Weltwassertag

Lebensgrundlage Wasser: ein Schatz braucht mehr Schutz

Die Mangfall bei Bruckmühl.
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Die Mangfall bei Bruckmühl.

Landkreis Rosenheim - Der jährliche Weltwassertag am 22. März fokussiert sich in diesem Jahr auf das Thema „Wert des Wassers“.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Der BUND Naturschutz fordert daher deutlich mehr Anstrengungen im Wasserschutz auch in Bayern: „2021 werden zentrale Weichen für das Wasser gestellt: Vor allem der Ausgang der aktuellen Verhandlungen um die Agrarförderungen hat enorme Auswirkung auf den Wasserschutz.“ Sebastian Schönauer, Wasserexperte des BN und stellvertretender Landesvorsitzender fordert daher: „Wasserschutz muss endlich auch bei den Agrarförderungen höchste Priorität bekommen. Wer eine Ökologisierung der Agrarförderungen blockiert, blockiert auch einen besseren Wasserschutz“.

Gerade vor dem Hintergrund der massiven Auswirkungen der Klimakrise auf den Wasserhaushalt ist es dringend nötig, die Belastungen des Wassers und der Gewässer insbesondere durch zu hohe Düngeeinträge, Entwässerungen, zu hohe Wasserentnahmen, Begradigung und Aufstau sowie Flächenverluste deutlich zu reduzieren. „Das ist auch das Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie seit dem Jahr 2000, doch gerade in Bayern sind wir von einem guten Zustand und gesunden Gewässern noch weit entfernt“, kritisiert Peter Kasperczyk, Vorsitzender der Kreisgruppe Rosenheim. „Die Umsetzungspläne, die heuer erstellt werden, müssen nun endlich wirksame und verbindliche Maßnahmen enthalten, ihre Umsetzung ein großes Gemeinschafts-Anliegen werden – um Wasser den nötigen „Stellen-Wert“ in allen Bereichen zu geben.“ 2021 müssen zum dritten mal sogenannte Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme zur Erfüllung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie aufgestellt werden, auch für die Gewässer und das Grundwasser im Landkreis Rosenheim. „Auch im Landkreis Rosenheim haben wir Wasser-Brennpunkte“, erklärt Peter Kasperczyk, Vorsitzender der Kreisgruppe Rosenheim.

In zahlreichen Fließgewässern ist der gute Zustand nach EU-Wasserrahmenrichtlinie noch nicht erreicht. Vielerorts wird er nach den Entwürfen für die Maßnahmenprogramme nicht einmal bis 2028 erreicht werden. Die Zielerreichung wird immer weiter hinausgeschoben. Der Rückbau von Querbauwerken an der Mangfall ist ein schönes Erfolgsprojekt, das auch der Naherholung zugutekommt. Aber diese Maßnahmen müssen dort und auch an den anderen Gewässern dringend fortgeführt werden. An nahezu allen Flüssen und Bächen gibt es immer noch Wehre, die für Fische ein unüberwindliches Hindernis darstellen und den Flusslauf in einzelne Abschnitte zerteilen.

„Wasser ist Leben – doch vielerorts ist das Leben in Flüssen und Bächen und ihren Auen infolge zahlreicher Belastungen stark zurückgegangen“, bilanziert der BN. Wo sie renaturiert werden, kehrt das Leben zurück. Doch das passiert noch an viel zu wenigen Stellen und scheitert oft an fehlender Flächenverfügbarkeit. Flüsse brauchen einen Entwicklungskorridor und breite Auen, von denen nicht nur die Natur profitiert, sondern auch der Hochwasser- und Grundwasserschutz, das Klima, die Erholungsqualität und bei extensiver Nutzung auch die Landnutzer. „Renaturierung muss einen höheren Wert bekommen und darf nicht an Einzelinteressen scheitern, damit sie endlich in die Fläche kommt.“

Zentrale Forderungen des BUND Naturschutz zum Wasserschutz:

  • Wasserrahmenrichtlinie umsetzen
  • Vorsorge- und Verursacherprinzip durchsetzen
  • Flüssen und Bächen mehr Raum geben, Dynamik zulassen
  • Versiegelung stoppen
  • Abbau von Querbauwerken und Uferversteinungen
  • Wasser dezentral und naturverträglich in der Fläche halten
  • Wassernutzungskonflikte gerecht und nachhaltig lösen
  • Nähr- und Schadstoff- sowie Feinsediment-Belastungen in Oberflächen- und Grundwasser reduzieren
  • Wasserentnahmen reduzieren
  • Entwässerungen rückgängig machen, Moore wiedervernässen
  • Binnenschifffahrt den Flüssen anpassen
  • Klimaschutz

Pressemitteilung BUND Naturschutz Kreisgruppe Rosenheim

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