen Vorkommens und damit verbundener ungesicherter Evidenz noch nicht berücksichtigt wurden, Anträge bei der neu eingerichteten Bayerischen Impfkommission (www.impfkommission.bayern) einreichen. Diese prüft, ob der Antragsteller mit hoher oder erhöhter Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen COVID-19 hat. Eine Einordnung in die höchste Priorisierungsgruppe ist jedoch nicht möglich.

Fallzahlenentwicklung

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 4. März 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 297 neue Fälle (am 4. März: 281) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 14.039 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 11.031 , Stadt: 3.008 ). Mittlerweile wurde bei mindestens 12.595 Personen eine Genesung dokumentiert.

477 Personen (am 4. März : 475) sind bis zu diesem Zeitpunkt mit oder an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 424 , Stadt: 53 ). Von den Verstorbenen waren 15 (am 4. März: 15) Personen unter 60 Jahren. 328 (am 4. März: 326) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden zwei Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Die Personen waren über oder gleich 80 Jahre alt, sie waren nicht in einem Heim untergebracht.

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 482 Fälle (Landkreis 395, Stadt 87) (am 4. März: 330) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die südafrikanische Variante (B1.351), über den bereits berichtet wurde, in allen anderen Fällen um die britische (B.1.1.7). Hiervon wurden dem Gesundheitsamt seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 4. März 24 Uhr 152 Fälle (am 4. März: 143) gemeldet. Alle Fälle sind bei der Gesamtfallzahl von COVID-19-Fällen enthalten, der Anteil der besorgniserregenden Varianten an der Gesamtfallzahl seit dem letzten Wochenbericht beträgt 51,2 Prozent.

103 (am 4. März : 103) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 17 Patienten (am 4. März: 18) auf einer Intensivstation.

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 12. März (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 138,47 (am 4. März: 91,27), für den Landkreis Rosenheim bei 79,98 (am 4. März: 85,33).

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde: Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche zum Beispiel in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, sodass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen.

Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

GemeindeFälleDifferenz der Fälle zur VorwocheAktive Fälle
Albaching86+55
Amerang121+15
Aschau226+07
Babensham115+13
Bad Aibling919+23118
Bad Endorf343+611
Bad Feilnbach447+719
Bernau am Chiemsee270+114
Brannenburg300+1747
Breitbrunn am Chiemsee64+07
Bruckmühl623+2792
Chiemsee2+00
Edling207+08
Eggstätt149+01
Eiselfing117+02
Feldkirchen-Westerham373+315
Flintsbach am Inn155+519
Frasdorf88+48
Griesstätt112+29
Großkarolinenfeld263+526
Gstadt am Chiemsee77+00
Halfing117+14
Höslwang66+00
Kiefersfelden405+210
Kolbermoor8161460
Neubeuern109+29
Nußdorf am Inn144+05
Oberaudorf265+816
Pfaffing157+29
Prien am Chiemsee361+516
Prutting105+14
Ramerberg42+01
Raubling445+1128
Riedering294+1443
Rimsting87+12
Rohrdorf am Inn255+111
Rosenheim3008+87197
Rott am inn134+19
Samerberg144+05
Schechen272+38
Schonstett40-12
Söchtenau142+02
Soyen160+14
Stephanskirchen347+1123
Tuntenhausen271+1029
Vogtareuth96+914
Wasserburg am Inn631+123

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

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