Reaktionen nach Eklat beim AfD-Wahlkampfauftakt

MdL Stöttner: "Unangebrachte Rhetorik weit unterhalb der Gürtellinie"

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links: Andreas Winhart (AfD) rechts: Klaus Stöttner (MdL)
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Landkreis Rosenheim - Die Landtagswahl am 14. Oktober wirft bereits ihre Schatten voraus. Für einen ersten Eklat sorgte der AfD-Landtagskandidat Andreas Winhart beim Wahlkampfauftakt seiner Partei.

"Wir werden die CSU jagen und schlachten!" Mit dieser Aussage sorgte der AfD-Landtagskandidat für den Stimmkreis Rosenheim Ost, Andreas Winhart, gleich zum Wahlkampfauftakt am Mittwochabend in Breitbrunn für einen ersten Eklat. Auch die SPD, Freien Wähler und Grünen wurden von Winhart scharf angegriffen: "Die Grünen haben bei ihrem Wahlkampfauftakt einen Heimatabend gemacht, da frage ich mich, was haben die mit Heimat zu tun?" Bei den Freien Wählern sei er der Auffassung, dass es nur darum gehe, dass Hubert Aiwanger, Mitglied des Landtags (MdL), einen neuen Dienstwagen bekomme. "Die Rosenheimer SPD hat Britta Promann aufgestellt, die aus Baden-Württemberg ist. Finden die denn keine eigenen Leute mehr, die das machen wollen?" Auch Klaus Stöttner, MdL und Landtagskandidat der CSU im Stimmkreis Rosenheim-Ost, wurde von dem AfD-Kandidaten direkt angegriffen: "Er hat einmal behauptet, dass die Krönung der politischen Laufbahn das Amt des Landrats ist", nur das strebe der CSU-Politiker seiner Auffassung nach an.

Artikel 1, Absatz 1, des Grundgesetzes missachtet?

Ein unantastbares Strukturprinzip deutscher Politik ist die Achtung der Menschenwürde. Im Artikel 1, Absatz 1, des Grundgesetzes heißt es: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Ist Winhart mit seinen Aussagen und Angriffen seinen Verpflichtungen als Politiker nicht nachgekommen? Heimische Politiker und das Gros unserer Leser ist zumindest mehr als nur entrüstet.

Im persönlichen Gespräch mit unserer Redaktion wollten zahlreiche heimische Politiker die Verbalattacken Winharts aber nicht kommentieren - wie zum Beispiel die Landtagskandidatin der Freien Wähler: Christine Degenhart sehe keinen Anlass, sich zu den Aussagen der AfD zu äußern. Auch der Kreisverband der Freien Wähler Rosenheim Stadt werde sich nicht auf eine eigene Darstellung einlassen.

MdL Stöttner (CSU): "AfD disqualifiziert sich für einen ehrlichen politischen Diskurs"

Für Klaus Stöttner disqualifiziere sich die AfD mit einer derart unangebrachten Rhetorik weit unterhalb der Gürtellinie selbst. Stöttners Aussage gegenüber unserer Redaktion im Wortlaut:

„Mit einer derart unangebrachten Rhetorik weit unterhalb der Gürtellinie disqualifiziert sich die AfD und ihre Kandidaten selbst für einen ehrlichen politischen Diskurs. Als CSU Kreisvorsitzender und als Rosenheimer Stimmkreisabgeordneter bevorzuge ich einen respektvollen und sachlichen Umgang miteinander. Mit diesen Voraussetzungen sehe ich keine Grundlage einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der AfD.“

rosenheim24.de-Leser: "Wie sollen da unsere Kinder noch Anstand, Respekt und Achtung lernen?"

Nicht nur die heimische Politik ist von den Aussagen Winharts erschrocken - auch unsere Leser. In den Kommentaren spiegelt sich eine eindeutige Meinung. Ein paar Beispiele:

  • WhatsSepp: "Jagen und schlachten - schon bei so einer Rhetorik dreht sich einem der Magen um..."
  • Mr.Irie: "Nach der Äußerung von Herrn Winhart, sollte sich das Landratsamt mal schleunigst überlegen, ihm die Waffenbesitzerlaubnis zu entziehen. Wer mit dem Verweis er sei Jäger und ein weiteres Partei"mitglied" sei Metzger, einen Satz loslässt wie "Wir werden die CSU jagen und schlachten", sollte keine Waffen besitzen dürfen."
  • Bürgerschutz: "Diese Hetzparolen sind wirklich unglaublich! Wie kann man da als Heilpraktiker für Psychotherapie, der die Themen Gesundheit, Familie und Sozialpolitik aufgreifen will, Schulter an Schulter mit solchen Leuten stehen? Es ist wirklich beschämend. Wie sollen da unsere Kinder noch Anstand, Respekt und Achtung lernen, wenn selbst Politiker öffentlich solche Parolen verwenden."

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