AfD-Spitzenkandidat Bergmüller fordert Tierhalteverbot nach Aussetzen

Tiere als Wegwerfartikel zur Ferienzeit?

Landkreis Rosenheim - In der Ferienzeit werden viele Haustiere einfach ausgesetzt. AfD-Oberbayern Spitzenkandidat Franz Bergmüller fordert jetzt ein lebenslanges Tierhalteverbot für diejenigen, die das machen.

Ferienzeit ist Reisezeit. Wohin aber mit Hund, Katze oder Meerschweinchen, wenn man keine pflegende Vertretung hat oder schlichtweg keine Lust hat, sein Tier in einer kostenpflichtigen Pension unterzubringen? Rund 70.000 Tiere erleiden in der Bundesrepublik jedes Jahr ein trauriges Schicksal: Egal, ob Hund, Katze, Maus oder Schildkröte – ihre Besitzer setzen sie kurzerhand aus, binden sie an Raststätten an oder werfen sie nachts Tierheimen über den Zaun. Nach dem Urlaub kann man sich dann ja einfach ein neues Tier kaufen, das dann bis zum nächsten Urlaub bleiben kann. 

Tierbesitz nach Aussetzen verbieten?

„Jedes Jahr die gleiche, traurige Bilanz und nichts passiert“, sagt Franz Bergmüller aus Feldkirchen-Westerham. Dem in nahezu jedweder Form für diese Besitzer folgenlose Umgang mit dem „Tier als Wegwerfartikel“ hat er den Kampf angesagt. „Wer ein Tier aussetzt, weil es nicht in die aktuelle Lebenssituation oder den Terminkalender passt, hat jedes Recht verwirkt, Tiere jemals wieder zu halten oder zu besitzen“, konstatiert Bergmüller, „um diesem Leiden ein Ende zu bereiten und den Besitzern konsequent zu zeigen, dass es so nicht geht, fordere ich ein lebenslanges Tierhalteverbot für derartige Tierquäler. Wer vor Tieren und schutzlosen Lebewesen keinerlei Respekt hat, hat jegliche Rechte auf weiteren Tierbesitz für immer verwirkt.“ 

Da rechtlich Tiere immer noch als „Sache“ gelten, bleibt das Aussetzen für ihre Besitzer nahezu folgenlos. Bergmüller: „Die einzige Strafvorschrift findet man im Tierschutzgesetz. Geahndet wird die vorsätzlich begangene Tierquälerei. Ein bloßer Versuch oder eine fahrlässige Tat sind nicht strafbar.“ Er weist darauf hin, dass man zwar rechtlich ein vorläufiges oder in besonders schweren Fällen auch ein dauerhaftes Tierhalteverbot aussprechen kann, „aber da muss schon sehr viel passieren, damit das auch umgesetzt wird. Das Aussetzen eines Tieres gehört nicht dazu. Das ist dann eher eine Ordnungswidrigkeit.“ 

Sowohl er als auch der Rosenheimer AfD-Bezirkstagskandidat Andreas Kohlberger sind sich sicher: „Wer Tiere jedweder Art aussetzt und damit deren qualvollen Tod zum Beispiel durch Verhungern billigend in Kauf nimmt, ist zur Tierhaltung ungeeignet und muss mit einem lebenslangen Tierhalteverbot und einer hohen Geldbuße bestraft werden.“ 

Aktuell kein Thema auf der politischen Agenda

Bergmüller kritisiert, dass neben der CSU und der SPD auch die Grünen in diesem Punkt keinerlei Engagement zeigen und versagen. „Ein entsprechender Gesetzesbeschluss kann wirklich rasch auf den Weg gebracht werden, wenn man das will“, sagt er, „ich sehe keinen Grund, warum das nicht klappen sollte und warum die Altparteien dieses Thema komplett ausblenden und verdrängen. Wen will man denn damit schützen?“ 

Franz Bergmüller und Andreas Kohlberger sind sich sicher, dass auch die breite Bevölkerung hinter ihrer Forderung steht, denn: „Deutschland gilt als Haustier-Hochburg, die meisten Menschen lieben Tiere und verstehen nicht, wie man es überhaupt übers Herz bringt, ein Tier einfach wegzuwerfen.“ 

Im nächsten Schritt wollen Franz Bergmüller und Andreas Kohlberger nun eine Gesetzesvorlage skizzieren. Sie sind sich sicher, dass nur die Sorge vor harter Bestrafung derartige Leute zum Umdenken bringt und sie dann – aus Angst vor Konsequenzen und Strafen - lieber doch ein Tier ganz offiziell im Tierheim abgeben.

Pressemeldung AfD Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT