Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Landkreis Rosenheim stellt Abfallwirtschaftsbericht für das Jahr 2018 vor

Landkreis Rosenheim - Statistisch gesehen hat jede Bürgerin bzw. jeder Bürger im vergangenen Jahr weniger als 184 Kilogramm Restmüll verursacht. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr davor einen Rückgang von gut einem Kilogramm.

Nachzulesen sind diese Zahlen im Abfallwirtschaftsbericht für das Jahr 2018. Er wurde am Mittwoch, den 26. Juni vom Sachgebietsleiter Kreislaufwirtschaft, Georg Kirchhuber in der Sitzung des Ausschusses für Umweltangelegenheiten, Landwirtschaft, räumliche Entwicklung und Naturschutz vorgestellt.

Gut 21.100 Tonnen Altpapier wurde im vergangenen Jahr im Landkreis eingesammelt. Davon brachten die Bürgerinnen und Bürger knapp 11.800 Tonnen zu den Altpapiercontainern in den 43 Wertstoffhöfen und mehr als 1.300 dezentralen Containerstandplätzen. Knapp 9.400 Tonnen kamen über die so genannten „Blauen Tonnen“ zusammen sowie fast 18 Tonnen über gemeinnützige Altpapiersammlungen.

In die Altglascontainer an fast 250 Standorten wurden knapp 5.900 Tonnen eingeworfen. Das sind rund 25 Tonnen weniger als das Jahr zuvor. Einen geringfügigen Rückgang gab es zudem bei der Menge der erfassten Leichtverpackungen. Weißblech, Aluminium, Mischkunststoffe, Tetra Pak, Becher, Folien oder Styropor summierten sich auf knapp 1.770 Tonnen.

Keine Probleme mit dem Buchsbaumzünsler

Um das Hausmüllvolumen zu reduzieren werden im Landkreis Rosenheim seit vielen Jahren Grünabfälle getrennt erfasst. In den drei Kompostieranlagen in Noderwiechs in der Gemeinde Bruckmühl, in Perfall bei Eiselfing und in Weiher in Aschau wurden 2018 mehr als 115.000 Kubikmeter Häckselgut, Laub und Gras angeliefert. Daraus wurde 17.700 Tonnen Kompost erzeugt, der im Landschafts- und Gartenbau, im Sportanlagenbau und in Privatgärten eingesetzt wird. Zudem können die Bürgerinnen und Bürger den Kompost abgepackt in Säcken oder bei den Kompostieranlagen lose kaufen. Aus Umweltschutzgründen stellt der Landkreis in seinen eigenen Kompostieranlagen in Noderwiechs und Perfall nur torffreie Substrate her. Ihre Akzeptanz steigt langsam aber stetig an, heißt es im Abfallwirtschaftsbericht.

Der in der Region nach wie vor hohe Buchsbaumzünslerbefall stellt die Kompostieranlagen vor keine Probleme. Das angelieferte Material wird in einer so genannten Heißrotte bearbeitet. Dabei werden der Buchsbaumzünsler bzw. die Raupen abgetötet. Durch diese Kompostiertechnik werden zudem Pflanzenkrankheiten, die Samen unerwünschter Pflanzen wie das Springkraut, Unkräuter oder von allergieauslösenden Pflanzen wie das Jakobskreuzkraut unschädlich gemacht.

Seit dem 1. Januar 2017 gibt es im gesamten Entsorgungsgebiet des Landkreises Rosenheim ein Bringsystem für Bioabfälle. Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden selbst, ob sie ihre Bioabfälle selbst kompostieren oder beim örtlichen Wertstoffhof abgeben. 2018 wurden 312 Tonnen eingesammelt, 35 Tonnen mehr als das Jahr zuvor.

Die Kompostierung im eigenen Garten fördert der Landkreis Rosenheim seit 1989. Knapp 12.000 Kompostbehälter wurden seitdem bezuschusst. Zudem gewährt er einen Abschlag von rund zehn Prozent auf die Müllgebühren, wenn im Garten kompostiert wird.

Rosenheimer sind fleißige Recycler

2018 wurden knapp 7.700 Tonnen Altholz, beinahe 3.400 Tonnen Altmetall und 65 Tonnen Autobatterien gesammelt und verwertet. Darüber hinaus lieferten die Bürgerinnen und Bürger 516 Tonnen Altreifen, 723 Tonnen Haushaltsgroßgeräte, 906 Tonnen Haushaltskleingeräte einschließlich Informations- und Unterhaltungselektronik, 346 Tonnen Bildschirme und Fernsehgeräte, 345 Tonnen Kühlgeräte, 139 Nachtspeicheröfen sowie 3 Tonnen CDs ab.

Über die Wertstoffhöfe, aber auch über das Umweltmobil wurden 232 Tonnen Problemabfälle eingesammelt. 65 Tonnen davon waren Altöl, 55 Tonnen Farben und Lacke, 45 Tonnen Batterien, knapp 5 Tonnen Ölfilter, mehr als 14 Tonnen Laugen, 3,5 Tonnen Säuren, 3 Tonnen Pestizide, mehr als 11 Tonnen Lösemittel sowie knapp 15 Tonnen Feuerlöscher.

Bei den Wertstoffen fielen 2018 pro Einwohner gut 380 Kilogramm an. Den Haus-, Geschäfts- und Sperrmüll zusammengerechnet, ergibt sich beim Restmüll ein Jahresdurchschnitt von knapp 184 Kilogramm pro Einwohner. Die Recyclingquote von 72,6 Prozent bestätigt erneut, dass die Bürgerinnen und Bürger ein vorrangiges Ziel des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises umsetzen, nämlich die Restmüllmenge durch wirksame Vermeidungs- und Verwertungsmaßnahmen so weit wie möglich zu verringern und dadurch die Umwelt zu schonen. Tatsächlich ist die Verwertungsquote sogar noch höher, weil die von den Bürgerinnen und Bürgern selbst kompostierten Grünabfälle in der Berechnung nicht berücksichtig werden können.

Das im Landratsamt Rosenheim zuständige Sachgebiet Kreislaufwirtschaft und Abfallberatung fördert diese Entwicklung unter anderem durch telefonische, persönliche oder schriftliche Beratung, Unterrichtsstunden in Schulklassen sowie regelmäßige Schulungen des Personals von Gemeinden und Wertstoffhöfen.

Um die Bürgerinnen und Bürger noch besser informieren zu können, sind im vergangenen Jahr die neue Webseite und App des Sachgebietes Abfallwirtschaft des Landkreises Rosenheim online gegangen. Wie Kirchhuber sagte, sei die Webseite wwww.abfall.landkreis-rosenheim.de bis Juni 2019 rund 38.000 Mal aufgerufen worden. Die App wurde in diesem Zeitraum rund 21.000 heruntergeladen.

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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