Gewerbesteuer:

Die teuersten und günstigsten Orte im Landkreis und der Region

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Landkreis Rosenheim - Die Gewerbesteuer ist für viele Gemeinden die wichtigste Einnahmequelle überhaupt - und jede Kommune kann die Höhe selbst festsetzen. Wo ist es für Unternehmen am günstigsten und teuersten?

Die teuersten und günstigsten Gemeinden im Landkreis Rosenheim und der Region

Spitzenreiter in der Region ist Rosenheim mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 400. Knapp dahinter steht Prien am Chiemsee mit 390 Punkten. Der Stadt und Marktgemeinde dicht auf den Fersen sind die Städte Bad Aibling und Kolbermoor und die Gemeinde Soyen mit einem Hebesatz von 380. Am wenigsten steuern die Unternehmen dagegen in Amerang zum Gemeindehaushalt bei: hier liegt der Hebesatz bei 290. Ebenfalls vergleichsweise niedrig fällt die Gewerbesteuer in  Tuntenhausen, Bernau am Chiemsee, Breitbrunn am Chiemsee, Riedering und Rohrdorf mit einem Hebesatz von 300 aus. Alle Zahlen stammen aus dem Jahr 2016 und basieren auf einer Auskunft vom bayerischem Innenministerium und dem Landesamt für Statistik.

Zwei Kommunen haben Steuersatz seit 1991 sogar gesenkt

Auch interessant: Nicht alle Kommunen haben in den vergangenen Jahrzehnten die Steuersätze erhöht. Verglichen mit dem Jahr 1991 wurden die Hebesätze in Amerang und Bernau am Chiemsee um 20 (Amerang) bzw. 30 (Bernau) Punkte gesenkt gesenkt. Am stärksten angehoben wurden die Gewerbesteuersätze seit 1991 dagegen in Rosenheim, (100 Punkte), Bad Aibling und Soyen (jeweils um 80 Punkte), Kolbermoor, Rott am Inn und Bad Endorf (jeweils um 50 Punkte). Von den vier Städten im Landkreis hat Wasserburg mit 350 den niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz. Zum Vergleich: In München, der bayerische Spitzenreiter, liegt man bei 490.

Die zu zahlende Gewerbesteuer basiert auf dem Gewerbesteuermessbetrag - der richtet sich wiederum vor allem nach dem erwirtschafteten Gewinn eines Unternehmens. Ein Beispiel: Bei einem Gewinn von 100.000 Euro und einem Gewerbesteuerhebesatz von 350 fallen letztendlich 8023,75 Euro Gewerbesteuer an

Einem endlosen Steuerwettbewerb zwischen den Gemeinden wurde 2004 übrigens ein Riegel vorgeschoben: Seitdem gilt in Deutschland ein Mindest-Hebesatz von 200. So soll die Tendenz hin zu "Steueroasen" ausgebremst werden, in denen Gründer ihre Firmen ansiedeln, um eine möglichst geringe Gewerbesteuer zu zahlen. Für die Kommunen stellt die Gewerbesteuer neben der Grundsteuer die einzige wesentliche Einnahmequelle dar, die für sie beeinflussbar ist. Sie ist jedoch sehr konjunkturabhängig, so dass die Gemeinden nicht mit stetigen Einnahmen planen können.

Hier könne Sie die Zahlen aller Gemeinden nachlesen.

jb

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