Befragung zum Verkehr im Inntal

Brenner-Nordzulauf: Kritik an Forsa-Umfrage der Deutschen Bahn

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Das Forsa Institut führt eine Meinungsumfrage zum Verkehr im Inntal durch. 
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Landkreis - Aktuell führt das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Deutschen Bahn wieder eine Befragung zum Thema Verkehr im Inntal zwischen Rosenheim und Brenner durch. Doch es gibt Kritik an dieser Umfrage.

Wie bereits im Sommer 2018 führt das Meinungsforschungsinstitut Forsa derzeit eine Telefonbefragung zum Thema Verkehr im Inntal zwischen Rosenheim und Brenner durch. Im Auftrag der Deutschen Bahn sollte damals die Haltung der Bewohner des Planungsraumes zum Brenner-Nordzulauf untersucht werden. Die konkrete Frage der repräsentativen Umfrage lautete vergangenes Jahr sehr spezifisch: Wie stehen Sie persönlich zu dem Ausbau der Eisenbahnstrecke in Richtung Brenner: Sind Sie dafür oder sind Sie dagegen? Das Ergebnis der Telefonbefragungen aus dem Jahr 2018: 78 Prozent der deutschen Umfragenteilnehmer sprachen sich für das Mammutprojekt aus. Lediglich 13 waren dagegen und neun wollten keine Beurteilung abgeben.  

Wieder Kritik an der Umfrage

Die aktuelle Befragung dreht sich um das Thema Verkehr im Inntal zwischen Rosenheim und Brenner im Allgemeinen. Auch diese Befragung wurde wieder von der Deutschen Bahn in Auftrag gegeben, wie ein Bahnsprecher gegenüber rosenheim24.de bestätigte. "Wir haben im Rahmen der ersten Umfrage bereits angekündigt, dass wir dieses Jahr eine zweite Befragung durchführen wollen." Ein Ergebnis werde laut Bahnsprecher im November erwartet. Wie bereits im vergangenen Jahr gibt es von Seiten der Gegner des Bahnprojektes Brenner-Nordzulauf wieder Kritik an der Umfrage. Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner (CSU) beispielsweise bemängelte damals, dass 1.500 Personen befragt wurden. Denen stünden aber 15.000 Unterschriften von Gegnern gegenüber.

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Das Bürgerforum Inntal, eine Bürgerinitiative, die sich gegen den Brenner-Nordzulauf ausspricht, kritisiert die aktuelle Umfrage. Sie sei bewusst so ausgelegt, dass die Resultate ganz klar im Interesse des Auftraggebers DB ausfallen werden. "Bereits der einführende Text, spricht Bände. Hier wird nicht Klartext gesprochen z.B. 'wir führen eine Umfrage zum Thema Neubaustrecke Brenner-Nordzulauf im Auftrag der DB durch' sondern (Zitat) 'wir führen eine Befragung zum Thema Verkehr im Inntal zwischen Rosenheim und Brenner durch'. Die Befragten werden ganz bewusst von Anfang auf eine „Denkschiene“ geleitet 'hier kümmert sich jemand um die Verkehrsproblematik des Inntals und speziell um den LKW-Verkehr.'", so die Kritiker. Fragen seien nicht offen gehalten, sondern den Befragten würden Formulierungen vorgegeben, bei denen klar Zustimmung erfolgen werde. Das Bürgerforum spricht von "manipulativem Vorgehen", dass sich durch die komplette Befragung ziehe.

Ein Beispiel: Die Frage lautet: "In Folgendem geht es um das Thema Verkehr im Inntal zwischen Rosenheim und Brenner. Der LKW Verkehr hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und ich lese Ihnen nun drei Aspekte vor die im Zusammenhang mit dem LKW Verkehr stehen. Bitte sagen Sie mir jeweils ob Sie diesen Aspekt als sehr störend eher störend eher nicht störend oder überhaupt nicht störend empfinden. Wie ist es mit den Aspekt Staus und Verkehrsbehinderungen?

Die Bürgerinitiative kritisiert hier: "Die zweite Frage bezieht sich natürlich auf den LKW-Verkehr, die Frage ist nicht offen gehalten, sondern den Befragten werden Formulierungen vorgegeben, bei denen klar Zustimmung erfolgen wird.

Bahn weist Vorwürfe zurück

Die Deutsche Bahn äußert sich zu der Kritik dahingehend: "Wir weisen zurück, dass die Fragen suggestiv sind", so der Bahnsprecher gegenüber rosenheim24.de. "Wir geben Inhalte, also was wir wissen wollen vor, Forsa kleidet sie dann in Fragen." Die Fragen werden nicht von der Bahn sondern von Forsa erstellt.

rosenheim24.de hat Forsa bereits um eine Stellungnahme zu der Kritik und zum Vorgehen bei der Erstellung der Fragen gebeten, bis dato aber noch keine Rückmeldung erhalten. Sobald wir diese erhalten, werden wir sie veröffentlichen. Auf der Homepage teilt Forsa zu den Methoden ihrer Umfragen mit, dass für alle Erhebungsverfahren ein sorgfältig formulierter Fragebogen notwendig sei. Das computergestützte Telefoninterview, das auch bei der aktuellen Umfrage im Inntal angewendet wird, biete laut Forsa im Vergleich mit anderen Erhebungsverfahren eine Vielzahl von methodischen und organisatorischen Vorteilen. "So ist der durch die nicht kontrollierbare Interaktion zwischen Befragtem und Befrager mögliche Interviewer-Verzerrungs-Effekt auf die Stimme reduziert, da sich Interviewer und Interviewte nicht sehen und der Kontakt auf die verbale Kommunikation per Telefon beschränkt ist. Da alle Interviews von zentralen Telefonstudios aus durchgeführt werden, ist der Erhebungsvorgang laufend unter Kontrolle; Fälschungen sind somit so gut wie ausgeschlossen", heißt es auf der Homepage. 

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