Schäden und Verletzte am Montag in der Region

Video zeigt Wucht von Hagelsturm: "Was für ein Monster..." - Boot auf Chiemsee in Seenot

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    Isabelle Skubatz
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Landkreis - Am Montagabend ist ein ziemlich heftiger Hagelsturm über Teile der Region hinweggefegt. Vor allem aus dem nördlichen Landkreis Mühldorf werden zum Teil schwere Schäden gemeldet. Besonders schlimm war es am Ammersee, rund um München bis in den Landkreis Freising.

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UPDATE, 15 Uhr - Pressemeldung der Wasserwacht

Ehrenamtliche Helfer der Wasserwacht-Ortsgruppen Chieming und Seebruck haben zwei in Seenot geratene Segler gerettet. Die beiden Personen waren mit einem Schlauchboot-Katamaran auf dem Chiemsee unterwegs, als sie von einem Wetterumschwung überrascht wurden.

Die Integrierte Leitstelle (ILS) alarmierte die heimische Wasserwacht, die daraufhin das infrage kommende Gebiet absuchte. An einem Uferabschnitt zwischen Chieming und Seebruck fanden die Wasserretter schließlich die beiden Segler, die es gerade noch an Land geschafft hatten und mit dem Schrecken davonkamen. Der Schlauchboot-Katamaran wurde von der Wasserwacht an den Haken genommen und zum Chieminger Dampfersteg geschleppt.

Damit die Wasserwacht-Helfer in solchen Notfällen schnell ausrücken und helfen können, ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) betreibt darum hohen Aufwand, um die Wasserrettung im Landkreis Traunstein flächendeckend leisten zu können.

Pressemeldung des BRK-Kreisverbandes Traunstein

UPDATE, 12.50 Uhr - Video zeigt Wucht des Hagelsturms

Welche ungeheure Kraft die Gewitterwalze am Abend des Pfingstmontag entwickelte, zeigt dieses Video vom Ammersee, das Wetterexperte Kai Zorn auf Facebook gepostet hat. In dem 40-Sekunden-Clip sieht man, wie das Gewitter heran rollt und es dann plötzlich heftig zu hageln beginnt.

"Was ist das für ein Monster, das da über Bayern wütet. Ich habe die südöstlichen Ausläufer bei mir gehabt und dann den Wind und die Stimmung nur erahnen können. Dieses Video wurde mir gerade von einem ehemaligen Sat.1 Bayern Kollegen aus Utting am Ammersee zugespielt - hier haben wir oft mal geschaltet. Krass, krass, krass", schrieb Zorn zu seinem Post.

UPDATE, 12.20 Uhr - 1.000 Besucher müssen Volksfest verlassen

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Am Montag, 10. Juni, kam es im Laufe des Abends zu fast 200 Unwettereinsätzen für die Münchner Polizei. Der Deutsche Wetterdienst hatte im Vorfeld bereits Windböen mit bis zu 120 km/h und Hagelkörner mit einer durchschnittlichen Größe von circa fünf Zentimetern gemeldet und daher die höchste Warnstufe 4 ausgerufen. 

Betroffen von diesem Unwetter war auch das Volksfest in Lohhof (Gemeinde Unterschleißheim). Nach einer Absprache zwischen der Feuerwehr, der örtlich zuständigen Kommune, dem Rettungsdienst und der Polizei, entschied man sich, das Volksfestgelände zu räumen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich etwa 1.000 Besucher auf dem Festplatz. Um die Festbesucher adäquat unterzubringen, konnten Räume in einer nahe gelegenen Realschule zur Verfügung gestellt werden. 

Während des Unwetters drohte eine Abluftanlage des Festzeltes, die auf dem Dach montiert war und etwa 500 Kilogramm wiegt, abzustürzen bzw. in das Festzelt zu stürzen. Da das Festzelt zu diesem Zeitpunkt bereits geräumt war, bestand keine Gefahr für Personen. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Gefahrensituation. Die Polizei rückte ansonsten überwiegend wegen Einsätzen wie Sturmschäden, Gefahrenstellen, Ampelausfällen und Überflutungen aus.

Pressemeldung Polizei München

UPDATE, 11.35 Uhr - Experte: "Das waren echte Geschosse"

Die Wetterlage bleibt weiter explosiv. Zu diesem Schluss kommt jetzt auch ein bekannter Meteorologe, der von einem zum Teil "sehr zerstörerischen Hagel" am Pfingstmontag sprach. Die Körner hatten einen Durchmesser von 5 Zentimetern und mehr.

"Das waren echte Geschosse, die da vor allem in und rund um München runter kamen. Es kam zu vielen Schäden. Gewächshäuser, Auto oder Pflanzen, alles wurde von der Wucht der Hagelkörner einfach zerstört. Binnen weniger Minuten war die Ernte von vielen landwirtschaftlichen Betrieben dahin. Von manchen Pflanzen ist kaum noch etwas übrig geblieben", sagte Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net (www.wetter.net). 

"Es war, als wäre ein großer Rasenmäher über die Felder rund um München gefahren. Da ist nicht mehr viel stehengeblieben. Die Ernte wurde in vielen Landstrichen einfach vernichtet. Zudem gab es heftigen Starkregen. Stellenweise fielen binnen weniger Minuten bis zu 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das war mehr als eine halbe Monatsmenge. Schwerpunkt der Gewitter war der Südosten und später der Osten", so Jung weiter, der davon ausgeht, dass es am Dienstag besonders den Osten treffen wird.

Unwetterschäden rund um München

UPDATE, 10.35 Uhr - Über 700 Einsätze in München

Alle Hände voll zu tun hatten die Feuerwehren am Pfingstmontag und in der Nacht auf Dienstag in München. Die Integrierte Leitstelle (ILS) musste über 700 unwetterbedingte Einsätze aufnehmen, wie die Berufsfeuerwehr München nun mitteilte. Rund 630 Feuerwehrler waren bis tief in die Nacht im Einsatz. Am Dienstagvormittag laufen weitere Nacharbeiten.

In München drohte an der Würm ein Dammbruch.

Es gab durch Hagel teils erhebliche Schäden. In den westlichen Stadtteilen waren teilweise die Fahrbahnen nicht mehr zu erkennen: Sie waren vollständig von Laub bedeckt bzw. standen völlig unter Wasser. Umgefallene Bäume haben Fahrzeuge, Gebäude und auch Versorgungsleitungen der Deutschen Bahn beschädigt. Laub verstopfte die Kanaldeckel, was zu überfluteten Fahrbahnen und Unterführungen führte. Um etwa 22 Uhr drohte ein Damm an der Würm zu brechen. Durch querliegende Bäume an einem Wehr hatte sich die Würm zurückgestaut und drohte nördlich der Verdistraße über die Ufer zu laufen. Das konnte die Feuerwehr durch den Einsatz von Sandsäcken gerade noch verhindern.

Die östlichen Stadtteile blieben vom Hagel verschont, hier musste die Feuerwehr jedoch ein durch den Wind gelockertes, acht Stockwerke hohes Gerüst sichern. Im Hasenbergl lief der Regen in eine Tiefgarage und ließ das Wasser auf rund 4000 Quadratmeter Fläche etwa 30 Zentimeter hoch ansteigen. Hier rückte die Feuerwehr mit speziellen Pumpen an. Dennoch dauerte es sechs Stunden, bis das Wasser abgepumpt war. Auch die Einsatzfahrzeuge blieben nicht verschont. In Pasing beschädigte der Hagel ein Löschfahrzeug, ein Notarzteinsatzfahrzeug und die Windschutzscheiben von zwei Rettungswagen.

UPDATE, 9.30 Uhr - Erneute (Vor-)Warnung von Wetterdienst

Nach dem Unwetter ist (offenbar) vor dem Unwetter: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat soeben eine neue (Vor-)Warnung "vor schweren Gewittern mit Unwetterpotential" erlassen. Diese Warnung gilt für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting vorerst von Dienstag, 17 Uhr, bis Mittwochmorgen, 3 Uhr.

Mögliche Begleiterscheinungen seien schwere Sturmböen um 100 km/h mit der Gefahr orkanartiger Böen und vereinzelte Orkanböen (110 bis 120 km/h), heftiger Starkregen zwischen 25 und 40 Millimeter in kurzer Zeit, lokal auch bis 50 Millimeter, sowie größerer Hagel drei bis fünf Zentimetern.

Hinweis auf mögliche Gefahren: Dies ist ein Hinweis auf eine Wetterlage mit hohem Unwetterpotential. Er soll die rechtzeitige Vorbereitung von Schutzmaßnahmen ermöglichen.

Gewitter mit den genannten Begleiterscheinungen treten typischerweise sehr lokal auf und treffen mit voller Intensität meist nur wenige Orte. Genauere Angaben zu Ort, Gebiet und Zeitpunkt des Ereignisses können erst mit der Ausgabe der amtlichen Warnungen erfolgen. Bitte verfolgen Sie die weiteren Wettervorhersagen mit besonderer Aufmerksamkeit. Detaillierte Warninformationen erhalten Sie unter www.wettergefahren.de.

UPDATE, 8.45 Uhr - Bahnverkehr weiterhin beeinträchtigt

Der Zug- und S-Bahn-Verkehr in und um München ist am Dienstagmorgen/-vormittag weiterhin beeinträchtigt. Zwischen Freising und München Hauptbahnhof ist derzeit kein Zugverkehr möglich. Es gibt einen Schienenersatzverkehr.

Aufgrund von Bäumen im Gleis ist der Streckenabschnitt Landshut Hbf - Freising nur auf einem Gleis befahrbar. Zusätzlich ist wegen einer Oberleitungsstörung die Strecke zwischen München-Moosach und München-Feldmoching weiterhin gesperrt. Die Züge aus Richtung Landshut Hbf verkehren bis Freising / Flughafen und enden dort.

Zwischen Freising und München-Feldmoching verkehren derzeit S-Bahnen im Pendelverkehr. Zudem können Reisende zwischen Feldmoching und München Hbf die U-Bahnlinie U2 nutzen. Ein provisorischer Schienenersatzverkehr mit Taxis zwischen Freising und München-Laim ist für Sie eingerichtet. Ab München-Laim nutzen Sie bitte die S-Bahnen in Richtung München Hbf.

UPDATE, 7.55 Uhr - Bub (7) durch Unwetter schwer verletzt

Im Allgäu gab es durch das Sturmtief drei weitere Verletzte zu beklagen. In Bidingen wurden zwei Männer leicht und ein siebenjähriger Bub schwer verletzt, als diese von einem umstürzenden Baum getroffen wurden. Laut Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) hatte die Radfahrer-Gruppe unter einem Baum vor dem Gewitter Schutz gesucht.

Die Unwetter wüteten insgesamt vom Ostallgäu bis nach Kempten, wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mitteilte. Im Ostallgäu seien zudem Straßen überschwemmt worden und weitere Bäume auf die Straßen gefallen. Nach wenigen Minuten sei an den meisten Orten das Unwetter durchgezogen.

UPDATE, 7.45 Uhr - Massive Schäden in und um München

In der Landeshauptstadt München wütete der Hagelsturm vor allem in den westlichen und nördlichen Stadtteilen. An mehreren Orten seien viele Autoscheiben und Dachfenster zu Bruch gegangen, meldeten Polizei und Feuerwehr. Zudem standen auch mehrere Straßen unter Wasser und Bäume wurden entwurzelt. Im Westen der Stadt gab es gut 550 Feuerwehreinsätze, wie der Bayerische Rundfunk berichtet

Besonders viel sei in Garching, Oberschleißheim und Unterschleißheim los gewesen. In Unterschleißheim musste sogar das Volksfest geräumt werden. Es gab drei Verletzte durch Hagelschlag im Bereich Germering/Puchheim. Auch hier war die Rede von Hagelkörnern in Golfballgröße.

Schwere Unwetter ziehen über München

UPDATE, 7.15 Uhr - Zug evakuiert - Verzögerungen am Airport

Bei Moosburg musste am Pfingstmontag der Flughafenexpress evakuiert werden.

Auch am und um den Münchner Flughafen sorgte das Unwetter am Montagabend für Chaos. Wie die Kreisbrandinspektion Freising auf Facebook mitteilte, musste bei Moosburg der Flughafenexpress evakuiert werden. Im Zug befanden sich 64 Reisende, als ein Baum in die Oberleitung stürzte und diese zerstörte. Verletzte wurde hier zum Glück niemand. Insgesamt gab es bis zum Abend rund 100 Einsäte der Feuerwehren im Landkreis Freising.

Am Flughafen selbst mussten die Arbeiten auf dem Vorfeld phasenweise eingestellt werden. Flugzeuge mussten Warteschleifen fliegen, ehe sie nach Abklingen des Unwetters endlich auf dem Airport im Erdinger Moos landen konnten. Wegen der gesperrten S-Bahn-Strecken kam es jedoch auch bei der An- und Abreise der Passagiere zum Teil zu massiven Problemen.

UPDATE, 7.05 Uhr - Bahnverkehr durch Unwetter gestört

Das starke Unwetter hat auch am Dienstagmorgen noch Auswirkungen auf den Bahnverkehr in und um München. So ist die Strecke München - Freising aktuell komplett gesperrt, im Abschnitt zwischen Freising und Landshut ist laut Deutscher Bahn inzwischen wieder ein Gleis befahrbar. 

Auch im S-Bahn-Verkehr in der Landeshauptstadt kommt es - Stand: 7 Uhr - weiter zu Behinderungen. So fährt derzeit die Linie S8 (Herrsching - Flughafen) nicht. Auch auf den anderen Linien müssen Fahrgäste am Morgen mit Einschränkungen rechnen.

UPDATE, 6.45 Uhr - Vögel durch Hagel getötet

Auch im Landkreis Freising hat der Hagelsturm zum Teil eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Laut einem Bericht unseres Partnerportals merkur.de fielen in den Gemeinden Eching, Neufahrn und Hallbergmoos sowie in der Stadt Freising zum Teil Hagelkörner von der Größe eines Golfballes. Dabei wurden Fahrzeuge durchlöchert und Fassaden von Häusern zerfetzt. Auch Vögel wurden durch den starken Hagel getötet. Zudem knickte in Goldach (Gemeinde Hallbergmoos) ein Strommast um.

UPDATE, 6.40 Uhr - Fotos unserer User

Leserfotostrecke von der Unwetterfront

UPDATE, 6.30 Uhr - Große Schäden in Niederbergkirchen

Noch heftiger als das Volksfest in Neumarkt Sankt Veit hat es am Montagabend die etwas weiter südlich gelegene Ortschaft Niederbergkirchen erwischt. Dort deckte der Sturm das Blechdach des örtlichen Lagerhauses ab. Dieses flog mitsamt der Photovoltaikanlage über zwei Wohnhäuser hinweg, beschädigte deren Dächer und landete auf der Straße. Die Dachrinne der Lagerhalle hing im Funkmasten eines Amateurfunkers

Auch der Kamin eines Hauses wurde eingerissen und von der Feuerwehr Niederbergkirchen weitestgehend stabilisiert. Im Dachsweg stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit einem Landwirt entfernt. Auch der Carport eines Anwohners wurde massiv in Mitleidenschaft gezogen und bedarf nun einer größeren Reparatur. 

Unwetterschäden in Niederbergkirchen

Vor dem ehemaligen Gasthaus des Ortes riss der Sturm bei einer Kastanie einen großen Ast heraus, der nun am Dach und der Fassade lehnt. Mit der Kehrmaschine des Bauhofs wurden die Straßen größtenteils vom heruntergefallenen Laub befreit. Die Schäden auf den Feldern, welche der Hagel angerichtet hat, können momentan noch nicht beziffert werden. Die Aufräumarbeiten werden sich nach Angaben von vor Ort bis in den Dienstag hineinziehen. 

Die Erstmeldung:

Am Dienstagvormittag (11. Juni) ist besonders in den Landkreisen Mühldorf, Traunstein, Altötting und dem Berchtesgadener Land leicht bewölkt, während im Landkreis Rosenheim es Wolkenlos ist. Die Temperaturen erreichen dabei Werte zwischen 18 Grad Celsius in den Landkreisen Mühldorf und Altötting und schon 20 Grad Celsius in den Landkreisen Rosenheim und dem Berchtesgadener Land.

Der Nachmittag wird in Südostbayern wieder sehr schwül und die Temperaturen erreichen Werte zwischen 29 Grad Celsius im Landkreis Traunstein und maximal 31 Grad Celsius in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Es muss in der gesamten südostbayerischen Region am Nachmittag mit Gewittern gerechnet werden. Der Unwetterservice Südostbayern informiert Sie wieder ausführlich falls es dazu kommt.

Abends gegen 20 Uhr, kann bei Wolkenlosem Himmel wieder gegrillt werden. Die Temperaturen erreichen 22 Grad Celsius in den Landkreisen Traunstein und dem Berchtesgadener Land und bis zu 24 Grad Celsius in den Landkreisen Mühldorf und Altötting.

Die Nacht zum Mittwoch (12. Juni) wird in der gesamten Region Wolkenlos verlaufen und die Tiefstwerte erreichen zwischen 13 Grad im Landkreis Berchtesgadener Land und jeweils 14 Grad Celsius in den übrigen Landkreisen Südostbayerns.

Weitere Informationen über das aktuelle Wetter gibt's auf der Website des Unwetterservice Südostbayern oder auf deren Facebook-Seite.

Bereits am Montag (10. Juni) brachte das heiße, schwüle Wetter ein großes Unwetter mit sich. Hier geht's zum News-Ticker mit Fotos und Updates vom Gewitter und Wetterchaos.

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