Forsa-Umfrage zum Verkehr im Inntal

DB-Umfrage zum Brenner-Nordzulauf: "Hohe Akzeptanz für das Projekt" 

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Stellten die Ergebnisse der Forsa-Umfrage der Detuschen Bahn zwischen Rosenheim und dem Brenner vor: Franz Lindemair, der Sprecher Großprojekte Bayern Deutsche Bahn AG, DB-Projektleiter Matthias Neumaier und Forsa-Autor Jonas Köllner (von links). 
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Landkreis - Die Ergebnisse der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sind da: Im Auftrag der Deutschen Bahn führte Forsa eine Befragung zum Thema Verkehr im Inntal zwischen Rosenheim und Brenner durch. Fazit: Das Jahrhundertprojekt stößt bei den Befragten in der Region auf eine mehrheitliche Akzeptanz. 

Es ist bereits die zweite Telefonbefragung zum Thema Verkehr im Inntal zwischen Rosenheim und dem Brenner: Von 30. September bis 23. Oktober 2019 befragte Forsa insgesamt 1.502 Menschen aus der Region zum Brenner-Nordzulauf. Die Bahn will daraus erkennen, auf welchen Kanälen die Bürger bevorzugt Informationen wünschen.

DB-Projektleiter Matthias Neumaier hob bei der Vorstellung der Ergebnisse am Mittwochvormittag (13. November) hervor: "Uns sind die Meinungen aus der Region und aus dem betroffenem Planungsraum wichtig und wir sind froh zu sehen, dass die Akzeptanz für das Projekt bei den Leuten grundsätzlich vorhanden ist. Es zeigt, dass unsere Bemühungen Früchte tragen und der außergewöhnliche Weg, den wir einschlagen, der richtige ist." 

Die Ergebnisse der Forsa-Umfrage der Deutschen Bahn 

Die Umfrage des Forsa-Instituts zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Menschen, 59 Prozent, befürwortet eine Bahn-Neubaustrecke. Teilweise ergeben sich Unterschiede zwischen den Befragten auf deutscher und österreichischer Seite: Die Österreicher seien beispielsweise beim Zeitplan deutlich ungeduldiger als die Deutschen, wie die Antwort in Bezug darauf, wie schnell das Projekt realisiert werden solle, bei Frage 14 zeige. Franz Lindemair, Sprecher Großprojekte Bayern Deutsche Bahn AG, zufolge könne dies damit erklärt werden, dass das Thema auf österreichischer Seite schlicht und ergreifend bereits länger im Gespräch sei und in Österreicher auch schon mit dem Bau begonnen worden sei, während in Deutschland bisher nur theoretische Diskussionen über die Bühne gingen.  

Das Projekt Brenner-Nordzulauf sei "ein wichtiger Baustein hin zu umweltfreundlichem Verkehr über den Brenner". Dass die Bevölkerung einen Handlungsbedarf sieht, spiegelt sich in den Umfragewerten wider. So wünschen sich 87 Prozent der Befragten eine Veränderung bei der Gestaltung der Gütertransporte im Inntal, 84 Prozent empfinden den Lkw-Verkehr als Belastung. Die Verlagerung der Transporte auf die Schiene ist für 88 Prozent der Menschen in der Region überfällig.

Auch Fragen der Kritiker thematisiert 

"Wir haben in der Umfrage auch bewusst offene Fragen gestellt und auch solche mit aufgenommen, die unsere Kritiker stellen", erklärte Lindemair weiter. So sei mitunter die Frage gestellt worden, ob die Bürger lieber alles beim Alten belassen würden und die Belastungen durch den Neubau überwiegen würden. Dies werde jedoch mit einer deutlichen Minderheit von 31 zu 63 Prozent nicht so wahrgenommen.

43 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Bau der Eisenbahnstrecke möglichst wenig kosten solle. 85 Prozent erachten es als wichtig, dass die Eisenbahnstrecke das Landschaftsbild möglichst wenig beeinträchtigen solle und der Bau der Strecke dazu führen sollte, auch den Personennahverkehr mit der Bahn zu verbessern. Über 90 Prozent aller Befragten sprachen sich jeweils für eine Gewährleistung des Arten- und Naturschutzes, eine möglichst geringe Beeinträchtigung in das Landschaftsbild sowie für eine möglichst geringe Lärmbelastung durch Züge aus.

In der Umfrage wurde auch explizit nach der Meinung zur Bestandsstrecke mit ihren vielen Ortsdurchfahrten gefragt. Nur 37 Prozent der Befragten stimmen dabei der These zu, für die Verlagerung von mehr Gütertransport von der Straße auf die Schiene würde die bestehende Eisenbahnstrecke ausreichen. Eine Mehrheit von 54 Prozent lehnt diese These ab.

Kritik an Brenner-Dialog-Online-Umfrage 

Während des Zeitraums der Befragung wurde von Seiten des Bürgerforums Inntal bereits heftige Kritik geübt, auf die die Forsa-Autor Köllner im Gespräch mit der Redaktion bereits Stellung bezog

Themenseiten: 

- Brenner-Nordzulauf

- Brenner-Basistunnel  

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- Brenner-Nordzulauf

Köllner zog nun nach Auswertung der aktuellen Umfrage ein positives Fazit: Die Ergebnisse seien "sehr gut". Ganz im Gegenteil zur Online-Umfrage des Brenner-Dialogs. Dazu übte er heftige Kritik: "Mit dieser Umfrage habe ich massive Probleme und bekomme einen hochroten Kopf, wenn ich sehe, was die handelnden Personen vom Brenner-Dialog hier verzapfen. Das ist wirklich ein Käse und führt zu Leuteverdummung." 

Laut Köllner seien inhaltliche Unsicherheiten vorhanden - wie die "Selbstselektion statt des Zufallsprinzips, nicht repräsentative Stichproben und die mannigfaltigen Möglichkeiten zur Manipulation". Dies alles gehe an der politischen Realität vollkommen vorbei

mb

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