Kampf gegen Corona

Auch in der Region sollen Hilfskrankenhäuser entstehen

Hilfskrankenhäuser wegen Corona: Auch im Landkreis Rosenheim und Traunstein sollen sie errichtet werden
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Auch in der Region Rosenheim soll ein Hilfskrankenhaus wegen des Coronavirus entstehen

Landkreis - Auch in der Region bereitet man sich auf Engpässe in den Krankenhäusern vor. Das Innen- und das Gesundheitsministerium haben die Anforderungen in die Regionen gegeben, dezentral mögliche Standorte für Hilfskrankenhäuser zu prüfen. 

Möglicherweise wird es in Bayern wegen der Corona-Krise zu Engpässen in den Krankenhäusern kommen. Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete Rosenheim als "Hotspot" der COVID-19-Erkrankungen. Er stellt in der Pressekonferenz am Montag fest: Die Kliniken in der Region stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Bayerische Staatsregierung will deshalb vorsorgen und hat die Regionen beauftragt, dezentral mögliche Standorte für Hilfskrankenhäuser zu prüfen. Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml sei denkbar, Standorte wie erst kürzlich stillgelegte Krankenhäuser oder bestehende Rehaeinrichtungen hierfür zu nutzen.

In Rosenheim arbeitet man mit Hochdruck

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Insgesamt 26 Hilfskrankenhäuser sollen laut Staatsregierung in ganz Bayern entstehen. In jedem Rettungsdienstbereich eins. Im OVB24-Gebiet gibt es zwei Rettungsdienstbereiche: Der eine umfasst die Landkreise Rosenheim und Miesbach sowie die Stadt Rosenheim. Der andere die Landkreise Traunstein, Mühldorf, Altötting und Berchtesgadener Land. Möglichst noch in dieser Woche sollen deshalb eigens benannte Ärztliche Leiter Konzepte für ihren jeweiligen Rettungsdienstbereich einreichen. Von Seiten des Landratsamtes Rosenheim heißt es auf Nachfrage von rosenheim24.de: "Der Standort für das Hilfskrankenhaus steht noch nicht fest. An dem Thema wird mit Hochdruck gearbeitet, die Verantwortlichen sind mit mehreren Betreibern im Gespräch."

Bettina Bauer von der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung sagte in einer Pressekonferenz am Mittwoch zu dem Thema: "Als Allererstes kommen hierzu natürlich ehemalige Krankenhäuser in Frage, wo schon gewisse Infrastruktur vorhanden ist. Nur der aller aller allerletzte Notfallplan wäre, irgendwelche Turnhallen zu belegen, weil das eigentlich überhaupt keinen Sinn macht. Man muss sich diese Gebäude anschauen, und schauen, was an Umbauten erforderlich ist." Es stehe auch derzeit noch völlig in den Sternen, wo das Geld dafür herkomme, so Bauer. Bis Ende der Woche sei von der Regierung eine Frist gesetzt worden, in der diese erbitte vorzustellen, was in Frage kommen könnte. Vorgaben im Hinblick auf die Kapazitäten der Hilfskrankenhäuser gebe es von der Regierung keine. 

In den RoMed Kliniken ist man bereits dran, die Kapazitäten massiv auszuweiten. Insgesamt stehen den Kliniken derzeit 39 Beatmungsplätze der ersten Kategorie, sogenannte „erstklassige Beatmungsplätze“ mit allen relevanten Geräten samt Personal, zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es derzeit gut 20 Intensivplätze zweiter Ordnung, die ggf. mit Narkosegeräten betrieben werden könnten. „Diese Plätze könnten innerhalb kürzester Zeit ertüchtigt werden“, so der Geschäftsführer Klinik-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram. Ziel ist es, die Kapazitäten in den vier Kliniken schnellstmöglich auf 85 Intensivplätze zu erhöhen. „Dazu brauchen wir aber noch zusätzliche Beatmungsgeräte. Den Bedarf haben wir bereits angemeldet“

Die Lage im Rettungsdienstbereich Traunstein

Auch in Traunstein unternimmt man derzeit alles, um die Behandlungskapazitäten zu erweitern. Michael Reithmeier, Pressesprecher des Landratsamtes Traunstein erklärt auf Nachfrage von chiemgau24.de, dass das Konzept zur Erweiterung der Behandlungskapazitäten bei der Bewältigung der Corona-Pandemie drei Bereiche umfasse:

  1. Erweiterung bestehender Krankenhäuser
  2. Nutzung von Vorsorge- und Reha-Einrichtungen sowie von Privatkrankenanstalten
  3. Hilfskrankenhäuser

"Unsere Anstrengungen unter Leitung des Ärztlichen Leiters FüGK, Hubert Pilgram, konzentrieren sich gegenwärtig aufbestehende Krankenhäuser und beispielsweise Reha-Einrichtungen", so Reithmeier. "Hier haben wir bereits große Fortschritte erreicht. Entsprechend ihrer jeweiligen Ausstattung können beispielsweise Reha-Einrichtungen bei Bedarf in erster Linie mit Nicht-Covid-19-Patienten sowie mit Covid-Erkrankten mit leichterem Krankheitsbild belegt werden."

jb

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