Landkreis Rosenheim übernimmt Kosten

Jugendhilfe wird zukünftig auch an Realschulen angeboten

Landkreis Rosenheim - Immer mehr Realschulen vermelden einen Bedarf für Jugendhilfe. Deshalb genehmigte der Kreistag Rosenheim nun eine Halbtagesstelle für jeden Standort.

Ab dem kommenden Schuljahr wird der Landkreis Rosenheim an allen fünf Realschulstandorten Jugendhilfe anbieten. Der Rosenheimer Kreistag billigte pro Standort eine Halbtagesstelle. Finanziert wird dieses Angebot zunächst befristet auf vier Jahre vom Landkreis Rosenheim. Die Regierung von Oberbayern hatte eine Förderung abgelehnt, was Landrat Wolfgang Berthaler in der Sitzung bedauerte.

Der Bedarf ist da

Eine staatliche Förderung von Jugendsozialarbeit ist derzeit nur an besonders belasteten Realschulstandorten vorgesehen. Im Landkreis Rosenheim melden inzwischen aber alle Realschulen einen großen Bedarf an Unterstützung durch die Jugendhilfe an. Ein wesentlicher Grund ist die Entwicklung der Schülerzahlen. So gingen im Schuljahr 2002/2003 noch durchschnittlich mehr als 51 Prozent aller Schülerinnen und Schüler auf die damalige Hauptschule. Ihr Anteil sank inzwischen auf unter 25 Prozent. Dazu kommt, dass auch an Realschulen die fehlende Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch ihre Eltern spürbar wird.

„Wir bekommen mehr Ruhe an den Schulen"

Landrat Berthaler warb im Kreistag dafür, die Sozialarbeit an Realschulen im Umfang von jeweils einer halben Stelle zu ermöglichen: „Wir bekommen mehr Ruhe an den Schulen. Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn ihr es mittragen würdet.“ Um eine spätere Förderung von „Jugendsozialarbeit an Realschulen“ durch den Freistaat Bayern zu ermöglichen, wird das neue Angebot als „Jugendarbeit an Realschulen“ durchgeführt. Es soll allen Kindern und Jugendlichen an Realschulen offen stehen. Eine Beschränkung auf Problemstellungen, die sich aus dem notwendigen Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder einer individuellen Beeinträchtigung ergeben, ist nicht vorgesehen.

Das neue Angebot soll am dem kommenden Schuljahr an den Realschulstandorten Bad Aibling, Bruckmühl, Brannenburg, Prien und Wasserburg zur Verfügung stehen. Sollte die Wirtschaftsschule in Bad Aibling ebenfalls einen Bedarf anmelden, soll auch sie in die Förderung aufgenommen werden.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / Franziska Kra

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