Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Dreieinhalb Jahre pädagogische Qualitätsbegleitung von Kitas: Eine Zwischenbilanz

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Der Landkreis Rosenheim bietet den Kindertageseinrichtungen weiterhin eine pädagogische Qualitätsbegleitung an. Am Modellversuch, umgesetzt von Birgit Reichert (2. v. l.), beteiligten sich bisher 28 Einrichtungen.

Rosenheim - Dreieinhalb Jahre lief im Landkreis ein Modellversuch zur pädagogischen Qualitätsbegleitung in Kindertageseinrichtungen. Zum Abschluss wurden die beteiligten Teams zu einer Veranstaltung eingeladen.

„Es geht um Qualität aus dem Blickwinkel des Kindes betrachtet“, sagt Birgit Reichert vom Kreisjugendamt Rosenheim. Die Behörde bietet seit einem Jahr den Kindertageseinrichtungen im Landkreis Rosenheim eine pädagogische Qualitätsbegleitung an. 16 Einrichtungen haben sich bisher auf ihr Angebot eingelassen, bis zum Ende des Jahres sollen es 22 werden.

Von- und Miteinanderlernen entscheidend

Damit Kinder in Krippen, Kindergärten und Horten etwas lernen und sich entwickeln können, braucht es eine gute Beziehung zwischen ihnen und den Fachkräften. Diese Interaktion, also dieses Von- und Miteinanderlernen, ist entscheidend für eine gute Gestaltung von Lern- und Entwicklungsprozessen. Wenn Birgit Reichert in eine Einrichtung eingeladen wird, steht am Anfang ein Dialog mit dem Team: Im weiteren Sinn geht es immer um Interaktionsqualität, das heißt, wie vertrauensvoll die Kommunikation zwischen den Mitarbeiterinnen und den Kindern ist. Das konkrete Thema bestimmt die Einrichtung. Wir klären, wie es ist, wie es werden soll und welches Bild vom Kind die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.

"Ich beobachte, wie werden Bedürfnisse gesehen"

Als Beispiel nennt sie ein Thema, dass den Mitarbeiterinnen in mehreren Einrichtungen wichtig war, nämlich wie Kinder im Tagesablauf stärker beteiligt werden können. Reichert wird Teil des laufenden Alltags in einer Einrichtung: "Ich beobachte, wie werden Bedürfnisse gesehen, was läuft gut und was könnte verändert werden." Ein Anfang könnte sein, den Kindern beim täglichen Morgenkreis weniger vorzugeben, sondern sich auf ihre Gespräche und Ideen einzulassen und diese aufzugreifen. Auch beim Mittagessen können Kinder stärker beteiligt werden. Dazu reicht es schon, ihnen nicht den gefüllten Teller in die Hand zu geben, sondern das Essen in Schüsseln auf die Tische zu stellen. Die Kinder nehmen sich das Essen selbst und werden nicht bedient, sagt Reichert, in einem Fall ist das schon am nächsten Tag umgesetzt worden.

Ziel ist es, im Dialog einen Prozess anzustoßen, der die Einrichtung qualitativ weiterentwickelt. Es ist ein Unterstützungsangebot, sagt Reichert, die Mitarbeiterinnen sollen sehen was sie bereits leisten und was gut läuft, wo es aber vielleicht auch Veränderungsbedarf und Ressourcen gibt. Wir sichern so Qualität aus dem Blickwinkel des Kindes.

Projekt wird fortgeführt

Ein wesentlicher Baustein für den Erfolg einer pädagogischen Qualitätsbegleitung ist die Freiwilligkeit. Im Landkreis Rosenheim funktioniert das. Die Träger von Einrichtungen, die Leitungen und die Teams nehmen das Angebot des Kreisjugendamtes Rosenheim nur wahr, wenn alle Seiten es wollen.

Birgit Reichert ist eine von 80 pädagogischen Qualitätsbegleiterinnen in Bayern. Sie ist Teil eines Modellversuchs, der bis Ende 2018 läuft, vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert und gesteuert sowie vom Staatsinstitut für Frühpädagogik gestaltet und wissenschaftlich begleitet wird.

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