30 Prozent mehr Internet-Traffic und 50 Prozent mehr Telefonie

Corona-Pandemie: Eine Gefahr auch für Internet und Telefon?

Landkreis Rosenheim - Streaming, Gaming, Konferenzen im Homeoffice - viele Leute sitzen wegen der von der Regierung verhängten Ausgangsbeschränkung fast rund um die Uhr zuhause und nutzen verstärkt digitale Angebote. Stellt die Corona-Krise die Netze vor neue Herausforderungen? 

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Dass sich diese akute Mehrfachbelastung auf die Leistung von Internet und Telefonie negativ auswirken könnte, diese Befürchtung kann Stefan Besold von der komro GmbH Rosenheim nicht bestätigen. Auf Nachfrage von rosenheim24.de beteuert er: "Wir haben Kapazitäten en masse. Durch eine vorausschauende Netzplanung sind wir auf Ausnahmesituationen wie die Corona-Krise vorbereitet. Die vermehrte Nutzung der Bürger stellt uns in keinster Weise vor neue Herausforderungen."

Eine Zunahme an den Angeboten sei jedoch durchaus erkennbar: "Wir verbuchen circa 30 Prozent mehr Internet-Traffic und fast 50 Prozent mehr Telefonie-Aufkommen." Die zwei Videostreaming-Dienste Netflix und YouTube reagieren bereits auf die Sorge hinsichtlich einer Netzüberlastung in der Corona-Krise und drosseln ihre Übertragungsgeschwindigkeiten und damit die Qualität der Videos. 

Bei komro fahre man Upgrades für eine schnellere Verbindung. "Selbst wenn es zu einer siebenfachen Erhöhung des Traffic-Vorkommens kommen sollte - wie es in Italien jüngst verzeichnet wurde - wäre das für Deutschland kein Problem", versichert Besold. 

Nicht mehr Störungsfälle als bisher  

Auffällig sei Besold zufolge, dass der Traffic über den ganzen Tag verteilt werde - durch vormittägliche Konferenzen im Home Office oder Streaming-Dienste. "Bisher war der Peak der meisten Nutzung eher abends zu verzeichnen, wenn die Leute ihren Feierabend nutzen und Zeit haben für digitale Angebote. Das hat sich nun aufgrund der Isolation, die zum Daheimbleiben zwingt, verlagert", erklärt Besold. 

Störungsfälle seien Besold zufolge bislang nicht bekannt geworden, "zumindest nicht mehr als an einem normalen anderen Tag im Jahr. Wir beobachten die Lage aber ganz genau - schließlich gilt die Ausgangsbeschränkung erst seit zwei Tagen - und werden bei Bedarf und wo immer nötig nachsteuern." 

"Leute telefonieren und skypen häufiger" 

Ähnlich stellt sich die Lage bei eon dar, wie Markus Nitschke von der Pressestelle erklärt: "Bislang ist alles stabil. Wackler kann es zwar geben, aber im Großen und Ganzen macht unsere IT einen super Job und ist auch auf Mehrfachbelastung in besonderen Situationen ausgelegt." 

Im Wesentlichen sei erkennbar, dass vorwiegend Kommunikationsnetze genutzt werden würden. "Die Leute telefonieren oder skypen aufgrund von Social Distancing wieder häufiger miteinander", konstatiert Nitschke. 

mb

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