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Gefährlicher Käfer aus Asien grassiert im Raum Rosenheim

Quarantänezone: Was steckt hinter den Hinweisschildern?

Warnschild „Quarantänezone Asiatischer Moschusbockkäfer“ im Landkreis Rosenheim am Straßenrand
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„Quarantänezone Asiatischer Moschusbockkäfer“ - Schilder wie dieses bei Vogtareuth stechen die Autofahrern zwischen Rosenheim und Bad Aibling häufiger am Straßenrand ins Auge.

Landkreis Rosenheim -„Quarantänezone Asiatischer Moschusbockkäfer“ - Schilder am Straßenrand, die Autofahrern zwischen Rosenheim und Bad Aibling vermehrt ins Auge stechen. Wie gefährlich ist der aus Asien stammende Käfer und was bedeutet der Begriff „Quarantäne“ wirklich?

„Der Asiatische Moschusbockkäfer (AMB) wird als Quarantäneschädling eingestuft und muss nach den Vorgaben der EU und des Bundes bekämpft werden. Jeder Fund in Bayern muss gemeldet werden“, unterstreicht Carolin Bögel vom Institut für Pflanzenschutz von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) gegenüber rosenheim24.de.

Die Bürger sind dabei zur aktiven Mithilfe aufgefordert, gefundene Käfer, Verdachtsfälle, Neuanpflanzungen oder Fällung von Prunus-Gehölzen in der Quarantänezone an das LfL unter der Telefonnummer 0174 - 798 1593 und per Mail an Aromia@LfL.bayern.de zu melden. Weitere Informationen zu dem Schädling finden sich auch auf der Homepage des LfL.

Asiatischer Moschusbockkäfer: Abholzung innerhalb der Quarantänezone

„Hinter der Quarantänezone verbirgt sich ein abgegrenztes Gebiet, in dem Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden“, erläutert Bögel weiter. „Die Schilder stehen an der Grenze der Quarantänezone und dienen den Bürgern zur Information, ob ihre Grundstücke innerhalb oder außerhalb der Quarantänezone liegen. Vor allem sollen sie deutlich machen, wo die Grenzen sind bei Holztransport und Schnittgut. So wird eine weitere gefährliche Verschleppung verhindert. Im Gebiet selbst werden nur befallsverdächtige Gehölze mit Symptomen gefällt und untersucht.“

Das LfL mit Sitz in Freising hat insgesamt 29 Schilder im Raum Rosenheim aufstellen lassen - als Hinweis, dass hier dem aus Asien eingeschleppten Holzschädling der Kampf angesagt wird. Ein Befall in Nachbarlandkreisen wie Traunstein, Altötting, Mühldorf oder dem Berchtesgadener Land ist indes nicht bekannt.

Asiatischer Moschusbockkäfer: Erkennungsmerkmale und Vorgehensweise bei der Bekämpfung

Der Asiatische Moschusbockkäfer gehört zur Familie der Bockkäfer und ist etwa 2,5 bis 4 Zentimeter groß. Markant ist neben den langen Fühlern der schwarze Kopf vor allem sein spezifisches rotes Halsschild, das sich vom sonst komplett schwarzen Körper abgrenzt. Der Asiatische Moschusbockkäfer ähnelt in äußerer Gestalt dem Heimischen Moschusbockkäfer, charakteristisch für ihn aber ist dessen metallisch schimmernde Färbung.

Der Asiatische Moschusbockkäfer wird als Quarantäneschädling bekämpft. Charakteristisch ist sein auffälliges rotes Halsschild, das sich von seinem schwarzen Körper abgrenzt.

Seine Eier legt der Obstbaumschädling aus Asien in Rindenspalten, meist am Stamm oder stärkeren Ästen ab. Die schlüpfenden Larven fressen zunächst unter der Rinde (Minierfraß). Später nagen sie breite Gänge tief in den Holzkörper - vom Splint- bis ins Kernholz -, um sich dort zu verpuppen. Während der Entwicklungsdauer von circa zwei bis drei Jahren wirft die Larve Bohrspäne aus. Nach der Verpuppung schlüpft der Käfer - etwa ab Mai - durch ein Ausbohrloch von etwa zwölf Millimeter Durchmesser. Bevor der Käfer schlüpft, schiebt er Kot und Genagsel aus dem Loch, die sich beispielsweise in Astgabeln anhäufen.

„Die massiven Gänge im Holz, die die Larve frisst, führen zu mechanischen Verletzungen der Gehölze und es entstehen Eintrittspforten für Pilze und Bakterien. Bei starkem Befall mit dem Asiatischen Moschusbockkäfer sterben die Bäume ab. Eine weitere Ausbreitung ist daher unbedingt zu verhindern“, mahnt Bögel.

Typische Befallsmerkmale am Stamm und an starken Astpartien:

  • Längsovales Ausbohrloch - etwa zwölf Millimeter - mit anschließendem Bohrgang
  • Bohrspäne in Astgabeln, am Stamm oder unter der Rinde verpresst
  • große Bohrgänge von mehreren Zentimetern Länge im Holz und unter der Rinde
  • absterbende Äste

Besonders Arten der Gattung Prunus - eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse - haben es dem Käfer angetan, darunter Pfirsich, Mirabelle, Reneklode, Zwetschge, Pflaume, Aprikose, Kirsche, Kriecherl oder Mandelbäumchen. Ausgenommen ist der Kirschlorbeer, den verachtet der Schädling.

Asiatischer Moschusbockkäfer trat erstmals 2011 in der Region in Erscheinung

Der Asiatische Moschusbockkäfer ist bereits in Kolbermoor seit 2011 bekannt, seit 2012 wurde durch Mitarbeiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim in diesem Gebiet ein Monitoring durchgeführt. Im Jahr 2016 wurde sowohl in der Stadt Rosenheim als auch in der Stadt Kolbermoor Befall mit dem in China heimischen Schädling amtlich nachgewiesen.

mb

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