Der Mai weiß nicht, was er will

Mittwoch stellenweise noch Bodenfrost, Sonntag bis zu 30 Grad!

+
  • schließen

Landkreis - Kaum ist der wärmste April seit dem Jahr 1761 vorbei da hatte man am gestrigen 1. Mai und heute Morgen das Gefühl man sei wieder im Herbst gelandet. Am Dienstag schafften es die Temperaturen in Deutschland vorübergehend nicht mal mehr auf 20 Grad und Mittwochmorgen gab es sogar stellenweise Luftfrost.

Service:
Das Wetter in ihrer Region

Die mittlere Temperatur lag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit 12,5 Grad Celsius noch einmal deutlich höher als im bisherigen Rekordjahr 2009. Damals wurden im Durchschnitt 11,4 Grad gemessen. Der April 2018 lag in Bayern zudem mehr als fünf Grad über dem Mittelwert der Jahre von 1961 bis 1990, die üblicherweise für Vergleiche hergenommen werden. Schon zur Monatsmitte erreichten die Temperaturen sommerliche Höhen - fast 30 Grad zeigten manche Thermometer an.

Laut DWD konnten die Menschen im Freistaat im April auch überdurchschnittlich viele Sonnenstunden genießen: 250 zählten die Meteorologen, 25 mehr als im bundesweiten Vergleich. 

Doch Mittwochmorgen gab es im Bundesgebiet sogar stellenweise Luftfrost. So wurden in Kaiserslautern in zwei Metern Messhöhe minus zwei Grad gemessen. In Fulda und Idar-Oberstein waren es ebenfalls nur minus ein Grad und an vielen Stellen gab es satten Bodenfrost, d.h. die Temperaturen sind in einer Messhöhe von fünf cm unter null Grad gesunken.

Orte mit Bodenfrost

  • Lübeck minus 4,5 Grad
  • Berlin minus 4,3 Grad
  • Hamburg minus 2,3 Grad
  • Hof minus 2 Grad
  • Leipzig minus 2 Grad
  • Saarbrücken minus 1,7 Grad

Überall dort wo es zu Bodenfrost kam, muss man mit Erfrierungen an empfindlichen Pflanzen rechnen. Daher waren alle Gärtner gut beraten empfindliche Pflanzen noch nicht auszubringen.

„Vielleicht waren das ja schon die vorgezogenen Eisheiligen, denn jetzt wird es bald wieder deutlich wärmer. Vom Atlantik kommt ab Freitag ein neues Sommerhoch zu uns. Es wird den Namen Quinlan tragen. Das Azorenhoch bringt dann erstmal Sonne satt und Temperaturen um bzw. sogar über 25 Grad im Schatten. Es sieht so aus als würden wir vom April-Sommer nahtlos in den Mai-Sommer übergehen. Besonders schön wird das kommende Wochenende. Dann erwarten wir an beiden Tagen im ganzen Land jeweils täglich 13 bis 14 Sonnenstunden. Und auch nächste Woche sieht es sehr nach einer Fortdauer des Sommerwetters aus“ verspricht Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal www.wetter.net.

Großwetterlage am Mittwoch: noch ist es eher kühl und auch zum Teil wechselhaft, aber auf dem Atlantik liegt schon das Azorenhoch Quinlan bereit und es wird uns laut Dominik Jung ab Freitag mit Sonne satt beglücken.

So geht es in den nächsten Tage weiter:

Donnerstag: 13 bis 22 Grad, mal Sonne, mal Wolken, im Südosten einzelne Schauer und Gewitter

Freitag: 14 bis 22 Grad, vielfach sonnig und trocken

Samstag: 17 bis 25 Grad, freundlich und viel Sonne, trocken

Sonntag: 21 bis 30 Grad, sommerlich warm und trocken

Montag: 23 bis 30 Grad, freundlich und weitgehend trocken

Dienstag: 23 bis 30 Grad, viel Sonnenschein, lokal später kurze Gewitter oder Schauer möglich

Mittwoch: 23 bis 30 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, einzelne Gewitter

Christi Himmelfahrt (Vatertag): 22 bis 29 Grad, vielfach freundlich, nachmittags Gewitter und Schauer möglich

Freitag: 23 bis 28 Grad, mal Sonne, mal Wolken, später einzelne Gewitter möglich

Kein Landregen in Sicht

In Sachen Niederschläge bekommen wir langsam ein kleines Problem: der Februar brachte 60 Prozent zu wenig Niederschlag, der März immerhin 15 Prozent zu wenig und der April brachte wieder ein Defizit von 30 Prozent. „Es ist also seit rund 3 Monaten deutlich zu trocken im Land und das spürt man. Die Waldbrandgefahr erreicht vielfach die Stufe 4 bis 5 und damit die höchsten beiden Stufen. Die Landwirte klagen über den vielfach ausbleibenden Regen. Die Unwetter der vergangenen Wochen haben mehr Schaden als Nutzen gebracht“ erklärt Wetterexperte Jung.

Allerdings ist in den kommenden 5 bis 7 Tagen weiterhin kein flächendeckender Landregen in Sicht der die Situation entspannen könnte. Dabei sollte es eigentlich im Frühjahr durchaus reichlich Regen geben. Das ist für das Wachstum der Pflanzen gut und wichtig.

Für Pollenallergiker ist das trockene Wetter ebenfalls ein Graus, denn ohne Regen werden die Pollen nicht aus der Atmosphäre ausgewaschen und somit bleibt die Pollenkonzentration durchweh recht hoch. Das werden aller Allergiker in den nächsten Tagen stark zu spüren bekommen. Neben den sehr allergenen Birkenpollen sind derzeit auch Pollen von Buche, Ulme, Ampfer und Weide unterwegs.

Neben der Trockenheit und dem Pollenflug erreicht in den kommenden Tagen auch wieder der UV-Index hohe Werte. Da kann man sich bei Aufenthalten im Freien schnell einen unliebsamen Sonnenbrand einfangen. Daher sollte man sich unbedingt gut eincremen.

Bestes Grill- und Badewetter

Die positiven Seiten des schönen Sommerwetters: die Grill- und Badesaison kann weitergehen. Ab dem 1. Mai haben auch deutlich mehr Freibäder geöffnet als noch im April. Da stand man trotz sehr warmen Wetters oftmals noch vor verschlossenen Freibadtoren. Das sollte sich allerdings in diesen Tagen ändern.

In vielen Freibädern wird in dieser Woche geöffnet und da könnte sich die Wetterlage kaum besser gestalten. Nächste Woche ist auch noch ein Feiertag und viele nehmen sich den Freitag wahrscheinlich als Brückentag frei. Es sieht derzeit gar nicht so schlecht aus, dass das Sommerhoch Quinlan auch dann noch durchhalten könnte.

„Für weitere Details müssen wir aber erstmal das kommende Wochenende abwarten. Vielleicht geht das Sommerwetter in der nächsten Woche in die Verlängerung“ erklärt Meteorologe Jung.

mh mit Material von wetter.net und dpa

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT