Hochwasser und Überflutungen in der Region

In B15-Unterführung bei Hochstätt stand Wasser bis zu vier Meter hoch

Überflutete Senke auf B15 bei Hochstätt
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Auf der B15 wurde zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt eine Senke überschwemmt.

Landkreis - Seit Dienstagabend, 4. August, hat sich die Wettersituation nach Abklingen des Dauerregens in der Region sichtlich entspannt. Auch die Flusspegel gehen weiter zurück. Im Oberland und Niederbayern ist die Situation derzeit allerdings noch ein klein wenig kritischer.

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Update, 13.26 Uhr - Wasser stand auf B15 bis zu vier Meter hoch

Bis Mittwochnachmittag, 5. August, um 15 Uhr waren die Feuerwehren aus Pfaffenhofen, Hochstätt, Marienberg und die Straßenmeisterei mit dem Auspumpen und Reinigen der B15-Unterführung bei Hochstätt beschäftigt. Durch einen Defekt an der Pumpe konnte das viele Wasser der übergehenden Rott und des vielen Regens nicht mehr abgepumpt werden, so dass die Unterführung nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Pfaffenhofen bis zu vier Meter hoch volllief.

Ein Autofahrer, der mit einem Firmenfahrzeug eines Rosenheimer Bürobetriebes unterwegs war, konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, nachdem sein Auto von den Wassermassen eingeschlossen worden war. Der Wagen konnte erst bei den Räumungsarbeiten abgeschleppt werden und erlitt dabei einen Totalschaden, wie die Polizei Rosenheim und die Feuerwehr Pfaffenhofen unisono mitteilten.

Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 bei Hochstätt

Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt.
Feuerwehreinsatz an überschwemmter B15 zwischen Schechen und Rott bei Hochstätt. © Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen

Update, 12.18 Uhr - Wanderweg in Traunstein derzeit gesperrt

Das Hochwasser am Dienstag hat den Wanderweg vom Klobenstein in Richtung Panzerstraße massiv beschädigt. Die Mitarbeiter des Bauhofs der Großen Kreisstadt Traunstein werden mindestens zwei Wochen benötigen, die großen Schäden zu beheben. In dieser Zeit muss der Weg gesperrt werden: auf der einen Seite ab dem Pirkl-Weiher, auf der anderen Seite ab der Panzerstraße. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis.

Update, 11.31 Uhr - Auto fungiert in Neubeuern als „Wasserski-Lift“

Ein Auto zieht einen Wakeboard-Fahrer über eine überflutete Wiese bei Neubeuern.

Dass es auch während einer Hochwasser-Lage nicht immer „bierernst“ zugehen muss, haben jetzt einige Bürger aus Neubeuern und Umgebung (Landkreis Rosenheim) bewiesen. „Liebe Freunde der Neubeurer Seenplatte, hier schon mal erste Einblicke zum neuen Freizeitangebot im Naherholungsgebiet Neubeuern. Wasserski- und Segelkurse werden seit gestern am Lake Woodham (Holzhammer See) angeboten“, hieß es mit einem Augenzwinkern in einem Beitrag auf Facebook.

Dazu wurden mehrere Videos mit den neuen „Aktivitäten“ veröffentlicht. Eines der Videos zeigt ein Auto, das durch eine überschwemmte Wiese fährt und dabei tatsächlich einen Mann auf einer Art Wakeboard hinter sich her zieht. „Anstatt eines Wasserski-Liftes wurde augenscheinlich (...) ein VW-Golf zur Verfügung gestellt“, hieß es weiter.

Update, 10.53 Uhr - Staatsstraße 2010 wieder frei

Auch die Staatsstraße 2010 (Rosenheim - Miesbach), die im Bereich Wasserwiesen zuletzt noch gesperrt war, ist nun wieder frei befahrbar. Dies teilte soeben das Staatliche Bauamt Rosenheim mit. Massive Überschwemmungen hatten dafür gesorgt, dass die Straße dort am Dienstag und Mittwoch unpassierbar war.

Update, 10.23 Uhr - Feuerwehren im Lkr. Traunstein im Dauereinsatz

Ein überfluteter Keller im Landkreis Traunstein während des Hochwassers am 4. August 2020.

Nach den heftigen Regenfällen in der Region waren am Mittwoch im Landkreis Traunstein immer noch viele Feuerwehren im Einsatz, um die restlichen Einsatzstellen abzuarbeiten. Vielerorts wurden sie von den gemeindlichen Bauhöfen und Straßenmeistereien unterstützt. Zudem wurden aus dem Landkreis Freising Spezialfahrzeuge mit der Ausrüstung zur Behebung von Wasserschäden in die Region entsandt. Diese halfen in Übersee den örtlichen Kräften bei der Behebung von Wasserschäden.

Kreisbrandrat Christof Grundner richtete einen großen Dank an alle Feuerwehren im Landkreis Traunstein: „Über Stunden hinweg haben sie ihr bestes gegeben, um Schäden von Hab und Gut abzuwenden und allen Hilfesuchenden schnellstmöglich zu helfen. Dabei waren fast alle 80 Feuerwehren in irgendeiner Weise eingebunden. Die Aufgaben reichten von Auspumpen von Kellern über Straßensperren bis hin zu großangelegten ‚Sandsackfüllaktionen‘. Dabei galt es immer wieder schwierige Situationen zu meistern, wie beispielsweise das Auslaufen von Öl zu verhindern.“

Insbesondere im südlichen Landkreis Traunstein wurden Einheiten aus der gesamten Region zusammengezogen, um den Notruf-Anfragen bestmöglich gerecht zu werden.

Update, 9.32 Uhr - 90 Einsätze alleine im Stadtgebiet Rosenheim

Die Stadt Rosenheim hat nun eine Bilanz zur Hochwasser-Situation am Dienstag veröffentlicht. Innerhalb des Stadtgebietes mussten die Feuerwehren mit 150 Kräften binnen 24 Stunden 90 Einsätze leisten. Es gab dabei glücklicherweise keine Verletzten.

Es ist unglaublich, welche Wassermassen zwei Tage Regen hervorbringen können. Und auch wenn die Mangfall wirklich bedrohlich zum Anschauen war, war die Lage doch deutlich weniger dramatisch als 2013. Die Hochwasser-Maßnahmen haben gegriffen (...)„, sagte Oberbürgermeister Andreas März. Die Behörden betonten dabei ausdrücklich die hervorragende Zusammenarbeit unter allen beteiligten Ämtern und Organisationen.

Update, 8.20 Uhr - Felssturz im Halltal in Tirol

Im Halltal bei Absam in Tirol kam es am Mittwochabend, 5. August, etwa 500 Meter oberhalb der sogenannten ersten Ladhütte zu einem größeren Felssturz. Dabei wurde die dortige Straße durch Geröll und Felsbrocken teilweise verschüttet.

Die Einsatzleitung der Feuerwehr Absam verhängte daraufhin eine Totalsperre für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr im gesamten Halltal, inklusive des dortigen Fluchtsteiges. Entsprechende Absperrungen und Hinweistafeln wurden angebracht. Wie die Landespolizeidirektion Tirol mitteilte, soll am Donnerstag, 6. August, durch einen Geologen die Situation beurteilt werden. Bis dahin bleibt das Halltal in jedem Fall gesperrt.

Update, 7.39 Uhr - Rosenheimer (73) will bei Hochwasser im Inn baden

Manchmal kann man einfach nur mit dem Kopf schütteln - wie auch in diesem Fall, der sich am Mittwoch, 5. August, in Rosenheim zutrug. Passanten hatten gegen 12 Uhr die Polizei verständigt, dass am Inndamm an der Auffahrt Ellmaierstraße ein Mann stehen würde, der sich jetzt ausgezogen habe, in Badebekleidung dort stehe und jetzt im Inn ein Bad nehmen möchte.

Aufgrund der Wetterlage führte der Fluss zu diesem Zeitpunkt weiterhin Hochwasser. Die Polizei sprach in diesem Zusammenhang von „Lebensgefahr“. Den Passanten gelang es, den Mann von seinem „Freizeitvergnügen“ abzuhalten. Wenig später trafen auch die Beamten ein. Nach einem längeren Gespräch konnte der 73-jährigen Rosenheimer überzeugt werden, dass sein Vorhaben wohl nicht ganz durchdacht war. Er zog sich daraufhin wieder an und ging nach Hause.

Update, 6.55 Uhr - Fast alle Straßen wieder freigegeben

Der Straßenverkehr in der Region läuft inzwischen wieder weitestgehend normal. Gesperrt war am Donnerstagmorgen (Stand: 6.45 Uhr) wegen Überflutungen lediglich noch die Staatsstraße 2096 zwischen Übersee und der A8-Anschlussstelle Grabenstätt (Landkreis Traunstein).

Im Stadtgebiet von Rosenheim wurde für die Miesbacher Straße (Staatsstraße 2362) vor einer bestehenden "Gefahr durch Überflutungen" gewarnt. Dies gilt für den Abschnitt zwischen dem Abzweig nach Hohenofen und der Panorama-Kreuzung. Die Straße ist laut dem Verkehrsportal bayerninfo.de allerdings befahrbar.

Die Erstmeldung:

Im Landkreis Rosenheim hat der Inn an seinen Meldepegeln Oberaudorf, Rosenheim und Wasserburg die Meldestufe 1 unterschritten. An der Mangfall fallen die Wasserstrände relativ langsam. Am Pegel Feldolling wurde inzwischen die Meldestufe 1 aufgehoben. Am Pegel Rosenheim wird laut aktueller Vorhersage die Meldestufe 1 bis in die Nacht zum Donnerstag beibehalten. Aufgrund der teilweise noch hohen Wasserstände ist Vorsicht an den Gewässern im Landkreis Rosenheim geboten, wie der Hochwassernachrichtendienst Bayern mitteilte.

Im Landkreis Traunstein befindet sich der Alz-Pegel bei Seeon-Seebruck momentan in der Meldestufe 1 und wird bis zum Donnerstagabend wohl noch geringfügig ansteigen. Seinen Scheitel erreicht er nach den neuesten Prognosen bei etwa 156 cm (aktuell 154 cm).

Für den Landkreis Berchtesgadener Land konnten inzwischen alle Warnungen aufgehoben worden. Die dortigen Bäche und Flüsse haben derzeit keine Meldestufen mehr. Durch die Bewirtschaftung des Surspeichers nach dem Hochwasser sind jedoch eventuelle gesteuerte Anstiege am Pegel Brodhausen/Sur möglich.

Im Oberland gilt an der Loisach (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) teilweise noch die Meldestufe 1. Eine weitere Entspannung wird am Donnerstag erwartet. Im Landkreis Miesbach hat sich die Hochwasserlage an Schlierach und Leitzach entspannt. An beiden Flüssen wurde die Meldestufe 1 aufgehoben, die Wasserstände sind weiter rückläufig.

In Niederbayern gilt an der Isar im Bereich des Pegels Landshut/Birket derzeit noch die Meldestufe 3. Die Flutmulde ist durch den steigenden Wasserspiegel des Flusses angesprungen. Für alle tiefer gelegenen Gebiete in Landshut kann deswegen durch schnell ansteigendes Grundwasser eine Gefährdung hervorgehen. Den Bewohnern dieser Stadtgebiete wird empfohlen, ihre tiefer gelegenen Räume (Keller, Tiefgarage etc.) zu kontrollieren, so der Hochwassernachrichtendienst. Weiter westlich, im Bereich von Deggendorf und Passau, wo Isar und Inn in die Donau fließen, wurden bereits stagnierende oder sogar schon fallende Wasserstände vermeldet.

*Weitere Informationen folgen!*

mw

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