Rückgang bei Unternehmen um über 20 Prozent

Positiver Trend: "Nur" 344 Konkurse im Landkreis Rosenheim

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Rosenheim - Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden im Jahr 2018 bei den bayerischen Insolvenzgerichten für Stadt und Landkreis Rosenheim 344 Insolvenzverfahren beantragt. Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzverfahren deutlich zurückging, verbuchte man bei den "anderen Schuldnern" einen extremen Anstieg. 

Insgesamt 12.153 Insolvenzverfahren wurden im Jahr 2018 bei den bayerischen Amtsgerichten beantragt, darunter 2.444 Unternehmensinsolvenzen und 6.552 Verbraucherinsolvenzen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, ging die Anzahl der Insolvenzverfahren insgesamt im Vergleich zum Jahr 2017 um 4,2 Prozent zurück. 

Dies ist zum größeren Teil auf die um 6,7 Prozent gesunkenen Verbraucherinsolvenzverfahren zurückzuführen; die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen lag um 4,5 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Die restlichen 3.157 Insolvenzverfahren betrafen natürliche Personen als Gesellschafter, ehemals selbständig Tätige, Nachlässe und Gesamtgut; verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zeigte sich hier jedoch ein Anstieg (1,7 Prozent). 

Tabelle: Insolvenzverfahren Unternehmen

Verwaltungsbezirk

eröffnet

mangels Masse abgewiesen

Veränderung gegenüber im Vorjahr

betr. Arbeitnehmer

Forderungen 1.000 Euro

Stadt Rosenheim

11

8

-5 %

12

2.337

Landkreis Altötting

11

6

-26,1 %

123

10.241

Berchtesgadener Land

13

6

-5 %

280

16.838

Landkreis Mühldorf am Inn

21

10

-22,5 %

85

6.485

Landkreis Rosenheim

35

6

-21,2 %

137

15.803

Landkreis Traunstein

19

10

+26,1 %

171

94.749

Tabelle: Insolvenzverfahren Verbraucher

Verwaltungsbezirk

eröffnet

mangels Masse abgewiesen

Veränderung gegenüber im Vorjahr

betr. Arbeitnehmer

Forderungen 1.000 Euro

Stadt Rosenheim

47

-

-11,3  %

x

2.053

Landkreis Altötting

38

-

+58,3 %

x

1.705

Berchtesgadener Land

38

-

+15,2 %

x

1.519

Landkreis Mühldorf am Inn

57

-

-31,3 %

x

1.985

Landkreis Rosenheim

134

1

-8,1 %

x

6.255

Landkreis Traunstein

35

-

-34,5 %

x

1.411

Von den insgesamt 2 444 beantragten Unternehmensinsolvenzen wurden 72,2 Prozent bzw. 1.764 Verfahren eröffnet. 680 Verfahren bzw. 27,8 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen. Wie deutlich die Unternehmenslandschaft von Insolvenzen betroffen ist, veranschaulicht ein Vergleich der Zahl der Unternehmensinsolvenzen mit dem Gesamtbestand der Unternehmen. 

"Spitzenreiter" sind die Städte Landshut, Nürnberg und Bamberg

Im Jahr 2018 wurden in Bayerns Landkreisen und kreisfreien Städten durchschnittlich 3,9 Unternehmensinsolvenzen je Tausend Unternehmen gezählt. Die meisten beantragten Unternehmensinsolvenzen je Tausend Unternehmen wurden in den Städten Landshut (9,5 je Tausend Unternehmen), Nürnberg (7,7 je Tausend Unternehmen) und Bamberg (7,3 je Tausend Unternehmen).

Pro Insolvenzantrag eines Unternehmens betrugen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger durchschnittlich 1,44 Millionen Euro und lagen damit weit über dem Niveau des Vorjahres (726 087 Euro). Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags waren bei den Unternehmen, die im Jahr 2018 Insolvenz beantragt und Angaben zu den Beschäftigten gemacht hatten, 12.129 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt, während im Vorjahr 14.404 und somit 15,8 Prozent weniger von einer Unternehmensinsolvenz betroffen waren. 

Über 50% der Unternehmen jünger als acht Jahre

Über die Hälfte der insolventen Unternehmen war zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags jünger als acht Jahre. Gut ein Viertel (27,4 Prozent) der Unternehmen konnten sich nur bis zu drei Jahre lang am Markt halten, bevor sie Insolvenz beantragen mussten. Von den 6 552 im Jahr 2018 beantragten Verbrauchinsolvenzverfahren wurden 97,9 Prozent (bzw. 6 414 Verfahren) eröffnet, in 1,9 Prozent der Fälle wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen und 0,2 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen. 

Tabelle: Insolvenzverfahren ehemals selbstständig Tätige

Verwaltungsbezirk

eröffnet

mangels Masse abgewiesen

Veränderung gegenüber im Vorjahr

betr. Arbeitnehmer

Forderungen 1.000 Euro

Stadt Rosenheim

21

-

-25 %

x

3.117

Landkreis Altötting

19

-

-13,6 %

x

3.380

Berchtesgadener Land

22

4

+42,1 %

x

3.122

Landkreis Mühldorf am Inn

16

5

-30 %

x

4.036

Landkreis Rosenheim

55

4

-13,2 %

x

9.081

Landkreis Traunstein

33

3

+8,8 %

x

4.006

Tabelle: Insolvenzverfahren andere Schuldner

Verwaltungsbezirk

eröffnet

mangels Masse abgewiesen

Veränderung gegenüber im Vorjahr

betr. Arbeitnehmer

Forderungen 1.000 Euro

Stadt Rosenheim

6

-

+100 %

x

90

Landkreis Altötting

-

1

-50 %

x

-

Berchtesgadener Land

1

1

+/-0,0 %

x

-

Landkreis Mühldorf am Inn

10

-

+/-0,0 %

x

570

Landkreis Rosenheim

11

5

+433,3 %

x

1.064

Landkreis Traunstein

1

3

+33,3 %

x

1.186

In den kreisfreien Städten Bayerns wurden durchschnittlich 0,73 Verbraucherinsolvenzen je Tausend Einwohner gezählt, und damit deutlich mehr als in den jeweils umliegenden Landkreisen. In den Landkreisen Bayerns wurden im Jahr 2018 lediglich 0,41 Verbraucherinsolvenzverfahren je Tausend Einwohner registriert.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger gegenüber den Verbrauchern, die Insolvenz anmelden musste, beliefen sich auf insgesamt 325 Millionen Euro und lagen damit um 4,6 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Je beantragten Verbraucherinsolvenzverfahren betrugen die voraussichtlichen Gläubigerforderungen durchschnittlich 49 552 Euro und lagen damit um 2,3 Prozent über dem Vergleichs- wert des Jahres 2017.

Auch interessant: 

Das Amtsgericht Weilheim – Insolvenzgericht – hatte zuletzt bekannt gegeben, dass das Insolvenzverfahren von K&L (K&L GmbH & Co. Handels-KG) planmäßig am 1. Januar 2019 eröffnet wurde. Im Zuge der Restrukturierung werden bis Ende April 2019 insgesamt 14 Filialen geschlossen und die Organisationsstruktur der Hauptverwaltung dementsprechend angepasst. Dabei sind auch die Filialen in Rosenheim und Mühldorf betroffen

Aber auch speziell im Bereich der Rosenheimer Gastronomie wurden in den vergangenen Monaten viele Schließungen verbucht, wenn auch nicht aufgrund einer Insolvenz. Dennoch sind oftmals wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend. 

Zuletzt wurde bekannt, dass das Rosenheimer Weißbräustüberl seine Tore schließen wird. Gegen Ende des vergangenen Jahres vermeldete auch das Restaurant "España" seine Schließung

Im Jahr 2018 hatte es in der Region immer wieder Meldungen über Geschäftsaufgaben gegeben, vor allem im gastronomischen Bereich. Zum 28. Juli hatten das "Knickerbocker"-Restaurant im Gillitzerblock und zum 31. Juli das "Cafe Färber" den Betrieb eingestellt. Anfang des Jahres waren bereits das "Romanicum" in Raubling und die "Historische Weinlände" in Rosenheim geschlossen worden.

Das ehemalige mexikanische Restaurant "Senor Josè" an der Ecke Samerstraße hat außerdem mehrfach den Betreiber gewechselt und heißt - nach einem kurzen Intermezzo des "Juno" und "Lichtspielhaus" - inzwischen "BAMA". Auch das "Gatsby" am Rossacker gibt es inzwischen nicht mehr. 2017 schlossen außerdem "Lucky Waffel" und "Titus" in der Bahnhofstraße ihre Pforten. Auch der Gewürzladen von Alfons Schuhbeck am Max Josefs Platz hat inzwischen zugemacht.

Rubriklistenbild: © pixabay

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