Petition "Feste feiern, aber die Vereine bald nicht mehr...??"

"Vereine gehören zu Bayern, wie die Luft zum Atmen"

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Die bayerischen Vereine würden gerne zahlreiche Veranstaltungen ausrichten, kämpfen aber mit den hohen Auflagen.
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Landkreis Rosenheim/Bayern - Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern sieht nur zwei Möglichkeiten eine Lockerung der Versammlungsstättenverordnung zu erreichen: 

Angesichts der Petition „Feste feiern, aber die Vereine bald nicht mehr..??“, die von Kurt Huber, Vorstand des Schützenvereins Babensham, initiiert wurde, um eine Lockerung der Versammlungsstättenverordnung für Vereine zu erwirken, sieht der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern nur zwei Möglichkeiten: „Um den ehernen Grundsatz „Gleiches Recht für alle“ nicht zu brechen, muss es entweder dabei bleiben, dass es nur eine Versammlungsstättenverordnung gibt, die für alle gilt, oder etwaige Vereinfachungen müssen ebenfalls für alle gelten“, erläutert Dr. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des DEHOGA Bayern. 

„Es ist richtig, viele Verordnungen und Vorschriften gehören auf den Prüfstand. Vieles ist zu bürokratisch, sobald irgendwo irgendetwas passiert ist, wurden über die Jahrzehnte hinweg gleich pauschal Regelungen getroffen, die für jeden gelten. Wenn der Gesetzgeber aber der Auffassung ist, dass etwas so wichtig ist, dass es geregelt werden muss, dann darf es keine Ausnahmen geben“, so Geppert, der hinzufügt: „Es wäre ja geradezu ein Treppenwitz, wenn der gelernte Veranstaltungsprofi, dessen Existenz von der korrekten Ausführung aller Bestimmungen abhängt, mehr Nachweise erbringen müsste, als ein Laie.“ 

Vor diesem Hintergrund sind die Schulungen der Landratsämter für Vereine nicht nur vernünftig, sondern wichtig, damit kein Vereinsvorstand unwissend mit dem Gesetz in Konflikt gerät und im Zweifel für entstandenen Schaden haften muss. Wichtig ist Geppert jedoch auch, dass „V ereine zu Bayern gehören, wie die Luft zum Atmen“. 

„Vereine tragen in hohem Maße dazu bei, dass es bei uns so lebens- und liebenswert ist, zudem wären viele Bereiche ohne Vereine wie insbesondere Rettungskräfte schlichtweg undenkbar. Hierzu gehört auch das unbezahlbare ehrenamtliche Engagement“, erklärt Geppert, der weiß, wovon er spricht, da er selbst ehrenamtlich tätig ist und beruflich beim DEHOGA Bayern beschäftigt ist, der als Verein von rund 750 Ehrenamtsträgern geführt wird.

Revolution in Babensham!

Wie überall gibt es in Babensham ein reges Vereinsleben. Nur heuer wird es in der Gemeinde verhältnismäßig ruhig bleiben. Denn die verschärften Auflagen - darunter auch der Brandschutz - machen vielen Fest-Plänen einen Strich durch die Rechnung

Das wollte Schützenvorstand Kurt Huber, dessen Verein heuer das 125. Bestehen feiern wollte, nicht einfach akzeptieren. Über 8.700 Einträge hat seine Petition "Feste feiern aber die Vereine bald nicht mehr …?" mittlerweile. Huber stieß damit eine bayernweite Diskussion an. Neben weiteren Medien berichtete auch die Fernesehsendung "quer" kontrovers über die "Revolte" von Babensham. Dabei gehe es dem Vorstand der Schützen keineswegs um die Aufmerksamkeit seiner eigenen Person - er wolle mit seinem Anliegen einfach nur gehört werden.

Sogar Ilse Aigner schaltet sich ein

Auch Staatsministerin Ilse Aigner schaltete sich in die Debatte um die Petition ein - und sorgte gleich für die nächste Kontroverse.

Sie will  die Veranstalter von Vereins- und Volksfesten "unterstützen", konkrete Versprechungen kann Bauministerin Ilse Aigner blieb sie jedoch schuldig: "Bei großen Veranstaltungen, auf denen viele Menschen zusammenkommen, braucht es bauliche Auflagen, die für Sicherheit sorgen. Die Erfahrung hat gezeigt, wie wichtig Fluchtwege im Brandfall sind und wie essentiell die Standfestigkeit von Zelten ist, damit bei Sommergewittern das Zelt stehen bleibt."

Aigners Ratschlag: Die Vereine sollten sich beraten lassen, damit Veranstaltungen in einem sicheren Rahmen stattfinden können. Verständnis für die Arbeit der bayerischen Vereine hat Aigner also, eine Lockerung der Versammlungsstättenverordnung, wie vom Babenshamer Schützenvereinsvorstand Kurt Huber gefordert, stellt sie aber nicht in Aussicht. Es gebe jetzt zumindest "ein praktisches Merkblatt" aus dem Bauministerium, mit dem sich Veranstalter genau informieren könnten, heißt es in der Presseaussendung von Aigners Ministerium - und sie appelliert: "Lassen Sie sich von der Bauaufsichtsbehörde vor Ort beraten."

kil/Pressemeldung der DEHOGA

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