Kritischer Blick auf verschärfte Kontrollen in Tirol

LBS begrüßt Entscheidung beim Brennernordzulauf

Ein Rückstau aus Lastkraftwagen hat sich an einer Kontrollstelle an der Autobahn A93 gebildet.
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Die Entscheidung für eine Trasse durch die Deutsche Bahn AG liefert die Perspektive, dass sich auch auf bayerischer Seite etwas bewegt. (Symbolbild)

Landkreis - Der LBS, Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. begrüßt den Fortschritt bei den Planungen für den „Brenner-Nordzulauf“.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Die Entscheidung für eine Trasse durch die Deutsche Bahn AG liefert die Perspektive, dass sich auch auf bayerischer Seite etwas bewegt bei dieser dringend benötigten Infrastruktur für den Brenner-Basis-Tunnel (BBT). Dieser nähert sich in Italien und Österreich bereits seiner Vollendung.

„Gerade wegen der immer wieder erhobenen Forderung, möglichst viele Güter von der Straße auf die Schiene umzuleiten, ist diese wichtige Nord-Süd-Achse mit europäischer Dimension im Schienengüterverkehr dringend erforderlich“, so Henning Mack, Vizepräsident des LBS. „Insbesondere weil Projekte dieser Dimension - noch dazu grenzüberschreitend - in der Regel lange Realisierungsfristen haben, ist jeder Tag wertvoll, an dem sich etwas voran bewegt.“

Unternehmen der Speditions- und Logistikbranche sind dringend auf eine stabile, leistungsfähige und ausreichend dimensionierte Infrastruktur angewiesen, wenn sie im Sinne ihrer Kunden in der Wirtschaft und der Verbraucher Warentransporte durchführen. „Bei allen drei Aspekten kratzt die aktuelle Situation beim Verkehr über den Brenner immer wieder an Limits“, so Mack. „Die Entscheidung für den BBT wurde vor vielen Jahren von den Anrainerländern aus gutem Grund gefällt. Es ist an der Zeit, auch für die politisch Verantwortlichen, offen und nachhaltig zu den Konsequenzen zu stehen, die daraus entstehen. Mit Worten allein bringen wir keine einzige Badezimmer-Fliese und keine Packung Fussili über den Brenner.“

Kritischer Blick auf verschärfte Kontrollen in Tirol

„Die Argumente klingen schlüssig, doch das Motiv dahinter ist erkennbar“, kommentiert Sabine Lehmann, Geschäftsführerin des LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. die jüngste Ankündigung der Tiroler Landesregierung für verschärfte Kontrollen des LKW-Transitverkehrs durch das österreichische Bundesland.

„Dass Kontrollen erforderlich sind, um schlecht ausgerüstete und mangelhaft ausgestattete Fahrzeuge ausfindig zu machen und aus dem Verkehr zu ziehen, ist unbestritten. Schon jetzt ist man in Innsbruck stolz darauf, 20 Prozent des Transitverkehrs zu prüfen. Die jetzt angekündigten Erweiterungen bei der Zahl der Kontrollfahrzeuge und Kontrolltage deuten allerdings darauf hin, dass es Tirol vor allem auch darum geht, den Transit noch unattraktiver zu machen, als er sowieso schon ist“, so Lehmann.

„Denn selbstverständlich stehen auch alle korrekt ausgerüsteten und mängelfrei ausgestatteten Fahrzeuge dann im Kontroll-Stau. Das mag als Geschäftsrisiko für die Unternehmen durchgehen. Für Fahrerinnen und Fahrer wird es - noch dazu im Zusammenhang mit den umfassenden Pandemie-Restriktionen - zu einer weiteren Belastung.“

Pressemitteilung Landesverband Bayerischer Spediteure e.V.

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