Nach Corona-Zwangspause

Chiemsee Kasperltheater wieder auf Bayerischer Kasperltour

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Kasperl-Probe im Kurpark

Landkreis Rosenheim - Der Chiemsee-Kasperl darf wieder auftreten - zunächst nur Open Air, ab 15. Juni dann auch wieder ganz regulär in Hallen, nur unter speziellen Auflagen.

Die Meldung im Wortlaut:

77 Tage durfte das Chiemsee-Kasperltheater wegen der Corona-Pandemie nicht auftreten. Dann gab es eine Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Rosenheim, die Puppenspieler Stephan Mikat sofort nutzte und seine Open-Air-Tour ins Leben rief. 

Am Fronleichnamstag,11. Juni tritt der Kasperl im Aschauer Kurpark auf, am Samstag, 13. Juni spielt er im Bad Aiblinger Kurpark. Beginn ist jeweils um 15 Uhr. Die strengen Hygieneauflagen lassen nur jeweils 50 Besucher zu. 

Für den Bayerischen Kasperl und seine Mitspieler war es schon eine schwere Zeit. „Normalerweise sind wir ja ab Frühjahr fast jeden Tag unterwegs und treten irgendwo auf. Das war plötzlich alles ganz anders. Wir haben unser Quarantäne-Quartier in meinem Probenraum bezogen und durften nur ab und zu ein Video drehen oder neue Stücke proben. Dabei mögen wir das Proben gar nicht so gerne, weil uns da einfach das Lachen der Kinder fehlt“ erzählt Stephan Mikat. 

Dem allgemeinen Trend, Vorstellungen live zu streamen widerstand der Priener. „Wir hatten nichts zu verschenken“ argumentiert er einerseits und „andererseits wollen wir die Kinder ja vom PC wegholen und nicht davor locken“. Dann gabs noch unerwartete Konkurrenz durch die Politik: „Söders Kasperltheater“, geisterte durch alle Medien, weil ein Nürnberger Fleischer gegen die Maskenpflicht auf die Barrikaden ging. Den Begriff „Kasperltheater“ in Verbindung mit der Politik sehen Puppenspieler nun mal kritisch. 

Chiemsee-Kasperl Stephan Mikat schrieb einen offenen Protestbrief gegen das Auftrittsverbot seines Kasperltheaters an die Abgeordneten. Er versteht bis heute nicht, warum die Kinder ihren Kasperl nicht sehen durften und andererseits die Verstöße gegen das Abstandsgebot bei Demonstrationen nicht sanktioniert wurden. Deshalb drohte er sogar in Prien selbst eine Demo anzumelden, was die einheimische Politik ziemlich erschreckte. Die Antworten der einheimischen Abgeordneten auf seine Protestbriefe waren übrigens dürftig und zeugten nicht von großer Kenntnis der Materie. Meistens enthielten die Schreiben standardisierte Textbausteine. 

Ab 15. Juni sind wieder Veranstaltungen im Saal erlaubt. Das Chiemsee Kasperltheater tritt unter Corona-Bedingungen erstmals am Freitag, 19. Juni im Alten Kino, Stephanies Café auf (Beginn 16 Uhr). Am 21. Juni folgen sogar zwei Auftritte im Gasthof Höhensteiger (11 und 14 Uhr) in Westerndorf St. Peter. 

„Ja, wir haben gesagt, wenn wir wieder auftreten dürfen, dann feiern wir eine Party. Und deshalb heißt die neue Geschichte auch „Kasperl & Mucki feiern Party“. Mucki ist übrigens ein echter Osterhase, aber nachdem er ja nur einmal im Jahr arbeiten muss, hat der König entschieden, dass der Mucki zusammen mit dem Kasperl die Party organisieren soll. Aber mehr möchte Stephan Mikat eigentlich gar nicht verraten. Nur so viel: Die ersten Open-Air-Veranstaltungen nach der Corona-Pause waren ausverkauft: Sowohl in Bernau als auch in Prien hängte das Chiemsee Kasperltheater jeweils eine Zusatzvorstellung dran, um dem Andrang gerecht zu werden. 

Nach derzeitigem Stand dürfen nur jeweils maximal 50 Zuschauer mit Mindestabstand an den Vorstellungen teilnehmen. Der Eintritt kostet pro Person 7 €. Außerdem können Karten im Vorverkauf auch online zum ermäßigten Preis von 5,23 € für Kinder erworben werden. Weitere Infos gibt’s auch unter www.chiemsee-kasperl.de.

Pressemeldung Chiemsee Kasperl

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