Innenminister Herrmann stellt Unfallstatistik 2018 vor

"Jeder fünfte tödlich verunglückte Autoinsasse war nicht angeschnallt"

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München - Generell ist die Zahl der Unfälle 2018 wieder angestiegen. In der Region sind die Zahlen durchwachsen. Im Raum Rosenheim und Traunstein hat es weniger Unfällen gegeben, in den anderen drei Landkreisen ist die Anzahl jedoch gestiegen.

Die Zahl der Unfälle auf Bayerns Straßen ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen - und zwar um 1,3 Prozent. Das geht aus der aktuellen Unfallstatistik hervor, die das Bayerische Landesamt für Statistik am Freitag veröffentlicht hat. In Zahlen bedeutet das, dass sich 2018 nach den vorläufigen Meldungen der Polizei 410.252 Unfälle ereignet haben.


Im Detail schlüsselt sich die Statistik wie folgt auf:

  • Unfälle mit Sachschaden: Anstieg um 1,3 Prozent auf 356.290
  • Unfälle mit Personenschaden: Anstieg um 1,5 Prozent auf 53.962
  • Todesfälle: Anstieg um 1,6 Prozent auf 618
  • Verletzte: Anstieg um 0,9 Prozent auf 70.301, davon 11.790 schwer (+2,3 Prozent) und 58.511 leicht (+0,7 Prozent)

Was das für die Region bedeutet:

Stadt/Landkreis

Unfälle mit Personenschaden

Unfälle mit schwerem Sachschaden

Unfälle mit Einwirkung berauschender Mittel

Anzahl der Verunglückten

Getötete

Schwerverletzte

Leichtverletzte

Stadt RO

406 (2017);

361 (2018)

51 (2017);

50 (2018)

20 (2017);

12 (2018)

482 (2017);

430 (2018)

0 (2017);

2 (2018)

42 (2017);

34 (2018)

440 (2017);

394 (2018)

Landkreis RO

1.209 (2017);

1.189 (2018)

167 (2017);

162 (2018)

50 (2017);

38 (2018)

1.554 (2017);

1.579 (2018)

19 (2017);

15 (2018)

260 (2017);

246 (2018)

1.275 (2017);

1.318 (2018)

Landkreis TS

895 (2017);

889 (2018)

155 (2017);

157 (2108)

34 (2017);

41 (2018)

1.257 (2017);

1.228 (2018)

16 (2017);

12 (2018)

284 (2017);

273 (2018)

957 (2017);

943 (2018)

Landkreis BGL

495 (2017);

506 (2018)

82 (2017);

61 (2018)

25 (2017);

20 (2018)

667 (2017);

694 (2018)

1 (2017);

11 (2018)

186 (2017);

172 (2018)

480 (2017);

511 (2018)

Landkreis AÖ

453 (2017);

514 (2018)

78 (2017);

71 (2018)

16 (2017);

32 (2018)

621 (2017);

680 (2018)

14 (2017);

8 (2018)

119 (2017);

125 (2018)

488 (2017);

547 (2018)

Landkreis MÜ

454 (2017);

463 (2018)

92 (2017);

94 (2018)

25 (2017);

15 (2018)

617 (2017);

660 (2018)

2 (2017);

11 (2018)

103 (2017);

133 (2018)

512 (2017);

516 (2018)

Oberbayern

19.124 (2017);

19.561 (2018)

3.150 (2017);

2.914 (2018)

803 (2017);

786 (2018)

24.870 (2017);

25.302 (2018)

167 (2017);

203 (2018)

3.967 (2017);

4.014 (2018)

20.736 (2017);

21.085 (2018)

Bayern

53.140 (2017); 53.962 (2018)

9.783 (2017); 8.819 (2018)

2.119 (2017); 2.123 (2018)

70.267 (2017); 70.919 (2018)

608 (2017);

618 (2018)

11.528 (2017);

11.790 (2018)

58,131 (2017);

58.511 (2018)



Ein Viertel der Getöteten sind Motorradfahrer

Für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ist klar: "Wir werden weiter hart daran arbeiten, Bayerns Straßen noch sicherer zu machen." Er kündigt unter anderem verstärkte Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen sowie mehr Aufklärung über die Gefahren beim Motorradfahren an.

Joachim Herrmann führt die steigenden Unfallzahlen unter anderem auch darauf zurück, dass immer mehr Menschen auf Bayerns Straßen unterwegs sind. Seit Beginn des Verkehrssicherheitsprogramms im Jahr 2011 ist die Einwohnerzahl in Bayern um rund 600.000 Menschen gestiegen. Auch die Zahl der in Bayern zugelassenen Fahrzeuge hat sich von rund 8,8 Millionen in 2011 auf rund zehn Millionen in 2018 deutlich erhöht. "Ein entscheidender Grund für den Anstieg der tödlichen Unfälle war aus Sicht unserer Verkehrsexperten das sehr früh einsetzende gute Frühlingswetter und der anschließende Jahrhundertsommer sowie der schöne und ausgedehnte Herbst 2018", sagt der Minister. "Dadurch waren mehr Zweiradfahrer und am Wochenende auch mehr Autofahrer auf Ausflugsfahrten unterwegs."

Auffällig ist am vergangenen Jahr vor allem der Anstieg der Unfalltoten auf Landstraßen von 367 im Jahr 2017 auf 391. Dagegen ist die Zahl der Unfalltoten auf den Autobahnen von 104 auf 82 zurückgegangen. Die Zahl der getöteten Motorradfahrer hat sich jedoch von 123 auf 147 erhöht und die der im Straßenverkehr ums Leben gekommenen Radfahrer von 70 auf 77.

Verstärkte Kontrollen angekündigt

Auch 2018 sind überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit nach Joachim Herrmanns Worten weiter die Ursache Nummer 1 für tödliche Unfälle. 176 - und damit knapp ein Drittel aller tödlichen Unfälle - gingen darauf zurück. "Die bayerische Polizei habe ich deshalb angewiesen, auch in diesem Jahr verstärkte Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen", kündigt der Innenminister an. Ein besonderes Augenmerk wird die bayerische Polizei auch auf Alkohol und Drogen am Steuer legen.

"Zudem war vergangenes Jahr jeder fünfte tödlich verunglückte Autoinsasse nicht angeschnallt - ein tödlicher Leichtsinn", warnt Joachim Herrmann. Das hat 2018 in Bayern 55 Menschen das Leben gekostet (2017: 61). Auch auf Gurtmuffel werde deshalb die bayerische Polizei besonders achten. Und auch auf motorisierte Zweiradfahrer. "Fast jeder vierte im vergangenen Jahr in Bayern getötete Verkehrsteilnehmer war ein Motorradfahrer - das ist besorgniserregend", macht der Minister deutlich. Oft sind riskantes und zu schnelles Fahren Ursachen für schwere Motorradunfälle. "Jeder Biker hat es hier selbst in der Hand, sich und andere nicht ohne Not zu gefährden", mahnt der Innenminister.

ksl

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